Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 6 (1863)
- Issue
- 25 (17.6.1863)
- Date
- 1863-06-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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417 418 und für die Ehre VeS JudenthumS und der Juden in die Schranken zu treten, sich an die Spitze stellen, und Ihre gewichtige Stimme erheben; Sie, der Sie in Ihrem ersten Gutachten cS bewiesen, daß selbst in unserm mittelalterlichen vaterländischen Gesetze der Eid mors ^uckaieo bei Prozessen von Juden gegen Juden überhaupt nicht begründet und aus« gesprochen sei, wie denn auch in dem österr. Gesetze von einem hierauf bezüglichen Muß keine Rebe ist. Sie sind dazu be« rufen, in dieser Angelegenheit nicht auf halbem Wege stehen zn bleiben, sondern nach dein bekannten Grundsätze unserer Weisen כי שהחהיל בכצוה אומריסלו 3:1ח״ seitens eines großen und ansehnlichen TheileS unserer Collegen eine Eingabe und Vorstellung an die hohe Landeöstelle zn veranlassen. Der gelehrte Oberrabbiner Herr H. D. Fasiel bat in seinem offeiten Briefe an Herrn Dr. Meisel die Drohung auSgesprochen, daß im Falle dieser sein Gutachten nicht widerrufe, er eine Eollectivnote von den Rabb. an den hohen kön. ung. Statthaltereirath bewerkstelligen werde. Herr Dr. M. hat;war in ^en ״Ung. Nachr.", wie bekannt, sein Uriheil be, richtigt; allein trotzdem ist eine Eingabe nach wie vor eine dringende Nothwcndigkeit. Wir hegen auch zu dem ehrenwcrthcn Charakter des Herrn Dr. M. zu viel Zutrauen, alS daß wir nicht die Hoffnung aussprechen sollten, auch er werte sich bereitwilligst den zu unternehmenden Schrillen zur Entfernung dieseder Ehre kcö Juden noch immer aiiklcbendrn Schandfleckes auschliesien. Daß Sic, gcchrlester Herr Redakteur in dieser Angelegenheit aus zahlreiche Unterstützung und ungelheilken Beifall unserer ehrwürdigen Herren AnuSdrüder rechnen kürsen, getraue ich mir, ohne!:!ich alS deren Dolmetscher anfwcrfen zu könne», oder zu wollen, tcnnoch in ihrem Namen Sic versichern zu kürsen. Und so flechten Sie noch einen Juwel mehr in die Krone Ihrer zahlreichen, unsterblichen Verdienst?, welche nebst der dankbaren Mitwelt die noch dankbarere Nachwelt mit goldenen, ewig glänzenden und unverwischbaren Lettern auf die Tafeln der jüdischen Geschichte auszeichnen wird*). Kula, 5. Juni 1663. •) 2»dcw ich lern rbrwnrdizrn, auch in weilen Kreisen rükmlich Manuln! Herrn Amiebrudcr für das in mich gesetzte A enraueu meinen rrgebenen Dank auSdrücke, erlaube ich nur z» bemerken, daß schon in der Deilage zu Nr. 13 dieses Blattes aus die von ihm gewsinichie Oingäbe hingewiescu wurde. Sobald mir zehn Rabbinen ihre Bcreitwilligkeit, rille (!ingabe gegen den 8id woro judaico zu outtrzeichnen. briestich erkart habe», werde ich mir die Freiheit nehme», dieselben uw die Abhaltung einer (tonserenz zu crsuchen. um ihnen den Eniwurs eines auf die gänzliche Abschaffung des üideS morö judaic» bezüglichen Me« morandumS zur Prüfung und Beschlußsassuuz vorzulezen. Scbr zwrckmäßig wäre es. wenn sich auch theologisch gebildete Laien der (?onserenz anschlitßrn würden. Ueber den Ort der (!onsercnz wird erst nach dem Amlauseu der Anmeldungen eine Vereinbarung bewerkstelliget werden körnen. Lin noch iiicmafs lMMer Aries Rosez Ren- DeCsfoQfis!). I. Einleitende Semerkungeu. In dem Augenblicke, in welchem der Leipziger Verein für die getstigen Interessen im Judenthume, gleichsam das offizielle Organ der Verehrung und der Verehrer Moses Mendelssohns, beflissen ist, daS HauS, in welchem der Weise anS Dessau daS Licht der Welt erblickte, zu erwerben, um dasselbe zu einer Werkstättc edlen Geistes zu weihen, und wo hervorragende Forscher, wie Earmolv und Kayserling, Alles emsig sammeln, ordnen und beleuchten, waS nur irgend geeignet ist, zur Charakteristik Mendelssohns und seiner Freunde einen Beitrag zn llefern, dürste auch folgen« dem Briefe kaum daS Recht, zur öffentlichen Kennlniß zu gelangen, streitig gemacht werden können. Der Brief, der im Originale vor mir liegt, ist Eigenthllm des allgemein geachteten Herrn Josef Rosenthal in Moor, an dessen Großvater er gerichtet wurde; die Mittheilung desselben verdanke ich dem wackern Lehrer, Herrn Roder in Moor. Die jüdischen Schriftzüge deS Briefes sind überraschend zierlich: noch überraschender ist die Zierlichkeit der dcutschtn Adresse: ״Herrn Herrn Naphtali Levin ״) in Moor. Pr. Eomorn in Ungarn." BcachtenSwerlh ist der Bries nicht nur als Dolmetscher der gedrückten Stimmung deS Filosofen, den anhaltende Kränklichkeit verhindert, sich in seinem eigentlichen Lebenselemcnte, der silososischen Spekulation, zu bewege:׳; sondern auch wegen deS Datums: 1776. AnS diesem Jahre ist in der Bricssamm.'iiiig Mendelssohns kein einziger Brief enrhalten. Nicht minder beachtenSwcrtl: ist der freittidschastliche, ja vertrauliche Ton, in welchem Mendelssohn zu Naphtali svricht. Er nennt denselben seinen Herzens- und brüderlichen Freund: eine Auszeichnung, welcher sich keiner der übrigen Eorrespondenten Mendelssohnrühmen konnte. Naphtali Lev in, der bisher in den Biografien MendelSsohnS gar nicht genannt wurde, wird also fortan einen Ehrenplatz unter den Freunden, und zwar unter den Jugeudfreunden Mendelssohns entnehmen. Auf eine Jugcndsreunkschast deutet der Schluß deS vorliegenden Briefes hin (בימי עולם)■ Auch war Naphtali, wie mir fein Sohn Salomo zu wiederholten Malen erzählte, ein Schüler deö Berliner Rabbiners David Fränkel, Verfassers deS Eommentars ״Korban Eda" zum Jernsalemischen Thalmud. Naphtali. ged. zn Raab 1727, war zwar jünger als sein Freund Moseö; aber auf den Jeschibolb, wo die ganze Stndentenschaft einem und demselben Vortrage beiwohnte, und die Studienzeit weder durch Normen, noch durch den UsuS begrenzt war, schlang sich oft auch um Jünger von verschie» denem Alter daS Band inniger Freundschaft. Und der Freund LessingS hatte sich seines ungarischen Schulgenossen und Jugendfreundes nicht zu schämen. Napbtali war allerdings kein Schriftsteller, aber seine thalmudische Gelehrsamkeit und weltliche Bildnng, seine wahrhaft großartige Wohlthätigkeit und die erfolgreiche Hingebung, mit welcher er die Interessen seiner Glaubensbrüder bei den Be« Hörden vertrat^), gewannen ihm die Sympathien der jüdi« scheu Gemeinden innerhalb und außerhalb Ungarns. Ihm