Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 4 (1861)
- Issue
- 34 (23.8.1861)
- Date
- 1861-08-23
- Page
- Seite 299 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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299 (Mott, Wahrheit. Tilgend zu erfassen strebt, wird das höhere Erkennt- »ißvermögen genannt. Muß da auch eine sinnliche Anschauung vorausgehen? Der Satz: non 68t in intelleetu, qttod non fuit in seusu bat eben zur kaiitischcn Lehre hingeführt, daß Gott und Tugend keine Objekte des ErkcnntnißvermögenS, sondern lediglich Postnlate d. praktischeu Vernunft sind. 10. Bildung des AnschallllilgSverlnögens. Wie paßt zur Erläuterung des AnschaunngsvermögenS vcrmitteist des Beispiels an einem Apfel, der Satz: ״Unendliche Begriffe »»lsscn daher zu unrichtigen Nrtheilcn führen, daher kommt cs, daß so viele Menschen unrichtig nrtheileu, weil sie nicht gelernt haben, ventliche Begriffe aufznfasscn? — Soll wvl heißen Begriffe deutlich auszufaffen. — War doch d. Rede noch nicht v. Begriffen und llrtheilcn! 11. Bildung des iiincrn Sinnes. Ist dem Vers. Selbstkenntniß; das wird aber kein Psycholog »nterschreiben. 12. Blldnng des Sprachvcrmögenö. 13. Bon der EinbildilngSkrast. Das Sprachvermogen zwischen den innern Sinn und die Einbildungskraft zu setzen, ist logisch nicht gerechtfertigt. Der Vers, identifizirt Einbildniigskrast und Fantasie-, sie sind ihm die Kraft, mittelst welcher inan aus den gehabten Anschauungen neue Bilder hervorbringt, waö kein Psycholog ilntcrschreiben wird. II. Vom Gcdächtniß. 15. Bildung des Verstandes. 16. Bildung der Urthcilskraft. 17. Bildung der Vernunft. ״Vernunft ist die Seclenkraft mit welcher wir das göttliche ahnen, wodurch der Mensch Sinn für alles Wahre und Schöne, für alles Gute und Edle zeigt." Wer ist der Ersinder dieser Definition? 4. Absch. das Gefühlsvermögen. 18. Bildung desselben. 19. Allgem. Mittel der Gefühle. 20. Bildung der sinnlichen Gefühle. 21. Bildung des Mitgefühls. 22. Bildnng des Wahrheitsgefühlö. 23. Biltnng des Sittlichkeitsgesühles. 24. Bildung des SchönheitSgefühleS. ״Schon ist alles, was das Wohlgefallen sittlich vernünftiger Menschen erregt." Aber ein Gemälde ist auch schon, ohne in'S Reich der Sittlichkeit zu gehören. Die gegebene Difinition passet nur auf das Sittlich-Schöne, auf das Moralische. 25. Bildung des religiösen Gefühls. ״Daß Israel seinem ehrenvollen Ruse (Berufe) treulich nachgekommen, lehrt seine dreitausendjährige Geschichte." Die Erfüllung diescr Mission datirt seit längerer Zeit. 5. Absch. das Begchrungsvermögen. 26. Bildnng desselben. 27. Soll heiße» a) durch gute Angewöhnung. 28. Gewöhnung an Gehorsam belegt durch eine anschauliche Erzählung aus dem Irrgarten. 29. Gewöhnung an Ehrerbietung. 30. Gewöhnung an Aufmerksamkeit. 31. Gewöhnung an Ordnung. 32. Gewöhnung an Fleiß. 33. Gewöhnung' an Wohlanständigkeit, Reinlichkeit und Schamhaftigkeit. 34. Gewöhnung an Genügsamkeit und Sparsamkeit. 35. Gewöhnung an Wahrheitsliebe. 36. An Verträglichkeit. 37. An Demnth und Bescheidenheit. 38. An Dienstfertigfeit. 39. An Redlichkeit. Dann bespricht das Buch noch die Heilung einzelner Gebrechen, die Lohn- und Strafmittel. Das Buch als Auszug aus Niemeier ist empfehlenöwerth für Eltern und Erzieher — aller Konfessionen. Geschichte d. jüd. Reformation von Di•. Jmm. Heim. Ritter. 2. Tb.: David Friedländer. Auch unter d. Doppeltitel: Dav. Friedländer. Sein Leben u. s. Wirken im Zusammenhänge mit den gleichzeitigen Kulturverhältniffen und Reformbestrebungen im Judenthum, dargestellt von Dr. I. H. R. Berlin, W. I. Peiser. 1861. 8. 174. Vorliegende Schrift schließt sich an den ersten Theil d. Gesch. d. jüd. Ref. an, welcher Mendelssohn gewidmet ist. Für den Herrn Vers, ist der Standpunkt d. Berliner Reformgemeinde in seinen Motiven und Konsequenzen das letzte Ziel aller jüd. Reformbestrebungen. Von diesem Standpunkte aus beurtheilt und würdiget ec die Koryfäen der Meudelssohn'schcn Schule. Zn d. vorl. Theile wird David Friedländer- (geb. in Königsberg 6. Dez. 1750; gest. zu Berlin 25. Dez. 1834) von feiner Jugend bis zu feinem Grabe begleitet. Friedländer hat sich ohne Zweifel um die kulturelle Hebung der deutschen, um die Verbeffcrnng der bürgerlichen Lage der preußischen Juden, wie nicht minder um die Anstalten der jüd. Gemeinde in Berlin unsterbliche Berdienstc erworben, welche auch von Jost, Stern und Anderen nach Gebülir gewürdigt worden find. Die Stelle, welche Dav. Fricdl. in der >üd. Religiouögcschichtc gebührt, scheint uns in der vorliegenden Monografie noch nicht bezeichnet zu sein. Der kurze Prozeß, de» die Berliner Schule mit der bei weitem nicht gehörig erkannten Vergangenheit machte, in weder theologisch, noch überhaupt wissenschaftlich begründet; der tief eingehenden historischen Forschung wird Friedländer'S reformatorischcs Wirken als ein wohlgemeinter, aber durchaus haltloser Dilettantismus erscheinen. Auch Nafthali Hartwig Wessely ist nicht nach seiner relrgions-gcschichtlichen Bedeutung gcwürdiget, indem seine Versuche, zwischeu der thalmudischeu und grammatischen Eregese eine Versöhnung zu bewerkstelligen, ebensowenig berührt sind, als seine eigenthümlicheu psychologischen Aiischannngeu. Auch das hermeneutische Moment der ״Mosaide" ist mit Stillschweigen übergangen. Nichtsdestoweniger enthält das vorl. Merkchen viele dankenswcrthe spezielle Aufschlüsse, und selbst das Bekannte ist aus eine anziehende Weise zusammeugestellt. Besonders verdienstlich ist die eingehende Darstellung der Verdienste, welcbe sich Friedländer um die bürgerl. Verbesserung der Juden in Preußen erworben. Noch heutzutage verdienen Fr.'S Worte hervorgehoben z:> werden, daß man dem Juden nicht sage: ״Gehe, mache dich erst fähig dem Staate so nützlich und brauchbar zu sein, wie cs die anderen sind, dann kannst du auch die Vortheile der Gesellschaft genießen; son> dern umgekehrt. man muß mit der Befreiung ansangen, um jene Brauchbarkeit zu bewirken." Das Werkchen ist als willkommene Bereicheruug der neuern Geschichtsliteratur der weitesten Verbreitung würdig, welche cs ohne Zweifel auch finden wird. Die Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. Zur Alexander-Gage. V. W. E. Ster». Wien, 1861. Filipp Bendiner. 8. 5 nnpag. Bl. 11. 35 S. Ans Jellinck'S Anregung hat der rühmlichst bekannte Vers, die dritte Pforte des ״Mussare Ha-Filuffufim" auf sehr anziehende Weise in'S Deutsche übersetzt. Das arabische Original ״Adab el-silosafie" von Honein bcn Jshak ist von Jehuda Alcharisi ins Hebräische übertragen worden. Der Herr Verf. sagt in der Einleitung, daß eben die dritte Pforte in den meisten Handschriften des ״Mussare Ha-Filusufim" fehlt, und daß der hebräische Tert sehr korrumpirt ist. Es wäre daher sel׳r verdienstlich gewesen, auch den hebräischen Tert zu ediren, wie denn überhaupt eine den Anforderungen der Wissenschaft entsprechende Edition des ״Mnssare Ha-Filnfttsim" den Freunden der bezüglichen Literatur sehr willkommen wäre. Da uns das hebr. Original, aus welchem die vorliegende Uebersetznng geflossen, nicht vorliegt, so müssen wir uns jeden UrtheilS enthalten. Die Uebersetznng liest sich sehr angenehm, und wird ohne Zweifel weite Verbreitung finden. Rede bei der Vermählung d. H. A. A. Feigl mit Fr. Flora Hirschfeit). Von Dr. Adolf Jellinek. Wien, 1861. Förster und Brüder. 8. 14. Die in d. Bl. bereits besprochene Traurede, welche in Li»; so viel Aufsehen machte, liegt nunmehr gedruckt vor. Dieselbe ist eine Verherrlichung des jüd. Familienslebeus, und werden zu diesem Behüte