Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 4 (15.2.1867)
- Date
- 1867-02-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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■ ־ .' 109 Inhaltes' des' Morei; sowie einige Auszüge aus den ten zum dritten Theile, werden wir unsere Lesern hei anderer Gelegenheit vorlegen. Von gleich hohem Belange für die Geschichte der Filosofie und für die jüdische Religionsfilosofie sind Munk’s 1859 erschienenen Mölanges de Philosophie juive et arabe. Dieselben enthalten Sehern lob Ihn Falaqueras Auszüge aus dem Mekor Chajjim Salomo Ihn Gabirols jn hebräischer Sprache;; die französische Leber- Setzung derselben; eine Abhandlung über. Ihn Gabirol und seine Schriften; eine Analyse des Mekor Chajjim, und den Nachweis der Quellen uncl des Einflusses, den dieses Werk auf spätere Filosofen und Theologen ausgeübt hat. Darauf folgt eine Darstellung der vorztiglichsten arabischen Filosofen und ihrer Lehren. Nach Vöräusschickung einer allgemeinen Lebersicht werden, namentlich behandelt: :Al-Kendi, Al-Farabi, Ibn-Sina, Al-Gazali, Ibn Baöscba, Ibn TofaiT, Ibn Roschd. Den Schluss bildet eine Untersuchung, über die Filosofie bei den Juden,‘ die auf die biblische und talmudische Zeit zurückgebt, und sich über das ganze Mittelalter, bis zum Ende 'des fünfzehnten Jahrhunderts, erstreckt, wo mit der: Vertreibung der Juden aus Spanien die Vertreibung der Filosofie aus den jüdischen Schulen zusammenfiel. Die Rücksicht auf deh allgemeinen Entwicklungsgang im Ganzen und Grossen geht in diesen Abhandlungen mit def5 genauesten Sorgfalt für die betreffenden Spezialitäfen Hand in Hand. Die' späteren Jahre der schriftstellerischen Thätigkeit Munks waren, wie aus dem Gesagten erhellt, den filosofiscen Werken des Mittelalters ׳ gewidmet. In früheren Jahren hat er sich viel mit semitisch-sprachlichen, historischen und archäologischen, sowie mit exegetischen Studien beschäftiget. In dieser Richtung brauchen wir nur auf die bibliografischen Verzeichnisse bei Fürst und Steinschneider und auf den hervorragenden Antheil hinzuweisen, welchen Münk an Cahens Bibelbearbeitung nahm. * Nicht nur einzelne Abhandlungen lieferte er, welche den Werth dieses Bibelwerkes bedeutend erhölien; er scheint überhaupt auf die Abfassung des ICommentars zu den später erschienenen biblischen Büchern Einfluss geübt zu haben. Darauf deuten mindestens die Worte hin, welche wir seiner Vorbemerkung zum ״Saadias“ entnehmen: ״Die Leser werden in den Nöten des Herrn Cahen nicht mehr jenem etwas leichten Tone begegnen, der zuweilen verletzen konnte, noch den Reminiszenzen der Filosofie eines andern Jahrhunderts, die unter den deutschen Rationalisten niemals Anklang gefanden haben, in denen aber ein französischer Ratiönalist einen Augenblick befangen sein konnte, ohne desshalb die bitteren Vorwürfe zu verdienen-, die ihm gemacht wurden.“ (9, 71). Munk selbst war,, wiewol fast ausschliesslich französischer Schriftsteller, dennoch nicht französischer, sondern deutscher, von tiefem sittlichen und religiösen Ernste durchdrungener Rationalist. Er bekennet sich unumwunden zum Rationalismus. In seiner Prüfung der Rezensionen, die über den ersten Band des Cahen’schen Bibelwerkes erschienen wären,' sägt er: ״Die Zeit des Zwanges ist für immer vorüber. Der freie Mensch wi’l allenthalben frei sein. Die materielle und politische Emanzipation genügt ihm nicht. Er weiss, dass es noch eine höhere Freiheit gibt: die Freiheit des Gedankens und des Glaubens. Er sieht mit Bedauern die süssen Illusionen schwinden, die den Reiz seines Kindesalters ausmachten; aber die-Vernunft fordert es, und er opfert diese Illusionen auf dem Altäre der Wahrheit, träglticklieh ist derjenige, der sich aus Eitelkeit lossagt von dem Glauben und den Leberlieferungen seiner Väter. Wir müssen diejenigen achten, die, von einer tiefen Ue berzeugung geleitet, nichts als die Stimme ihres GewissenS hören. Aber Ehre einem Jeglichen, der seiner Vernunft zu folgen versteht, ohne das Gewissen aüfzupffern, und der in dieser Vernunft die göttliche Offenbarung wiederfindet, die er sonst nur ausserhalb seiner selbst suchte, auf dem . Gipfel des Sinai , an den Lfern des Jordan, auf der Höhe Jerusalems1־ (Cahens Bibel XI). Dieser Rationalismus verhinderte ihn.weder seinen ehrenvollen Sitz in dem Zentralkönsistofium ' eimümehifiefg noch für Israels Monotheisin in die Schranken, zu treten, als Schriftsteller ersten Ranges es. wägten, denselben auf einen semitischen Instinkt zu reduziren. Merkwürdig genug, gab es selbst unterrichtetem Leute,, die weder die Tragweite dieser gewichtigen Apologetik‘•Berf•׳ griffen, noch selbst von der Veranlassung, dazu Kenntniss hatten, und sich gleichwol für berechtigt hielten, über die dem gelehrten und gesinnüngswarmen Apölogeten dargebrachte dankbare Anerkennung anmasslich abzuurtheilen. ... . . ' Wie die Kenntniss der Filosofie des Mittelalters^ wurde auch die Kenntniss der hebräischen Grammatik und Exegese dieser Geschichtsperiode durch Munk auf eine sehr erfolgreiche Weise gefördert. Eine wahre. Fundgrube vielfacher Belehrung ist seine 1830 im ״Journal Asiatique“ erschienene, von Dr. Fürst ins Deutsehe übersetzte, Abhandlung über Abu’l-Walid Merwan Ibn Ganach und über!. inige hebräische grammatische Schriftsteller des eiiften Jahrhunderts. Hier wird auch >7 •־ U i zum ersten Male gezeigt, dass die Karäer das Feld der hebräischen Grammatik früher Anbauten als die Rabbaniten, und dass auch der Impuls zu einer gesundem Exegese von Elfteren ausging, wie sie es denn auch waren, die unter dem Einflüsse der moslemischen Motekällenim, deren Namen sie sogar ännehmen, die zu einer systematischen und rationellen, von filosofischer Spekulation getragenen jüdischen Theologie den Grund legten (Mel. 272). In den letzten Jahren wurde die Einsicht in das Karäerthum und die karaitische Literatur mittelbar von dem Karäer Abraham Firkowitsch, unmittelbar von dem inmitten seiner wissenschaftlichen Arbeiten vom Tode überraschten Pinsker bedeutend erweitert, nicht ohne dass manche unrechtmässige, zum * -