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Ben Chananja · 1860-01-01 · 1 (1860) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
1 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 42 (sequence 42)
Language
German
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— 42 — Antikritiken unt) . Mntwott auf die Antikritik des Herrn L. R. Landau Ln der ״Allgemeinen Zeitung des Judenthums." Nro. 49. Beilage. Die so eben mir zu Gesichte gekommene Antikritik befriedigt mich vollkommen. Sie bestätigt meine Vermuthung, daß der Theil der Pesther Gemeinde, welche Hr. Landau vertritt, dem Geschmacke huldigt, welchen zu bekämpfen ich mir erlaubte, weil ich die Ueberzeugung habe, daß jüngere Volksredner auf Irrwege gerathen würden, wenn sie dem gegebenen Beispiele folgten. Bei Beurtheilnng einer Dru ckschri ft habe ich nicht zu prüfen, welche Ab sichten der Einsender habe, sondern nur, ob er vermöge seines Wirkungskreises berufen sei, mich zu einem Nrtheil zu veranlassen. Der Herausgeber einer theologischen Zeitschrift hat diesen Beruf, und ich erfülle, als vieljähriger Mitarbeiter der bedeutendsten Literatur-Zeitungen, den meinigen, wenn ich ohne allen Nebenzweck rein dasjenige schreibe, was ich mit Gewissenhaftigkeit aussprechen kann. Es steht anderen Kennern frei, mein Urtheil zu widerlegen; dazu ist ja die Oeffentlichkeit! So werde ich stets verfahren. Die Antikritik kann mich nicht zurückschrecken. Von Persönlichkeiten halte ich mich stets fern, und der Verfasser der Antikritik hätte besser gethan, seinen Schlnßwitz zu nnterdrücken, der offenbar auf diejenigen zurückfällt, die er in Schutz nimmt. — Wenn aber die Antikritik hauptsächlich den Umstand betont, daß ich eine Fehde beginne gegen die ganze Richtung der Predigt, die durch die Herausgabe jener Rede sich zu erkennen gibt, so trifft sie den Nagel auf den Kopf. Nur darin irrt sie, daß sie glaubt, ich wolle der faden und flachen Manier das Wort reden, welche den ganzen Werth der Rede in logische Eintheilung und schnlgemäße Ausarbeitung setzt, der Fantasie aber und der schönen Dichtung den Zugang versperrt. Der Midrasch ist nach meiner eigenen Darstellung in dem Geschichtswerke die reichste und belebendste Quelle erbaulicher Unterhaltung, und diesen Schatz unbenützt lassen hieße, unser herrlichstes Besitzthum verkenneu. Was wir von der neuen Predigt verlangen, ist vielmehr dessen recht ergiebige Anwendung, jedoch ohne Aufopferung der Denkgesetze, und ohne Verletzung des in unserer Zeit geläuterten Geschmackes. Mich hat niemals etwas mehr angewidert, als die für den Jakebsohn'schen Tempel im Jahre 1816 verfaßten Vorträge ä la Spalding et Zollikofer, beiten David Friedländer, gewiß sehr ehrwürdigen Andenkens, den Preis zuerkannte: sie waren matt und langweilig, und eine ganze Reihe anderer ähnlicher Reden, vermochten trotz eingeflochtener Blumen und Schnörkel die Aufmerksamkeit nicht zu gewinnen, und es ging uns zur Zeit des Andachtssaales in Frankfurt, in welchem ich selbst seit 1835 mitwirkte, offen gesagt, weil der Midrasch fast in Verruf war, nicht viel besser, obwol für Rhetorik gut gesorgt war. — Wenn einer der Predigt wieder ein neues Ansehen verschaffte, so war es unser Rabbiner

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