Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 7 (1913)
- Issue
- 45 (7.11.1913)
- Date
- 1913-11-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Der Bau eines Hafens in Jaffa: . Nach einer Meldung der hiesigen Zeitiing „Hacheruth“ wird die französische Eisenbahngesellschaft Jaffa—Jerusalem, die die Konzession für den Bau des Jaffaer Hafens erworben hat, die Bauarbeiten schon am Anfang des nächsten Jahres in Angriff nehmen. Der Hafen wird drei-; mal so groß sein wie der Beiruter Hafen. Die ' Kosten sollen 25,000.000 Frcs. betragen.! j Ein archäologisches Institut in Palästina. j Baron Edmund Rothschild ist es gelungen, ein großes Gebiet in Palästina zum Zwecke archäologischer Studien anzukaufen. Der Baron hofft, [mehrere Gräber und Reliquien aus der | Zeit des jüdischen Reiches ans Licht zu brin- : gen und die Gegenstände in einem Gebäude unterzubringen, das auf dem genannten Gebiet errichtet und zu einem jüdischen Museum ausgestaltet werden soll. Da die kaiserliche Erlaubnis bereits eingetroffen ist, soll mit den Forschungsarbeiten demnächst begonnen werden. * Anerkennung des Jaffaer Hebräischen Gymnasiums. Von einigen großen westeuropäischen Universitäten (Berlin, Wien, Paris) ist auf Anfrage die schriftliche Erklärung eingegangen, daß sie das Reifezeugnis des ersten hebräischen Gymnasiums in Jaffa als vollgültig anerkennen. An anderen westeuropäischen Universitäten sind bereits Absolventen des Hebräischen Gymnasiums immatrikulier L Interessant ist, daß die Universität einen Schüler des Jaffaer Gymnasiums, der nur die Prüfung der siebenten Klasse (Unterprima) bestanden hat, mit der Bedingung immatrikulierte, daß er sich verpflichte, im Laufe der nächsten fünf Jahre das Abiturientenexamen am Jaffaer Gymnasium zu bestehen. L. Goldschmidt Juwelier I., Franz Josefs-Kai 33 (Hotel Metropole) Uebemimmt Umarbeitungen von altem Schmuck. Reparaturen prompt und billig. 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November 1913: Sonntag, den 9., Eröffnungs-Abend: „Elia, der Gaon von Wilna“, Rabbiner Dr. Armin Abeies; Montag, den 10., Deutscher Literatur-Zyklus, erster Abend; Dienstag, den 11., „Der Umgang mit Aemtern und Behörden“, Dr. Friedrich Fischl; Mittwoch, den 12., „Sozial-Pädagogisches“, Lehrer Georg. Schmied!; Donnerstag, den 13., „Der Jude und seine Literatur“, Franz Oesterreicher; Freitag, den 14., Bibelvortrag. Wien. Die Jüdisch-akademische Verbindung „Ivria“ teilt mit, daß der nächste Vortrag in jder Reihe der „Jüdischen Vortragsabende“ am Montag, den 10. d. M., um* 7 Uhr abends, stattfindet; A. H. Ing. Fried spricht über „Zionismus und Moderne“, ein Thema, dasin einem früheren Vortrage auf der Bude bereits Gg. Adolf Böhm besprochen hat. Gleichzeitig wird, da die letzten Vorträge durch ein Versehen bedauerlicherweise nicht angekündigt waren, hiermit bekanntgegeben, daß diese Vortragsabende jeden Montag, um 7 Uhr, auf der Bude, IX., Glasergasse 4 a, stattfinden. Wien. Am Samstag, den S. November, um 2 Uhr nachmittags, findet im Cafe „Jägerhof“, IX., Porzellangasse, eine Präsidialkonferenz statt, zu welcher die Vertreter der Ferialverbindungen geladen sind. Wien. (Verband ehemaliger zionistischer Hochschüler.) Mittwoch, den 12. November, spricht Dr. Zweig über „M i s c h e h e“. Gäste willkommen. Zeit: Präzise halb 9 Uhr abends. Ort: Cafe Pucher. Wien. (Zionistischer Mädchenverein „Moria“.) Montag, den 11. d. M., findet im Vereinslokale, II., Leopoldsgasse 31, ein Diskussionsabend statt. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Akad.-soz. Verein „Cheiruth“.) Die am 27. Oktober 1913 abgehaltene Generalversammlung nahm den vorgelegten Rechenschaftsbericht mit voller Befriedigung zur Kenntnis und wählte hierauf für das Arbeitsjahr 1913/14 zum Obmann: Gg. J. K rum holz, zum Sekretär: Gg. M. Silpe, zum Kassier: Gg. A. R iwutzky. zum Bibliothekar: Gg. M. B i 11 o r. Zuschriften für den Verein sind zu richten an Jakob Krumholz, Wien, II., Große Mohrengasse 34/7. Wien. („Bar-Kochba“.) Das Ergebnis der Ausschußwahien in folgendes: J. U. C. A. Eisenstein, Präses; J. U/ C. D. Schutzmann, Vizepräses; J. U. C. Os. Blumenfeld, I. Schriftführer; Dr. med. J. Goldschlag, II. Schriftführer; M. U. C. Os. Raps, Kassier. Wien. (Akad. Verein jüd. Mediziner.) Ergebnis der Ausschußwahlen für das Wintersemester 1913/14: Obmann: Otto Gersuny, 1. Stellvertreter: Theord. Sussmann, 2. Stellvertreter: Otto Lichtwitz, 1. Schriftführer: Walter Reiss, 2. Schriftführer: Viktor Gold, Kassier: Jak. Presser, Zeitungsverweserin: Frl. Mela Bloch, Bibliothekar: Ludw. Jaul, Oekonom: Mair Eirew. Wien. (Jüd.-akad. Rede- und Lesehalle.) Die Wählen in den Ausschuß für das Wintersemester 1913/14 hatten folgendes Ergebnis: cand. ing. Walter Hersch, Präses; cand. mech. Ernst Ultmann, Vizepräses; cand. mech. Max Wallis, Schriftführer. Wien. (Jüdische akademische Verbindung „Zephirah“.) Die Wahlen für das Wintersemester 1913/14 ergaben nachstehendes Resultat: M. U. C. Ferdinand Sternlieb x (xxx, xxFx, xxFx), J. U. C. Felix Loria xxFx (xxx), j. U. C. Otto Herzka xxx. Wien. (Jüdische akademische Verbindung „Unitas“.) Die Chargenwahlen für das Wintersemester 1913/14 ergaben folgendes Resultat: J. U. C. Kurt Epler x (xxx), M. U. C. Emst CHirsch xx, Fx (xxx), M. U. C. Siegfried H. Rauchwerger xxx. Wien. (Jüdische akademische Verbindung „Charitas“.) Chargenwahlen: ing. Hersch Weichselbaum x,xxx; jur. Marzeil Glesinger xxFx. Wien. („Theologia“ Verein jüd. Hochschüler an der isr. theol. Lehranstalt.) Die Wahlen für das Wintersemester 1913/14 ergaben folgendes Resultat: Präses: Dr. Isidor Kohn; Vizepräses: Alexander Schorr; Kassier: H. Schulsinger; I. Schriftführer: Julius Augapfel; II. Schriftführer: Zwi Semmel; Nf.-K.: Srul Kohn. Wien. (Vereinigung jüdischer Hochschüler aus den südslavischen Ländern „Bar Giora“.) Ergebnis der Vereinswahlen: Präses: R. Rosner, med.; Vizepräs.: E. Naschitz, med.; I. Schriftführer: J. Israel, techn.; II. Schriftf.: A. Stark, med.; Kassier: Ch. Altarac, med.; Nationalf.-K.: Nevorah, st. ing.; Bibliothekar: L. Pinto, med. Wien. Der „Misrachi“ eröffnet in der nächsten Woche einen Abendkurs für junge Leute für hebräische Sprache und Grammatik bei Vortrag (sonstiger jüdischer Disziplinen. Der Kurs erfolgt gratis; Anmeldungen sind zu richten an „Misrachi“, Wien, II., Zirkusgasse 20/20, oder an Herrn Rabbiner Kramer, II., Große Sperlgasse Nr. 40. Der „Misrachi“ beabsichtigt auch einen ähnlichen Kurs für Knaben von 9—14 Jahren abzuhalten, soferne genügende Anmeldungen dazu einlaufen, welche an die gleichen Adressen zu richten sind. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verband,- II., Taborstraße 11b.) Dienstag, den 11. d. M., 8 Uhr abends, im Privatlokale, II., Taborstraße 11b, Vortrag des Herrn Dr. Leopold Plaschkes statt. Thema: „Technik des Handels“.Giiste willkommen. — Einschreibungen in die vom ,J. H.-V. veranstalteten Unterrichtskurse für Englisch, Böhmisch, Hebräisch und Buchhaltung wer- -den noch bis zum 10. d. M. entgegengenommen. Wien. Die „Esperanza“ hält ihre nächste ordentliche Sitzung am Samstag, den 8. November, im Cafe „Marienbrücke“ ab, in der Herr H. W a 1 d m a n n über „Die Stellung der Sephardim in der zionistisehen Bewegung“ sprechen wird. Gäste willkommen! — Chargenwahlen für das Wintersemester 1913 14: Präsident: Esra Kajon, cand. med.; Vizepräs.: Albert Kaler, cand. med.; I. Sekretär: Jacques Cohen, stud. techn.; II. Sekr.: Moise Lewy, stud. techn.; Kassier: Samuel Eskenasz, cand. iur.; Bibliothekar: Moscha Gcrany, stud. med.; Archivar: Samuel Baruch, stud. med. Sadagöra. (Akad. Verbindung „Makkabäa“.) Die Chargenwahl für das laufende (Wintersemester ergab folgendes Resultat: cond. jur. Mathias Zimbler (X) stud. jur. isak Runes (XX) stud. jur. Leon Bruckenthal (XXX). Troppau. Die Arbeit dieser Saison hat unter dem Eindrücke des Kongresses und mit einem Kongreßreferate begonnen. Gg. F i n z i, unser Delegierter, erzählte von seinen Eindrücken und von den hervorragenden Momenten des großen Kongresses, besprach dessen Bedeutung und Resultate. Die Verhandlungen selbst — besonders die Palästina betreffenden — werden an besonderen Kongreßabenden des Jeschurun zur Verhandlung gelangen. Ueber Kongreßeindrücke sprach nach dem Referenten auch Gg. Dr. Leschner, der einiges Interessante und Ergreifende, das er in Wien erlebt hatte, schilderte. Es war eine festliche gehobene Koregreßstimmung im Saale, die auch während der Diskussion, an der die Gg. Schlesinger, Dr. Friedmann und der Vorsitzende Dr. Lichtwitz teilnahmen. — Noch vor diesem Abende hatten sofort nach dem großen Turnfeste in Wien die Vorarbeiten zur Gründung eines Jüdiscehn Turn - und Sportvereines in Troppau begonnen. Ueberall herrscht rege Anteilnahme an dieser geplanten Neugründung, die schon demnächst vollendete Tatsache sein dürfte. Zum Schlüsse einiges über das Schlußfest (Simchas-T hora-Fest). Am Abende dieses Festes zog die Jüdische Kinderschaar Troppaus mit blauweißen Zionsfahnen den Thorarollen voraus, die der zion. Verein Jeschurun den Kindern seiner Mitglieder geschenkt hatte. Leitmeritz. Der Beginn der Herbstsaison brachte unserer jüdischen Gemeinde die 3. zionistische Versammlung und gleichzeitig die Gründung einer zionistischen Ortsgruppe. Ein Komitee, bestehend aus dem Kultusvorsteher, Herrn Vinzenz Pollak, Herrn Rabbiner Dr. Morgenstern, Herrn Dr. Heinrich Töpfer und Herrn Bernard Heller hatte für den 29. Oktober eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Gg. Dr. Emil Margulies vor einem Publikum, welches noch zahlreicher als in den vorausgegangenen Versammlungen erschienen war, über den XI. Zionistenkongreß referierte. Dem Vortrage, der den Zuhörern ein anschauliches Bild von der Tagung des jüdischen Volksparlamentes entwarf, wurde mit reger Aufmerksamkeit gefolgt. Hernach erhob sich Herr Wilhelm Heller und machte die Mitteilung, daß bereits eine Anzahl von Mitgliedern der Leitmeritzer Gemeinde die Erklärung abgegeben habe, sich zu einer zionistischen Ortsgruppe zusammenschließen zu wollen und forderte die Versammlung zum Beitritt auf. Gegen 40 Anmeldungen waren die Antwort auf diesen Appell und so konnte der Vorsitzende die mit Begeisterung aufgenommene Mitteilung machen, daß die Gründung eines zionistischen Vereines in Leitmeritz gesichert sei. Eine Sammlung für den Nationalfond hatte ein erfreuliches Ergebnis. Budweis. Am 29. Oktober fand hier ein Diskussionsabend im Verein „Zion“ statt; Herr Dr. Adolf G r ü n f e 1 d sprach über die Notwendigkeit der Kenntnis der jüdischen Geschichte. An den Vortrag schloß sich eine Debatte, an der sich die Herren Dr. Epstein und Dr. Freund beteiligten. Herr Dr. Freund versprach, in der nächsten Kultusrepräsentantensitzung den Antrag auf Abhaltung von Kursen aus jüdischer Geschichte durch die Kultusgemeinde zu stellen. Versammlung des Jüdischen Volksvereins für die Leopoldstadt. Mit einer ausgezeichnet besuchten Sektionsversammlung im Restaurant Wilder, II., Schiffaintsgasse 20, hat der Jüdische Volks verein für die Leopoldstadt dieser Tage seine Agitationstätigkeit wieder aufgenommen. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Gg. Dr. W o 1 f m a n mit dem Hinweis darauf eröffnet, daß gerade der gegenwärtige Moment für eine Aufklärungs- und Werbearbeit für unsere Sache besonders günstig erscheine, da zwei Ereignisse: der in Wien stattgefundene Zionistenkongreß und der Beilisprozeß so manchen indifferenten Juden zum Nachdenken über die Situation d,es jüdischen Volkes veranlaßt haben werden, ln einem nahezu einstündigen Referate besprach sohin Gg. Obering. Robert Stricker eine Reihe von aktuellen