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Ben Chananja · 1858-01-01 · 9 (1858) · p. Seite 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
9 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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— 389 - In seiner Vorrede ״Or li-Nethiba" sagt Mendelssohn: ״Als Gott mir Knaben verlieh, und die Zeit herankam, sie in der Thora zu unterrichten , und ihnen die lebendigen Worte Gottes, wie sie in der heiligen Schrift gegeben sind, einzuschärsen, fing ich an, den Pentateuch in ein reines regelrechtes Deutsch zu übersetzen, wie es in unseren Tagen gebräuchlich ist ")". Als ihm Abigedor Ha-Levi von Prag ans seine Verwunderung darüber ausdrückte, daß zu der Pentateuch-Ausgabe keine Approbation von R. Ezechiel Landau ") verlangt wurde, antwortete ihm Mendelssohn unter Anderem: ״Ich verfaßte die deutsche Pentateuch-Uebersetznng nicht etwa, um dadurch Ruf und Namen in der Welt, oder gareinen pekuniären Gewinn zu erlangen, sondern zum Ge^- brauche für meine Kinder, die mir Gott schenkte ")". Diese Versicherungen Mendelssohn's sind indeß nicht buchstäblich zu nehmen. Wol unterliegt es keinem Zweifel, daß die Sorgfalt für den Unterricht seiner eigenen Kinder den ersten Anstoß zu seiner Thoraübersetzung gegeben hat. Eben so gewiß ist es aber auch, daß bei dieser Arbeit auch schriftstellerische, ja sogar reformatorische Absichten mit unterliefen. Mendelssohn selbst sagt mit Beziehung auf die Verdammnngsurtheile der Rabbinen über seine Uebersetznng wörtlich: ״Wenn meine Uebersetzung von allen Israeliten ohne Widerrede angenommen werden sollte, so wäre sie überflüssig. Je mehr sich die sogenannten Weisen der Zeit widersetzen, desto nöthiger ist sie. Ich habe sie Anfangs nur für den gemeinen Mann gemacht, finde aber, daß sie für Rabbiuer noch viel nothwendiger ist; und bin Willens, so Gott will und sein Wohlwollen auf mir ruht, auch die Profeten und Hagiografen herauszugeben Daß es seinen Glaubensbrüdern Noth thue, zu der seit langer Zeit vernachläßigten Bibel zurückn) Or li-Neth. Prager Ausgabe von 1836. S. 12, b. S. Werke VII. S. XXIII. 12) Werke VI. S. 447 steht fälschlich ״den hiesigen (d. i. Berliner) Rabbiner". 13) Egg. Remad, Wien 1794. S. 5. Werke VI. S. 447. Anm. 14) Werke VI. 452.

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