Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 30 (24.11.1921)
- Date
- 1921-11-24
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 30 24. November 1921. Selbst wenn es bei alledem gelänge, die große Gefahr zu bannen und zu verhüten, daß man die sehnsuchtsvolle belebende Erwartung der zugeficherten Mcschtach-Begnad u n g zu einer örtlich, zeitlich oderlogisch berechneten Notwendigkeit mache (pTi.UD 1"2) - selbst dann — vielleicht — wären diese Zeilen besser nicht geschieden. Schon bevor sie geschrieben wurden, weckten sie solches Gefühl. Wegen der Sache und wegen gewiß mangelnder Ueberzeitl'tch- .keit. vAber das Leid ist groß ui d wächst von Stunde zu Stunde. Und vielleicht ist's kein Ruf in die Wüste, vielleicht wird ein Echo vernommen, das zur Gemeinschaftsarbeit vieler, aller weckt - Und wer kennt die geheimnisvollen, wunderbaren Wege der rarem? :'n eso, vwt> »2^1 p^ — Dieser Artikel ist die nachträgliche Niederschrift eines vor mehr als einem Jahr gehaltenen Vortrages Trotz des inzwischen in die Oeffentlichkeit gebrachten „Frankfurter Programms" blieb er so wie er war. — Aus der Vewegung. Pieszburg, 18. Nov. Infolge der einge-. tretcneit Verhältnisse, war die Bratislävaer Zentralleitung des Landesverbandes gezwungeil, den für beit 28. Tischri l. Js. angeknndigten ^Delegiertentag der Jugendgrnppen im letzten Augenblick bis auf Weiteres zu verschieben. Der Delegiertentag ist liumnehr für den 25. Dezember L Js. (24. Kislelv) bestimnrt worden nnb jiub hiebei alle Instruktionen von früher gültig. DH Tagesordnung bleibt auch die gleiche, und 'zwar: 1. Eröffnung durch den Vorsitzenden, 2. Wahl des Büros, 3. Berichte der Zentralleitung, 4. Allgemeine Aussprache über die Berichte, 5.Borlage des endgültigen Statutenentrourfes, 6. Aussprache über die einzelnen Aktionen, 7. Wahl der Zentralleitnng ulrd Bestimmung des Sitzes. Warschau, 14. Nov. In einer der letzten Sitzungen der polnischen Landesorganisation der Agnda, an der ailch Rabbiner Salomon Ahronsohu aus Kiew teilnahm, wurde die Frage der! n k r a i n i s ch e lr F l ü ch klinge behandelt. Herr Krumpuß, als Vertreter der ukrainischen Orthodoxie unb Rabbiner Ahronsohn gaben charakreristische Details vom Lebeil der borttgen Jndim, die auch religiös sehr initerbrücft werden. Trotzdem ist eilte starke religiöse Strömung tit einem großelt Teil der jüdischen Masse zu' bemerken. Die dortige Orthodoxie sucht Wege und Mittel, den Juden in religiöser Hinsicht zu helfen. Die Arbeit wird jedoch durch die gegenwärtig traurige ökonolnische Lage sehr erschwert. Herr Schachne Awrach referierte über seine Reise nach Wien und über die Aktion der Agnda zugunsten der ukrainischen Waiseli. Er berichtet über seinen! Besuch im Waisenhaus der Agnda in Baden.! Außerdem wird die Agnda mehrere hundert Waisenkinder bei Familien iit Deutschland, Ungarn und Tschechoslowakei unterbringen. In kürzer Zelt wird Herr I)r. Buttenwieser nach der Ukraine delegiert lverden, um die Lage der dortigen Waisenkinder zu studieren und um dort ein Waisenhaus zu errichten. Basel, 15. Nov. Die Schlveizer Aguoas Jisroel-Organisatioi! hat in den letzten Tagm eine eifrige Tätigkeit zugunsten des K e r e n H a- -jitchnw entfallet, für welchen Fonds sehr ansehnliche Beträge gesammelt wurden und anßecdenr hat die Organisation die monatliche Besteuerung der Bi Uglieder eillgefiihrt, lve.'che Akti<"-a ebenfalls ein ]d)r günstiges Ergebnis zeitigte. Bisher sind über 1200 Francs eingelaufen. Zugunsten der Jeschiwos in Litanei!, für deren Aufbau Herr Rabbiner I)r. Cohn ans Basel vor kurzen! in einein warmen Ausruf appelliert hat, lvnrden ebenfalls .1200 Francs gesammelt. Nürnberg, 11. November. Gestern sprach Herr Serninardirektor Rabbiner Dr. Earlebach ans Eöln über „Palüstinaarbc'it" in einer gut besuchten Versammlung der Nürnberger Agudvh-Gruppen. Ten Vorsitz führte^ Herr Rabbiner' Tr. Klein, der den Redner begrüßte u»o für sein kommen - - trotz der 1 weiten und strapaziösen Reise dankte. Ter Redner des Abenos machte mit einem warmen Appell an die Gebefrendigteit des jüdischen Volkes aus die Wichtiqleit der Stunde aufmerksam, die fordert -für Erez Jisrvels Wiederaufbau große Mittel bereitzustetten. Verantwortliche Redaktion: Rabbiner I)r. P. Ko hü .Glätte r." Reicher Beifall lohnte die interessanten, mit Dhvraworten gewürzteil Ausführungen des Reoners. In seinem Schlußwort richtete Herr Rabbiner Tr., .niein an die Versammlung die 'Ansfvkdernng, dem heute bekundeten Wollen nunmehr die Tat folgen zu lassen. Wien, 11. Rvv. Mil Beginn des Winterseinesters wird in der Wiener Agudas Iisrvel-OrtSgruppe einern allgemeinen Wunsche Rechnung getragen. Seit dern Bestände der Ortsgruppe wird es vielfach als'Mangel empfunden, daß den Gesinnungsgenossen, nur selten Gelegenheit gebvteil wird, ihre Gedanken über aktuelle Fragen des Judentums und über lausende Angelegenheiten der 'Agudas Jisrvel ungezwungen auszutauschen. Auch die ailswärtigen Freunde der Agnda, die in jüngster Zeit häufig unsere Stadt besuchen, äußern oft den Wunsch, mit den Wiener Führern unb Gesinnungsgenossen in engeren Kontakt zu treten. Um diesen: Verlangen in weitgehendem Maße zu entsprechen, wurde beschlossen, a l l w ö ch c n t l i ch D o n nerst ag abends freie k l u bmäß i g e Z n s a in m e n k ü n f t e zu veranstalten, an denen die Mitglieder der Ortsgruppe sowie eingesührte Gäste teilnehmen werden. An jedem Kltzbabend wird irgend ein Thema zur Diskussion gestellt und im Rahmen einer freien Unterhaltung bewröchelt lverden. Tie Veranstalter der Albende hoffen, durch diese neue Einrichtung der Agudas Jisrvel zur Belebung des Interesses für allgemein jüdische und lokale Angelegenheiten beizutragen. Tie Znsammenkünste finden zunächst im R e st a n r a n t „W i e n e a" statt. Weitere Einzelheiten lverden noch bekanntgegeben. Zürich, 15. November. Für Samstag, den 12. ds. Ncvnats, abends 8T> Uhl, hatte die A g u d a - Landesvrgnnifation ihre Rcitglieder -und Gäste zu einem Vortrage eingeladen, den Herr Rabbiner Tr. Pinchas Kvhn, jetzt in Wien, der, wie ihn der Leiter der Versammlung, Herr Rosenzweig nannte, geistige Führer und praktische Förderer der Agudah, gehalten hat. Nach kurzer Begrüßung durch den Vorsitzenden, der betonte daß Herr Tr. Kohn seinem Vortrage leinen Titel gegeben habe, ergriff Herr Tr. Kvhn das Wort. Er gab feiner Befriedigung Ausdruck, in Zürich, der Statte, die während des Krieges der Verbandsteitung der Agudah Gastrecht gewährt hat und wo dem Kriege der' erste Weltkongreß statt gefunden hat, vor feinen Freunde', sprechen und durch sie der Stadt Zürich seinen Tank aussprechen zu können. Ein Thema habe er für seine Rede nicht angegeben,, aber, wenn er Zeit genug hätte, um an jeden einzelnen seiner Freunde in inlilnem Gespräche heranzutreten, dann würde er sie fragen: „Was ist die Agudah Euch und was send Ihr der Agudah." „Wir waren von Furcht erfüllt, oo unsere ,s!rafi an der Kraft des Gegners gemessen, ausreicht. Unser Gegner ist, wie die moderne englische Sozialphilvsophie es' bezeichnet, das Leben; Senn das Leben ist die brutale Kraft, und Furcht ist das keilsche Geheimuis der Ohnmacht. Furcht kennt nur der, der die Kraft kennt. Kinder, denen noch das Empfinden der Kraft fehlt, kennen daher auch nicht das Gefühl der Furcht. Die Agudah ist nicht für einen kleinen Kreis, nicht nur für Juden, 'sondern für die ganze Welt geschaffen, denn auch in den Kreisen der Nichtjuden gibt es suchende Menscben. Wort und Tat messen sich am Erfolge oder an der Wahrscheinlichkeit des Erfolges. Wir haben die Furcht überwunden. Unser Ziel ist die Erkenntnis. Es gibt noch Ewigkeitswerte: denn der Krieg hat nicht alles zu Grabe getragen. Was jüdische Seelen an Ungeheurem gelitten haben, haben wir gesammelt - und allen Verlockungen zum Trotz unser Ideal, das nicht von dieser Welt ist, aufrecht erhalten, um es der siechen Welt zu bringen. Wir rechten nicht. Glauben andere, daß ihre Ideale ans anderem ^Gebiete liegen, wir richten nicht. Es kommt die stunde, wo loir uns treffen, und das wird die Stunde des Friedens sein., Nicht immer werden loir verstanden, aber was wir verlangen, verlangen wir für alle. Die kranke Welt kann es nicht vertragen, daß die Frage des Welt- Heils ungelöst bleibt. Tie Kraft bersltcht sich zumeist an den Schwächsten. Die Schwächsten im Weliorganismns sind wir Juden, an denen sich die Kraft am meisten versucht und um des Heils der Menschheit wegen müssen loir eine Blenderung verlangen. Unser heiliges Erbe, unsere Lehre, muß für -sie ganze Welt fein. Tas Weltgeschehen lvie das jüdische Geschehen müssen durch die Thora gelöst lverden, das ist die politische Theorie der 'Agudah. Wir sind noch nicht so weit: aber Agudas Jisrvel verlangt, daß alle Fragen, die die Welt und besonders das jüdische Volk und das jüdische Land betreffen, keine andere Antwort filiden, als die Gvtt vvrgezeichnet hat. Wir glauben, daß Sieger und Besiegte sich finden lverden. Vor 15 Jahren kannten die Ostjuden die Westjuden nicht und diese jene nicht. Heute wissen wir, nachdem es uns die 'Allmacht furchtbar ernst gezeigt hat, lvie nötig wir einander haben. Nicht nur äußerlich. Dazu müssen Opfer, nicht nur materielle, auch seelische gebracht lverden. Wir müssen zeigen, das das heilige Erbe uns nahe ist, und das Fremde, das Unjüdische, entfernen. Agudas Jisrvel hat diese heilige 'Aufgabe übernommen und die Erkenntnis hat sich Bahn'gebrochen, daß das Ziel erreicht lvird. Wir haben die Kraft des Geistes und der jüdischen Seele und deshalb sind wir stark -genug,, die Werte der Elvigkeit zu schaffen. Unsere Aufgabe ist es, diese Kräfte aus lind e r tu der U k r a i n e zu lösen. Auch hier hat die Lebenskraft des jüdischen Volkes geholfen. Bewundernswert ist es, was im Schulwesen durch die Khlome Emnnoh in Polen geleistet wurde. Reoner dankte für die Rede. (Isr. Wochenblatt, Zürich). Spendelisten: Ukraine-Hilfe. Fürth: Jüdische Iugendtzruppe 15, Fritz Offtu- , - bacher, Sammlung bei einer Abendgesellschaftt 22, . Fra.nlfnrt. a, M.: N. N. 80/ Aes. duvchZtzli Posen .in der Tertia der Isr, Ml.-Ges. IM. j*. H e r s f e l d : TelleMMMliing durch I. K. am Zaum Gedaljatz. Fam. Snßm. Levi gratuliert L. Oppenheim 10, L. Oppenheim anl. seiner B. B. 10, der Isra wünscht Leop. Oppenheim berzl. 10, Jonas Katzenstein 25. H ö ch ft : Lehrer Kallmann Lebi, Sammlung anläßlich eines bei Herrn Paul Schiffer 270. M a n u h e i m : Tr. I. Unna, Rabbiner ans einer Sammlung gelegentlich einer Brismilafeier bei Herrn Berthold Strauß 100, L. Reis 50. Ri a inz : N. N. 100. W e ck a r ft e i n a ch : Josef Ledermann 20. Nordeck: Nt. Stern als Thvrafpende der isr. Gemeinde 40. O l d e n b u r g : Israel. Fralkduberein 100. ')t. R. 15, Teilbetrag der Synagogenfpende -105.50, I. Seelenfrennd 100, Gemeinde Vechta 25, Geschwister b. Wien 42.70, Ilse de Beer 4.65, Landrabbiner Tr. de Haas 15, Frau Meyberg anl. der Fahrzeit 10, I. Hellberg 10. Plauen: Frau Iaevbsohn' 20. R". . Tre i! ch klingen: Israel. Kuttnsgenieiude 10 600. Alte n m u l: Isr. Kultusgemeinde 40. B erlin : Sammlung durch S. Buttenwieser: Baumeister ftwtthold Levtz-Eharlottenburg 100, Salomon Tyk, Messingwerk bei Eberswalde 100, Stanislnns Ntargulies, 'Messingwerk 100, ktzebr. Rektor 100. B e r l i n - S ch ö n e b e r g : Rudolf Ntayer 100. Tarmstadt: Sammlung Tr. Rosenwnsser: Tr. M. Fabian 100, Rest A. I., I. O. 11,75, Ternburg 100, I. Rtarr 5, Rest A. I. I. O. 11.15. F r a n k f. u r t a. M. : N. N. 50, Hugo Oppenheim 100, Frau R. Kahn 50. ' G e m ü n den: Sammlung Lehrer pier: -Utzmann Mnrx-Grüsen 100, Jakob Marx Grüsen R), Bernhard Marx Grusen 35, H. Harth, 6Kmünden;4), S. Spier 50, Jakob Audoin-Gmündeu Moses H alle: Tr. Baer, 200. H a n a u : durch Herrn Oppenheimer gesamn'elt beim Hauschanoh-Rabbolemeu des Herrn Rabbiner Tr. Gradewitz 525. H inte r st e i n a it : Synagogengeineinde 290. Nt a n n h e i m : Hauptlehrer Schloß 10, Julius Kujawski 20, Wildberg u. Co. 25, Mar Marr 50, Julius Werl he im 100, Alfred Kalter anstatt Teilnahme ' an der Beerdigung seiner Tante Frau Horkheimer, Stuttgart 100, Ungenannt 100, Ungenannt 100, Ungenannt 100, Ungenannt 100. ')< iede r a u 1 a : Sammlung Gans: F. Gans 10, Fritz Plaut 50, H. Apt 1 10, S. Jakob 5, L. ^peier 5, L. Steigerwald 5, B. Apt 6, H. Apt II 10, S. Lin dorn 5, Nt. Nußbanm 2.50, Wwe. Levi 2.50, Salti ^peier 5, T. Iakvb 5, Gvldmeier 10, I. Oppenheim II 5, Helene Apt 5, Leopold Plaitt- Newhork 50. Kitzin gen: Sammlung der Gemeinde Offenbach ans Veranlassung des Herrn Lehrer Einstäoter Kleinheu buch: Stzuagvgenspenden der Gemeinde L a n d s v e r g : E. Bernstein 50. Laupheim: Isr. Frauenverein 50. L e e r : Arbeitsgemeinschaft des jüdischen Iugendbundes, Ergebnis einer Kncheubersteiqerung' 50, von den Schülern der jüdischen Schule 42, Harrp 'All von einigen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft 25. Olde n b u r g : Stzuagogenspende 107.10, R. Retter 30, .Hvfmann aus Berlin 100. S ch w e i ch : Egon Faß 5. S e e f e n : Richard Hamm 633. Sögel: Lehrer Speier 20. p r e n d l i u g e n : Albert Wolf 25. Würz barg: L. B. Gutmann 1000. i, Di-. S. E h r m a n u, I. S ü n g e r. - Truck von Rupert Baumbach. Frankfurt am Main.