Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 18S — Em Wort üöer Korrektheit Des hebräischen itusönuäes im neuern Schriftthum. Von vr. 3. M. 30fl. Wer durch Briefwechsel nach den östlichen Gemeinden Gelegenheit hat, den Fortgang des hebräischen Styls in unfern Zeiten vielseitig zu beob, achten, wird sich immer mehr überzeugen, daß wir uns über den Verfall der Gewandtheit im hebräischen Ausdrucke nicht eigentlich zu beklagen haben. Die Zahl derer, welche die hebräische Sprache sich so weit aneignen, um sich ihrer schriftlich zu bedienen, hat natürlich in den Ländern, die einen ausgedehnteren Bildungskreis sich immer mehr zur Pflicht machen, sehr abgenommen, und selbst in den östlichen Ländern dringt sich denen, welche mit dem Auslande in Briefverkehr stehen, die Notwendigkeit auf, eine der lebenden Sprachen im Geschäftsleben zu gebrauchen. Das Hebräische ist nicht mehr Bedürfniß, wird daher auch weniger angebaut. Aber eine erfreuliche Thatsache läßt sich nicht ver.״ kennen, daß diejenigen, welche noch den hebräischen Studien mit Ernst obliegen, und sei es aus Bequemlichkeit, weil ihnen der Ausdruck geläufig ist, sei es aus Liebe zur kunstmäßigen Anwendung derselben, gern ihre Gedanken im hebräischen Ausdrucke mittheilen, im Allgemeinen reiner, klarer und wohlgefälliger schreiben, als die des jüngst verflossenen Zeitalters, in welchem mit Ausnahme einiger Koryfäen, wohin z. B. Jakob Emden (gest. 1778), Hartwig Wessely (gest. 1805), David Friedländer (gest. 1834), Isaak Euchel (gest. 1804), David Friedrichsfeld (gest. 1808), und eine ziemliche Anzahl sehr tüchtiger Dilettanten gehören, gerade die amtlichen Vertreter hebräischer Studien einen wahrhaft barbarischen Styl schrieben. Aber indem wir den seit etwa 100 Jahren gethanen Fortschritt anerkennen, dürfen wir doch nicht übersehen, daß mehrere*Abstufungen, und wenn man will, Richtungen in den Bestrebungen, die hebräische Sprache wieder zu Ansehen zu bringen, wahrgenommen werden, welche zugleich einen Blick in die Entwickelung derselben eröffnen, und die bei weiterer Förderung dieser Studien lehrreiche Winke darbieten. Es kann nicht unsere Absicht hier sein, diese Frage erschöpfend zu behandeln, und überall die nöthigen Belege beizubringen, das würde mehr Raum und Zeit erfordern, als eine Zeitschrift den bloßen Liebhabereien zuzuwenden vermag; indeß wird es zunächst gestattet sein, auf eine Bemerkung hin zu weisen, welche den angehenden Freunden des hebräischen Ausdruckes schon deßhalb wichtig sein muß, als sie vor einer Klippe warnt, an welcher der Styl gar oft scheitert, und namentlich die neuesten Erzeugniffe, ich meine die des jüngsten Menschenalters, also der höheren Entwickelungsstufe, lecke geworden find. Wir haben gefunden, daß nicht etwa die ungeübten Anfänger, zu denen in Betreff des hebräischen Ausdruckes meist die hochstudirten Sprachkenner einerseits L unb die unermüdlichen Musenknechte, welche