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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-07-15 · 14 (15.7.1936) · p. Seite 315

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
14 (15.7.1936)
Date
1936-07-15
Page
Seite 315 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 14 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 315 gehoben und es wurden die zu ihrer Unterstützung getroffenen iürsorgerischen und kulturellen Maßnahmen behandelt. Justizrat Dr. Oestreich (München) gab den Bericht des Revisionsausschusses für das letzte Rechnungsjahr bekannt und nahm als Sachbearbeiter das Wort zu verschiedenen.Verwaltungs- und Steuerfragen. Sie alle spiegelten die fortschreitende Not des Judentums in Bayern, vor allem in den Landgemeinden, wieder. Diese Not trete zumal hervor in den Schulfragen. Sie führe zur Vereinigung von Rabbinatsbezirken und zur Auflösung von Zwerggemeinden. Der Berichterstatter anerkannte hierbei in hohem Maße die Opferwilligkeit der Steuerzahler in den einzelnen Gemeinden, die weit über das gesetzliche Maß hinaus in Anspruch genommen würden. Einer größeren Reihe von Anträgen Dr, Oestreichs entsprach die Versammlung. Der Verteilungsschlüssel, hinsichtlich der Umlagenverteilung zwischen Verband und Gemeinden im Verhältnis von 1:3 wurde anerkannt, der Verteilungsschüssel in den einzelnen Finanzamtsbezirken unter den Gemeinden bleibt aufrechterhalten. Der Rat erklärte die Kultusgemeinden Ullstadt und Harburg als aufgelöst. Der Referent schloß mit dem Dank des Verbandes an alle Juden des Landes, die in der überwältigenden Mehrheit der Fälle in dieser schweren Notzeit ihrer Gemeinschaft tatkräftig die Treue hielten. Seine beifällig aufgenommenen Darlegungen beendete er mit den Worten: Schwer ist es Chaluz zu sein, auch wenn dem Pionier die Sonne lacht, aber nicht minder schwer ist es, als Letzte auf dem Posten zu bleiben in dunkler, stürmischer Nacht. Der von zionistischer Seite eingebrachte Antrag auf Vermehrung der Sitze der Partei wurde dem Verfassungsausschuß überwiesen, in den die Herren Dr. Bamberger (Ersatz: Dr. Sinauer-Nürnberg) und Lichtenauer (München) hinzugewählt wurden. Das letzte Referat der Tagung erstattete der Leiter der Wohlfahrtsstelle des Verbandes, Rechtsrat i. e. R. Dr. Wei- 1 e r (München), der in längeren fesselnden Ausführungen zunächst von den ihm unterstellten Arbeitsgebieten (Wohlfahrtspflege, Wirtschaftshilfe, Umschichtung und Wanderung) und sodann eingehend auch von anderen aktuellen Problemen sprach. Er kam hierbei auf die Palästina- und Überseewanderung, das Darlehenswesen und die gemeinschaftliche harmonische Arbeit der Reichsvertretung und des Verbandes zu sprechen. Die Ausführungen des Berichterstatters fanden den lebhaftesten Beifall der Versammlung und gaben zu einer Reihe von Anfragen Anlaß. Der Vorsitzende schloß die Tagung, die in einmütigem Zusammenwirken fruchtbare Arbeit geleistet habe und dankte mit herzlichen Worten für die rege Mitarbeit. Ihm brachte für seine hervorragende und überparteiliche Geschäftsführung Kommerzienrat Rosenzweig die Anerkennung der Versammlung zum Ausdruck. H. L. Reichsbund jüd. Frontsoldaten Ortsgruppe München Während der Sommerferien lallen die kameradschaftlichen Abende aus. Der nächste kameradschaftliche Abend wird am Montag, den 14. September 1936, stattfinden. %Olf Zionistische Ortsgruppe ^VchA MÜnChen Schlosser«ir.2/l Tel. 53 052 Die Zionistische Ortsgruppe lädt zu einer am Donnerstag, den 16. Juli, 20.30 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde stattfindenden Gedenkfeier für Theodor Herzl und Nahum Sokolow ein. Redner: Dr. Hans C a p e 11, Nürnberg; Dr. Walter Eichelb e r g, München. INe It. R. Kleirinng seif vielen Jakren bewährt! Spezialkleidung f Iii Auswanderer ROSENFELDER In einer stark besuchten Kundgebung der Münchener Zionistischen Ortsgruppe im großen Museumssaal gab Dr. Siegfried K a n o w i t z (Tel-Aviv) eine Deutung der Ursachen und Folgen der gegenwärtigen Unruhen in Palästina. Manfred Sturmann erinnerte vorher an die Gestalt Theodor Herzls anläßlich des Todestags am 20. Tammus. Die Rede ist an anderer Stelle dieser Nummer im Wortlaut wiedergegeben. Dr, Kanowitz warnte vor allem davor, die Araberbewegung als im arabischen Volk unpopulär und nur von wenigen Effendis getragen zu bagatellisieren. Wenn aber wieder Ruhe im Land herrscht, wird der Aufständische, gegen den die Mandatarregierung mit aller Härte einschritt, zum Verhandlungspartner, dem England auch wieder möglicherweise Zugeständnisse-macht: denn England treibt keine zionistische, sondern englische Politik! Dann, in diesem späteren Zeitpunkt erst, wird es sich erweisen, was Palästina der Weltjudenheit und insbesondere uns Juden in Deutschland, die wir fast alle Hoffnungen auf dieses Fleckchen uralter Heimaterde stützen, bedeutet. Dann wird es sich zeigen, ob auch .wir erkannt haben, daß es wieder einen Kampf um seine Heimat zu liefern heißt, und daß es an uns ist, alles, alle materiellen und seelischen Kräfte dem Aufbau Erez Israels zu widmen. Am Vorabend hatte Dr. Kanowitz vor einem kleineren Kreis geladener Gäste, in einer durchaus neue und bisher unbekannte Einblicke eröffnenden Weise soziale Fragen des Aufbaus, vor allem des Flüchlingsproblems und der „orientalischen Alija" erörtert. L. Bizzur-Haarez — Festigung des Landes Die organisierten Zionisten sind aufgerufen worden, durch eine besondere Anstrengung ihrer engen Verbundenheit mit dem angegriffenen Aufbauwerk und dem kämpfenden Jischuw Erez Israels Ausdruck zu geben. Diesem Aufruf ist in erfreulich großem Umfange bereits Folge geierstet worden. Soweit es noch nicht geschehen ist, wird gebeten, die zugesandten Antwortkarten sofort an die ZOG zu schicken. Chug Iwri München Der Chug Iwri versammelt sich wieder am Samstag, den 25. Juli, 18 Uhr, Herzog-Rudolf-Straße 1. Uber die Lage in Erez Jisrael spricht Dr. Richard Eisen, über Nahum Sokolow Dr. M. Ehrenkranz. Berichte über Palästina-Reisen während der Unruhen Vor einer stark besuchten Mitgliederversammlung der Münchener Zionistischen Ortsgruppe berichtete Dr. Richard Eisen unter allgemeiner Teilnahme über eine in dieser Zeit der Unruhen unternommene Reise durch Palästina. Er schilderte den Ernst der Lage und ihre Ursachen, aber auch die kluge, selbstsichere und zuversichtliche Haltung des Jischuws, der seine Aufbauarbeiten unvermindert fortgesetzt hat. Ebenfalls über eine in jüngster Zeit unternommene Reise durch Erez Israel berichtete, von mehr als 150 selbst aufgenommenen Lichtbildern unterstützt, vor den Jüdischen Jugendbünden Münchens Hans Lamm. Levinger Zigarren haben ikre Stammkunden! S. LE VINGER, Bayerstr. 21 im Hoiel Rheinischer Hof Gegr. 1886 Fernsprecher 54897

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