Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 40 (4.10.1865)
- Date
- 1865-10-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ächter Aahrgang. M 40. Szegedin, Den! fl&tofiet 1863« •i Ardeu Mittwoch rrt'cheint ,in krLiuuasrLtloiisprslL Sanzjäkrig 7 fl.. 7^4 Tblr. 20 Sgr., balbj. 3 fl. 50 kr.. 2 Thlr. tOS-r., viertelj. L fl. öü. W. Einzelne Hummern 15 kr. Man abonnin bei allen Postämtern u. Duchbandlungen de» In« nttd Auslandes. Mn HAMM. wochenklakt für Mische Theologie. Herausgeber uud Redakteur: Oberrabbiner zu Lzegedi». .. B^EE«ft]K״<ra]SL.T0nft Inserate flud an die Stedatiiou tu 6|* * , gediu, an Herrn ßlli Jltliiti. in Imifatl 1. ZT. oder an' Herrn 3pa| JJrflBnff (kleine Ankergaffe Nr. 10) in Me» zu sendea. Dir 21'vallige Petitzeiie wirum 1VNkr.772Sgr. brrrchnr». 3ut MGinerfcmmarftage in «Ungarn.*) VII. Sctrachtungen über den Grganisations-Entwnrf. B. Vorbilder zur Organ isirung eiueS Rabbiner, SemiuarS. ForlirpuuA von Nr. 38. Wahrhaft frappant sind nachstehende Bestimmungen deS lombardisch-venetianischen Regolamento: ״Die Zöglinge des Institutes dürfen sich weder dem Studium der Medizin, noch dem der Jurisprudenz an der k. k. Universität widmen, bevor sie den Kursus an dem neuen Jnstituce absolvirt ha« ben, zu welchem sie jedoch zugelaffen werden, wenn sie vorher diese Nniversilätsstudien vollendet haben, indem nur unzuläsiig ist, beide Kurse in einer und derselben Zeit zu machen. ES wird auch von großem Nutzen sein, wenn sie sich mit einer der genannten Wissenschaften später oder früher beschäftigen, da sie sich dadurch die Subsistenzmittel verschaffen können, um sich, bevor sic als Rabbinen angestcllr werden, mit größerem Anstande zu erhalten (V. 29.)." Viele wird wol die kurze, nur zweijährige Dauer deS theorelisch-lbevlogischen Kurses, wie nicht minder die soeben angeführte Zumuthung in nicht geringem Maße überraschen. Beides erklärt sich nicht nur daraus, daß die Gründer des Institutes weniger die Pflege der jüdisch-theologischen Wissenschafl, als die praktische Befriedigung vorhandener Bedarfnisse vor Augen hatten, sondern auch aus gewissen Eigenthümlichkciten der italiäuischcn Juden. Von entscheidender Bedeutung ist schon der Umstand, daß der neuere Pilpul, wie er sich seil dem sechzehnten Jahrhundert in Polen und in Deutschland entwickelte. in dem Lande, wo die Zitronen und die Künste blühen, zu allen Zeiten eine erotische Pflanze blieb. Asariah de Nessi spricht zwar von den deutschen Juden mit großer Lichtung, und nennt sie ein weises und verständiges Volk.') So wenig ihn jedoch diese Achtung adhält, über einen HeroS der ״Aschkenasim". R. Moses JsserleS, wegen dessen verfehlter haggadischer Hermenentik, seinen Tadel' ailSzuspreche», ebensowenig fühlten sich die italiänischen Juden, trotz ihres Respektes vor ihren nördlichen Stamm- und Glaubensgenossen. beivogcn, der Fahne deS PilpulS zu folgen. Von dem ungeheuren Aufschwünge, welchen die pilpulistische Methode seit R. Jonathan Eybeschütz erfuhr, uahtnen die Jtaliäner gar keine Notiz. Von dem pilpulistischeu Gewebe befreit, hat daö Talmubstudium nur praktische und historische Tendenz. Erstere hat das Paduaner Institut im Auge. Und da die Zöglinge zwei UebungSjahre bei einem Rabbiner einer größern Gemeinde zubriugen müssen, so ist es für sie keine schwierige Aufgabe, sich mit den fürs praktische Leben erforderlichen rituellen Kenntnissen auSzurüsteo. Der auf taS Praktische gerichtete Sinn der Jtaliäner zeigte sich schon frühzeitig darin, daß daselbst die erste auSführlichere, sich rein auf daö Praktische beziehende Anweisung zum Verfahren bei Ehescheidungen und Chaliza's erschien. Der Verfasser derselben war über fünfzig Jahre in derselben Gemeinde Rabbiner, wo gegenwärtig daS rabbinische Institut blüht: R. Jehuda Minz (gest. 1535). Auch die Verbindung der theologischen und medizinischen Wissenschaft hat sich in keinem Lande so lange erhalten, wie in Italien. Wir nennen auS der ersten Hälfte deS vorigen Jahrhundertnur M c n ach e m N a v e i r a 2) in Verona und I sa k L a m - p r o n t i, den Verfasser eines, wenn auch unwissenschaftlich, verfehlten so doch großartig angelegten talmnd Real-LerikonS, in Ferrara. In neuerer Zeit wurden Israel Gedalfa Eas e s und Abraham Vita Reggio, Sohn deS berühmte n Jsak Samuel, an der Paduaner Universität zu Doktoren der Medizin, und an dem dortigen rabbinische» Institute zu Rabbinen promovirt. . Wir führen dirö nicht an, um es als mustcrgiltig aufzustellen und zur Nachahmung zu empfehlen. Wir sind vielmehr überzeugt, daß die jüdische Theologie denen, die sich zu einem liefern Studium derselben geeignet und berufen fühlen, zu viele und zu schwierige Ausgaben stellt, als daß ihnen noch Zeit und Kraft bliebe, sich mit den Studien anderer Fakultäten auf chtc eingehende Weise zu beschäftigen. Allein den fünf Gemeinden, welche das Institut gründeten, war eS I nicht um eine wissenschaftliche Schöpfung, sondern'! um die i Befriedigung eines praktischen Bedürfnisses zu tbun. Am 29. März 1833 wurden die ersten vier Zöglinge mit Qu alifikationSzeugnissen versehena), und mehrere aus dem Jnsti - tute hervorgcgangene Rabbinen haben sich in der Folge jalS Prediger und jüdisch-theologe Schriftsteller ausgezeichnet. ES unterliegt keinem Zweifel, daß in Ungarn mehr als fünf gebildete Gemeinden geneigt wären, dem Vor- ') S. vor. 3hrg. Nr. 45. 46. 47. 48. d. Jhrg. Nr. 1. 2. 33 35. 38. 37. 38. ') ML,r Tnajim ed. Wien 103. b. :חכם □Zt □האשכנזי ונבון. , . י) Derselbe wird von keinen, Diblioqravben qenannt. saßt« vrn Abhandlungen: וומר^שבח .אסור קדושה .קרוא מקרא#^;, welche er al« 2. Thl. de« פגי יצהק heraulgav. Der 1. Tbl: enetsül^ מכתב להוקיהו und מאמר מרדכי. «ul-itu»״ um 1»1ד&״«ו^ז»וג^ Theicheitung und bei der Ehaliza. Da« Pene Jizchak ersitz/«״'W14 in Mantua. .. *) Ä. Ch.mrd 2. 147. ז,־ ,, .