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Ben Chananja · 1864-07-20 · 29 (20.7.1864) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
29 (20.7.1864)
Date
1864-07-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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597 598 י rung, nicht nur unser gütiger Kaiser allein, sondern das ganze Haus Habsburg auch nnserm Volke mit Liebe entgegenkam und auch die Gründung von Wohlthätigkeilsvereinen beförderte. Das Gebet für Fürst und Vaterland wurde vor geöffneter Lade verrichtet und zum Schluffe der Rede dem VereinSvorstande, den Vereinsmitgliedern und allen Anwesenden der Segen ertheilt. Darauf wurde vom Chor der ISO. Psalm abgesungen. Der sehr geachtete und verehrte Rabbiner und Prediger Dr. Hübsch") betrat dann die Kanzel und hielt die Festrede. Im 1. Thcile derselben wurde vom Zweck der ה״ק, im 2. über die Zeiten, die dieser Verein dnrchgemacht und im 3. über die Gegenwart und die Zukunft desselben gesprochen. Der 1. Theil bot den Freunde» der vom jüdischen Geiste getragenen Predigt viel des Interessanten dar, der zweite hielt der historischen Momente wegen sämmtliche Zuhörer in steter.Spannung. Man lauschte auf jedes der Worte, da der geschätzte Redner die bezüglich dieses Vereines sehr wichtigen Daten mit vielem Fleiß« gesammelt zu haben scheint. Die alten Zeiten und die ehrwürdigen Männer dieser Zeiten wurden nnserm Geiste vocgeführt. Mit wehmüthiger Rührung vernahmen wir, wie Menschen gegen Menschen unmenschlich Handelten; wie man auch dem Tode mit doppelten Schrecken entgegen sah, weil er Fürchterliches mit sich führte. Im Jahre 6319 war Konfiskation aller hebräischen Bücher; auch ein Brand, der den größten Theil der Judenstadt einäscherte. Im Jahre 5321 Vertreibung der Juden bis auf zwölf Familien. Durch Verwendung dieser, iuSbesonderS durch die des Mardechai bar Gerson ha Kohen (Mordechai Zemach) kehrten jene im Nissan des Jahres 5322 wieder heim, doch i» traurigem Zustande. Der Stammbrief sagt hierüber: Viele von den Ausgewanderten kehrten nicht mehr heim. מהם הלכו לארצות אחרות מסני הרעה, מהם מתו בצרה ויגון ואנחה ורעב ומהומה. Die Gemeinde glich einem Garten, dessen Zaun eingerissen, dessen schönste Pflanzungen darniederlagen. Nichts aber ging ihnen so nahe ans Herz, als daß sie unter diesem Kampfe mit dem Leben auch keinem ruhigen Tob entgegensetzen konnten. Es war Niemand da, der sich mit der Bestattung der Todten beschäftigt hätte, zwei gefühllose Menschen ausgenommen, die ein lukratives Gewerbe daraus machten, so daß man Vorsicht halber bei gesundem Leibe über seine eigene Bestattung nach dem Tode unterhandelte, sonst kannten ihre Erpressungen keine Grenzen. Das erste und darum grüßte Verdienst um diesen Verein erwarb sich der Gründer desselben: Rabbi Mieser Aschkenasi, Soh« des Rabbi EliaS des Arztes. Der geehrte Redner wies die Identität dieses mit dem Verfasser des 'מעשה ארג׳ nach. Nicht nur die völlige Gleichheit der Namen spricht dafür, sondern auch, der Umstand, daß der Letztere in der Einleitung seines Wirkens יוסיף לקה ausdrücklich sagt: daß er bis zum Jahre 5321 vom Glücke begünstigt gewesen, zur Zeit der Vertreibung aber um Hab und Gut gekommen, und dann wieder zurückgekehrt sei. Im Jahre 5324 (1564) muß er noch in Prag gewesen sein, da er in diesem Jahre den Verein gründete. Dann scheint ein Umstand «ingetreten zu sein, der ihn nöthigte, seinen Aufenthaltsort zu verlassen und nach Egypten zu gehen. Auch über den zweiten, der zur Gründung des Vereines wesentlich beitrug, über Mardechai Zemach, wurden nähere Daten gegeben. Der große nnd berühmte מהרל hat durch seine Einrichtungen תקמת dem Verein Festigkeit verliehen. Es ist daher auch sein Name bei dem Vereine im gesegneten Andenken geblieben. Die rühmlichst bekannten Rabbinen Ezechiel Landau und Eleasar Flekeles waren die letzten der Alten, die sich bleibende Verdienste um de» Verein erworben hdben. Schon des 2. Theiles wegen wäre es zu wünschen, **) Herr Rabbiner und Prediger Dr. Kämpf, der alljährlich der eigentliche Festredner der ח״ק ist und auch in diesem Jahre am ערה שבט im Vereinssaale einen sehr gelungenen herrlichen Vortrag hielt, hak diesmal zu Gunsten seines würdigen Kollegen auf diese Ehre gewiß gern verzichtet. daß die Rede durch den Druck veröffentlicht werde. Der 3. Theil schloß sich würdig dem 2. an. Der Redner sprach in demselben über das fegenreiche Wirken des Vereinsvorstandes, wie alles Mögliche gethan wird, um dem Zwecke des Vereines und den Anforderungen des Ortes und der Zeit Rechnung zu tragen, und wie das Wirken desselben nach allen Seiten hin ein wohlthätigeS sei. Unter Anderm sagte der begeisterte Redner, daß cs auch ihn freue, zu seben, wie die hiesige Gemeinde das Alte würdig ehrt und dennoch den Anforderungen der Zelt Genüge leiftet. Der Eindruck, den die Rede auf die Zuhörer machte, war ein überaus angenehmer. Das Amen, in welches am Schluffe der Rede von Allen laut eingestimmt wurde, zeigte es zur Genüge , daß der geehrte Redner Allen aus und zu dem Herzen gesprochen. Der Schluß der Rede bestand ans frommen Wünschen und Gebeten für das Wohl des Vereines und aller Glieder desselben und der Gemeinde. Auch wir können nicht umhin den Wunsch auszusprechen: Gott segne diese Gemeinde und ihre Vertreter, segne ihre gcistlichcn Häupter, die zur Hebung ver Gemeinde und des Judeiithums Mitwirken. Dem Vereine der וג״ת p"R möge er wie bisher auch ferner seinen Beistand angedeihen lassen, damit nach hundert Jahren ein neues Geschlecht rühmend auch die nennen könne, welche jetzt ihrer Ahnen würdig gedachten. Das Andenken der Edlen wird immer gesegnet bleiben! (Schluß folgt.) Berichtigung. Die Worte: ״Das Reine gelangt zum Reinen" in der Beilage zu Nr. 27 C. 2. sind das Motto zu dem Artikel des Herrn Dukes. Das.,c. 565, Z. 17 von oben ist zu lesen: Es sind nicht unsere hö- Heren Stimmungen. Bemerkungen. Aus Mangel an Raum mußten mehrere Korrespondenzartikel für die nächste Nummer zurückgelegt werden. Hrn. F. in K. Wirb erscheinen. Inserate. Konkurs. (1-3) Für die hier zu errichtende Commcrcial-Schule wird ein geprüster Realschullehrer, der nächst Comercialien im Hebräischen und Französischen vollständig Uulerncht ertheilen kann, gesucht. Die Aufnahme geschieht vorläufig auf drei Jahre mit einem jährlichen Gehalte von 700 fl. ö. W. und wird bei erlangter Zusriedenheit eine, Besserung von 100 fl. in Aussicht gestellt. Bewerber um diese Stelle wollen ihre Befähigungszeugnisse bis IS. September a. 6. an den Gefertigten einsenden. Baja in Ungarn, im Juli 1864. Dimon IMer. Im Berlage von C. M- HellMtMN's Buchdruckerei in Wien, Landstraße, Eisenbahuviadukt Nr. 44 erschien soeben und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen (in Wien durch I. Knöpfet macher & Söhne, Stadt, Seitenstältengasfe Nr. 4, im Gebäude des alten israelitischen Tempels). Jahrbuch für Freunde der Hebräischen Sprache und Literatur 5625 (nebst dem Kalender für dieses Jahr), unter Mitwirkung der berühmtesten jüdischen Gelehrten und Meister der hebräischen Sprache unserer Zeit. Herausgegeben von 4X7. Keller. 18*4 Sogen 8. in Umschlag broschirt. Ladenpreis 1 fl, 2Skr.; — mit freier Postversendung 1 fl. SO kr. österr. Währ. (2—2) Szegedin, j Leipzig, Srllistvrrtag der Redaktion. * LommWous-Verlag von Frans Wagner. Druck von Sigmund Burger in Szegedi».

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