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Ben Chananja · 1864-03-23 · 12 (23.3.1864) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
12 (23.3.1864)
Date
1864-03-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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249 250 terlande erworbenen Besitz und Reichthum auszugebcn, um nach Palästina aufzubrechen. Nach meiner Ansicht ist daher jene Voraussetzung eine unrichtige und unwahre, und in einem Lande, wo solche Prozesse noch möglich sind, auch eine sehr bedenkliche, gegen welche auch die dortigen Rabbiner mit asier Energie austreten müssen. I. Kahn, Oberrabbiner. <^k> München, 13. März. Auf ein gestern vorgebrachtes mündliches Ansuchen ist heute die Entschließung des Ministeriums erfolgt, daß sich dem Leichenzuge des KöuigS auch eine Deputation der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde anzuschließen habe. Die Deputation, welche ans dem Rabbiner, dem Prediger und den beiden Morständen der Administration und des Ausschusses der israelitischen Kultusgemeinde bestehen wird, erhält ihren Platz unmittelbar nach dem Magistrate der Residenzstadt. ■ M. Kopenhagen, 11. März. Daß ״Ben Chanarija" im hiesigen Reichstage genannt wurde, ist Ihnen und Ihren Lesern gewiß noch nicht bekannt. Es geschah dies zu wiederholte» Malen bei Gelegenheit der Verhandlung über den Jndeneid. Ein ReichstagSmitglied hat mehrere Stellen aus den diesen Gegenstand betreffenden Artikeln des B. CH. vorgelesen. Einen ausführlichen Aufsatz über diesen Gegenstand erhalten Sie in der kürzesten Zeit. — Breslau, 14. März. Der Jahresbericht über die NeligionSunterrichtS-Anstalt der Synagogengemeinde von Dr. Samuelsohn ist soeben erschienen. Das alte Schuljahr hatte mit 221 Schülern und Schülerinnen geschloffen. Im Laufe des Jahres traten 54 neue hinzu. An der Schule wirken die Lehrer: Ascher, Michaelis, Samuelsohu. In Berlin sind bereits mehr denn zwanzigtausend Thaler für die Hinterbliebenen des sel. Drö. Sachs gesichert. Inland. Wien, 15. März. Der Bankdirektor, Herr L. Epstein, ist gestern nach länger» Leiden zur Trauer Aller, die ihn kannten, verschieden. Es war ihm nicht gegönnt, seine reichen Erfahrungen uud den praktischen Scharfblick, der ihm während seiner-vieljährigen industriellen und kaufmännischen Thäugkeit nie untren wurde, in der neuen ehrenvollen Stellung (er wurde erst vor einigen Tagen zum Bankdirektor gewählt) zu verwerthen, zu welcher ihm das Vertrauen der Aktionäre der Nationalbalik berufen hatte. Bei dem Leichenbegängnisse waren uebst dem Bankgouverneur Pipitz alle Direktoren der Bank zugegen. Seinem letzten Willen gemäß wurde das Leichenbegängniß ohne allen Prunk begangen. Üebec 100 Equipagen folgten der Leiche zum israelitischen Friedhofe. Ueber 10,000 fl. sind zu wohlthätigen Zwecken vermacht. Friede seiner Asche! :r Wien, 18. März. Wir bekommen endlich dennoch eine orthodore Synagoge; dieselbe wird in der Leopoldstadt gegenüber der Kettenbrücke errichtet werden. Vorläufig ist eS nur die Orthodoxie von jenseits der Leitha, die eingewanderten Preßburger an der Spitze, welche den Synagogenbau betreibt; ob sich die übrigen Orthodoxen anschließen werden, ist noch fraglich. Die von Jenseits der Karpathen werden dies in keinem Falle thun. Die Gegner unserer Tempellilurgie erinnern in der Thal aii die Vorkämpfe der Messiaözeit. Die Synagoge der schönen Laterngaffe ist — Gog; die in der großen Ankergasse ist — Magog; Herr Ignaz Deutsch ist — De magog, natürlich nicht im politischen, sondern im orthodoxen Sinne. Man erzählt sich auch von einer Versammlüng von 45 Rabbinen in Ungarn, welcher Herr Deutsch nicht fremd sein sosi. Angeblich zeigte ihm ein Kabbalist die Worte: ואת הןוזים 1) בהם M 14, 5) hinzufügend: Die Susim des ungarischen SchulfondeS, die Sie seit Jahren zu Ihren h. Zwecken verwenden wollen, werden Sie erlangen durch ON—45 Rabbinen! Dr. MühsamS Borlesungen über jüdische Geschichte finden vielen Beifall. Eine derselben, über ״die jüdische Sibylle* ist im Drucke erschienen.? Pest, 17. März. Wie Sie aus der heutigen Nummer des ämtlichen ״Sürgöny" ersehen, stellt der Bericht über das Schulwesen im Säroser Komitate die Juden als diejenigen Einwohner hin, welche für Erziehung und Unterricht den meisten Eiferan den Tag legen. ״Selbst der ganz einsam wohnende jüdische Vater sorgt dafür, daß sein Kind unterrichtet werde. Es werden verbotene Winkelschulen ausgesucht, um nur die Kinder nicht ohne Unterrricht aüfwachsen zu lassen. Jetzt, wo öffentliche Schulen gegründet werden sollen, wissen die Juden am meisten diese Wohlthat zu würdigen." Dieses offizielle Zcngniß gereicht den Säroser Juden wirklich zur Ehre. Unser verehrter Herr Oberrabbitter ist denn doch in die Vertrauenskommission berufen worden. Da die Pastoralen und besonders die.literärischen Verdienste des Herrn Drs. Meisel denselben wirklich vollkommen würdig machen, manchen anderen KommissionSglicdern an die Seite gesetzt zu werden; so hat dessen nachträgliche Berufung eine sreuoige Sensation hervorgebracht. Wie ich höre, soll nun auch Herr Dr. Jos. Hauser in die Kommission berufen werden, damit er das Studium der semitischen Dialekte am Semmar organisiren helfe. :בב Gr. Kanizsa, 14. März. Der am, 11. d. in Wien erfolgte Tod der edlen Frau Henriette Latzk.o geb. Weltendorscr hat unsere ganze Gemeinde in Trauer versetzt. Die hierorts geborne Verblichene war wegen ihres gebildeten Griftes, ihres kindlichen GemütheS und ihres bescheidenen Wesens ein Liebling unserer ganzen Gemeinde. Ihr Andenken sei gesegnet! ö. Gr. Kanizfa, 15. März. In der Fehde zwischen R. Jonathan Eybeschütz und seinem Gegner R. Josua in Frankfurt a. M. ließ sich ersterer bekanntlich von seinen Schülern Vertretern. Gleiches thut,— si licet parva componere magnjs,— der Inhaber des . Talmud-Institutes in Eisenstadt. ״Im Namen der Schule", die aber glücklicher Weise keinen Namen hat, treten diese nnerzogenen Bursche für ihren Meister in die Schranken, und entblöden sich nicht , gegen einen Gelehrten, wie unser verehrter Herr Oberrabbiner Fasset ist, Schmähungen drucken zu laffen. Glücklicher Weise entspricht die Form des Zirkulars (dessen Einsendung ich mir erbitte. Red.) dem Inhalte desselben, die Sprache enthält so viel Radebrecherei, daß sich die Verfasser wirklich würdige Schüler des Verfassers des ״Mincha Tehora" neunen dürfen. Herr Dr. Hildesheimer hat sich als Virtuos des Unsinns bewährt; seine Schüler wetteifern mit ihm! Glücklicher Lehrer! Derselbe kennt vielleicht-die Mischna:בעקבות משיהא הוצסאיסגי (Sota 9,15); er freut sich daher der Unverschämtheit seiner Schüler. Sie haben sich den Messias zum Steckenpferde auserkoren, das sie reiten, weil sie wissen, daß einst der Messias auf ihresgleichen reiten wird. Ernste Folgen hat natürlich die. Eisenstädter Demonstration ebensowenig, als die von Dr. H. gesammelten Unterschriften. Die Entwicklung des Judenthums geht ihren ruhigen Gangdem Fortschritte werden die Anstrengungen förderlich sein, welche der Fanatismus macht, denselben zu unterdrücken. Großwardeilt, 15. März. Morgen beginnen in Nyiregyhäz die Konferenzen, welche von 45 Rabbinern besucht sein werden. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Rabbiner von Ujhely, zum zweiten der hiesige bestimmt. Die Konferenzen sollen zwei Tage andauern, lieber die zu fassenden Beschlüsse verlautet nichts Bestimmtes; so viel jedoch steht fest, daß es gegen Chaßidäer und Romantiker scharf hergehen wird, da sich die betreffenden durch das Treiben des Verfassers, vo« ״El hadarim“ in ihrer Stellung sehr gefährdet sehen. Auch hier hat Rebb Hillel einen starken Anhang und scheint der hiesige Rabbiner nicht unbedeutende Angst vor denselben zu Haben. — Gerüchtweise verlautet, daß die Rabbiner von Szikßü und St.-Peter, obwol nicht geladen, den»

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