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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1936-03-15 · 6 (15.3.1936) · p. Seite 125

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
12 (1936)
Issue
6 (15.3.1936)
Date
1936-03-15
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 125 übergebt Hausverwaltungen an die Firma Sa A C K E R M AN N ......MÜNCHEN, Ritter von Epp-Platz 9 Telefon 12502, 12587, 13394 Erste Referenzen! Beratung bei Immobilien . Verkäufen Alfred Hofeller & Co. Bankgeschäft Telefon 11496 u. 13554 Mun ch e n Neuhauserstrill (Pschorrbräu-Bierhallan) für die Einwanderung deutscher Juden überhaupt kaum noch i n Frage kommen. Die einzige wesentliche Ausnähme bildet zurzeit Italien, für das seit einiger Zeit besondere Möglichkeiten des Kapitaltransfers bestehen, die auch in nicht unerheblichem Ausmaße das Interesse jüdischer Kreise finden, zumal seitens der italienischen Regierung der Niederlassung jüdischer Kaufleute und Industrieller im allgemeinen keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Daß allerdings die Auswanderung nach Italien bei den ungeklärten politischen Verhältnissen des Landes mit einem gewissen Risiko verbunden ist, wird niemand verkennen. Ini Gegensatz zu den Wirtschaftsnöten und geringen Einwanderungsmöglichkeiten fast aller europäischen Länder bieten wichtige überseeische Staaten das Bild schneller Erholung, ja teilweise völliger Überwindung der Wirtschaftskrise. Vor allem steht. Südafrika augenblicklich in einer Periode der Hochkonjunktur, wie sie das Land kaum jemals erlebt hat. Diese Tatsache hängt mit der. Aufgabe des Goldstandards durch den Pfundblock zusammen, wodurch die südafrikanische Goldproduktion (infolge des gelegenen Goldpreises) zu außerordentlicher Aktivität angestachelt wurde. Insbesondere der-Baumarkt ist zurzeit ungemein lebhaft, so daß gelernte Handwerker in diesen Branchen leicht und zu verhältnismäßig hohen Löhnen Arbeit finden; aber auch in der übrigen Industrie wirkt sich der Aufschwung des Landes stark aus. Diese Tatsache ist für die jüdische Einwanderung aus Deutschland von um so größerer Bedeutung, als ja Südafrika für die in den Grenzen des heutigen Reiches geborenen Juden verhältnismäßig leicht zugänglich ist, d. h. es wird im allgemeinen nur ein Vorzeigegeld von mindestens 100 Pfund bei der Landung verlangt. Tatsächlich ist auch in den letzten Monaten die Einwanderung nach Südafrika (die schon bis Ende 1935 mindestens 2000 deutsche Juden ins Land gebracht hatte), sehr stark gewesen; doch bietet die Immigration der letzten Zeit sehr große Schwierigkeiten der Unterbringung, weil trotz aller Warnungen eine große Anzahl von Kaufleuten, für die im Lande Betätigungsmöglichkeiten kaum vorhanden sind, neu eingewandert ist. Infolgedessen sind die Löhne für kaufmännische Angestellte stark gefallen und die Aussichten, bald Arbeit zu finden, sind schlecht. Dagegen ist für Handwerker, qualifizierte Arbeiter und Ingenieure Südafrika nach wie vor ein ungemein aussichtsreiches Gebiet. . In den großen Staaten Südamerikas, besonders in Brasilien und Chile, besteht zurzeit ein starker Kontrast zwischen dem schnellen Wirtschaftsaufschwung auf der einen Seite und den noch fast unverändert fortbestehenden rigorosen Einwanderungsbeschränkungeri auf der anderen. Fast alle südamerikanischen Länder sind zurzeit vom Tiefpunkt der Krise schon weit entfernt; von Brasilien, dem aus natürlichen Gründen weitaus zukunftreichsten Lande des südamerikanischen Kontinents, wird man ohne Übertreibung sagen können, daß die Krise vollkommen überwunden ist. Leider ist aber eine Ausnutzung der durch den Wirtschaftsaufschwung dieser Länder gegebenen Arbeitsmöglichkeiten für deutsche Juden zurzeit hur in sehr beschränktem Umfange möglich, weil die strengen Einwanderungsvorschriften nur einer kleinen Zahl von jüdischen Einwanderern die Landunggestatten, praktisch gesprochen fast nur.- denen, die entweder drüben nahe Verwandte (in Brasilien 1 könneil auch ^Freunde die notwendigen Anforderungsschreiben ausstellen) oder . erhebliche Geldmittel besitzen. Es steht aber zu hoffen, daß die förtschreitende Expansion der Wirtschaft, zu einer Lockerung der Einwanderungsbestimmungen führen wird; ist doch insbesondere in Brasilien bereits ein ausgesprochener Arbeitermangel in manchen Zweigen fühlbar. Trotzdem ist in Brasilien augenblicklich, wie das ausgezeichnete Informations-Bulletin ' der HICEM mitteilt, infolge der letzten politischen Ereignisse sogar die Ausstellung von Chamaden (Anforderungsschreiben) für Einwanderer sehr erschwert worden; doch handelt es sich hierbei jedenfalls nur um eine kurzfristige Maßnahme. Im ganzen wirkt sich in den südamerikanischen Ländern jetzt die Tatsache aus, daß diese früher fast ausschließlich Agrarprodukte exportierenden und Industriewaren einführenden Länder gerade durch die Wirtschaftskrise zur schnelleren Industrialisierung gezwungen wurden; denn bei dem niedrigen Preisstand solcher Standardprodukte, wie Kaffee, Weizen, Wolle usw. reichten die Erlöse nicht zur Bestreitung der üblichen Industrie- Einfuhrmengen aus. Durch diese Entwicklung, die durch die Zollpolitik der meisten Regierungen zielbewußt gefördert wird, werden zweifellos die wirtschaftlichen Aussichten für eine so überwiegend städtische Einwanderung wie die der deutschen Juden außerordentlich vergrößert. Im einzelnen scheint es, als cb zu den bisher schon in größerem Maße von der jüdischen Einwanderung berührten südamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien und Chile, neuerdings -auch einige, wenige fort-, geschrittene, aber ebenfalls aussichtsreiche Staaten, wie vor allem Columbien und Peru treten würden; sind doch in Columbien die Einwanderungsbedingungen für die in Deutschland geborenen Juden verhältnismäßig leicht zu erfüllen (es wird nur ein Vorzeigegeld von 100 col. Dollar verlangt), und die bisher vorliegenden Berichte sind aus beiden Ländern überwiegend günstig. Zusammenfassung der Kräfte Die Zersplitterung ist unser Unglück; Der Einzelne vermag nichts. Das Schicksal geht über ihn hinweg Gesammelte Kraft meistert auch das schwerstes chicksal Die unvergängliche Tat von Theodor Herzl war die Schöpfung der Zionistischen Organisation. Sie verkörpert den Lebenswillen des jüdischen Volkes. Parum organisiere Pich! Die Zionistische Organisation ist die Trägerin Deiner Zukunft. Beitrittserklärungen an die. Zionistische Ortsgruppe München SchlosserstraBe 2/1

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