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Der Morgen · 1928-08-01 · Heft 3 (August 1928) · p. 271

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 3 (August 1928)
Article
Baltische Erinnerungen an Moses Mendelssohn
Date
1928-08-01
Page
271 (sequence 1)
Language
German
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Baltische Erinnerungen an Moses Mendelssohn Mendelssohn im Urteil einer baltischen Edclfrau — Ein ungedruckter Brief und eine unbekannte Widmung von Mendelssohn. Von Paul Michaelis „Von einem Manne wie Moses Mendelssohn darf nichts verloren gehen, darf keine ZeUe ungelesen bleiben!", schreibt sein Biograph M. Kayserling in der Einleitung zu einer kleinen Schrift („Moses Mendelssohn. Ungedrucktes und Unbekanntes von ihm und über ihn", Leipzig i883), die als Nachtrag zu der 21 Jahre zuvor erschienenen umfangreichen Mendelssohn- Biographie (Moses Mendelssohn, sein Leben und seine Werke, Leipzig 1862) zu betrachten ist Mendelssohns Beziehungen zu den Balten und den deutschsprachigen, ehemals russischen Ostseeprovinzen, sowie sein Einfluß auf die bedeutendste baltische Dichterin (Elisa von der Recke) sind Kayserling nur wenig bekannt gewesen.1) Eine zusammenfassende Darstellung von Mendelssohns Beziehungen zu baltischen Kreisen, z. T. unter Benutzung bisher unveröffentlichten Materials dürfte, gerade anläßlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages (6. September 1929) willkommen sein. Erst im Jahre i563 werden in livländischen Urkunden zum ersten Male Juden erwähnt, die um diese Zeit aus Polen und Litauen in den Ordensslaat eingewandert sind. Von dieser ersten judenfeindlichen Urkunde, in welcher den Juden verboten war, in Livland Handel zu treiben, erstreckt sich bis auf die Gegenwart das im allgemeinen abfällige, auf Unkenntnis beruhende Urteil des baltischen Adels gegen die Juden. x) In seiner Nachtragsschrift schildert Kayserling nur kurz (S. 63) einen Besuch Mendelssohns bei der Herzogin Dorothea von Kurland auf Schloß Friedrichsfelde bei Berlin. 271

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