Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 29 (10.11.1921)
- Date
- 1921-11-10
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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8 1« 11 e r." 10. November 1921 Seite 3. Nr. 29._ der Agnda kaum ein Lebenszeichen übrig geblieben. Es muß beachtet werden, daß die Delegation hierher kaut, um ihren amerikanischen Brüdern Gedanken und Anregungen vorzntraaen, von beiten diese praktisch entweder g a r n i ch t s wußten, oder nur solche Vorstellungen hatten, die in sorgfältig systematischer Weise erzeugt worden waren, um die Agnda in Verruf zu bringen und vom Augenblick ihrer Einfnhrung in die neue Welt an, Feindschaft gegen sie wachzurufen. Glücklicherweise war diese Gegenpropaganda wirkungslos, und da die Wahrheit ichb.etzlich durchdringen muß, so hört man heute nur noch wenig von dem früheren Gespötte und Gerede, und die Ilgnda wird anerkannt als das, ums sie ist, als eine Organisation, die rein und ausschließlich dem unverfälschten Judentum dient, wie es uns durch Jahrhunderte voll unseren großen Ahnen überkommen worden ist. Die Delegierten wurden bei ihrer Ankunft und während der ganzen Sommermonate durch die schlecht gewählte Jahreszeit sehr stark behindertp die meisten hervorragenden Mitglieder der jitoiphen Gemeinschaft hatten die Stadt verlassen und es war wegen der Hitze keilte leichte Sache, erfolgreiche Versammlungen zu veranstalten. Nicht eingeschüchtert durch alle diese Hindernisse gingen unsere wackeren Kämpen ihren Weg geradeaus; das erste Massenmeeting fand in Cooper Union Hall am 20. Juni statt. Die Halle war überfüllt; auf der Plattform waren die führenden Rabbinen der Stadt und Vertreter ans manchen Provinzstädten versammelt." Es wird dann der Verlauf dieser Versammlung im einzelnen geschildert und dann sortgefahren: „Gestärkt durch diesen vollständigen Erfolg bei ihrem ersten Erscheinen vor dem amerikanischen Publikum hat die Delegation Tag für Tag den Kreis ihrer Anhänger erweitern können. Zahlreiche ähnliche Meetings sind abgehalten und tausende von Mitgliedern angeworben worden. Nachdem die Campagne so gut eingeleitet war, ging die Delegation in die verschiedenen provinzialen Eentren, und Ortsgruppen sind nun gebildet worden in den verschiedenen Teilen von Groß- New-Pork und in fast allen größeren östlichen Städten. Im gegenwärtigen Augenblick widuten Rabbi Meir Don Plotzki und Rabbi Josef Lew ihre Zeit dem mittleren Westen. Chigaco grüßte sie mit Chigacoer Wärme und es ist kein Zweifel, daß der Westen ebenso enthusiastisch wie der Osten die Standarte der Agudas Jsroel in den Vereinigten Staaten von Amerika hissen wird. Trotz der schweren finanziellen Verschuldung Europas an Amerika muß doch ausgesprochen werden, daß noch größer die Schuld der Dankbarkeit ist, die wir Europa gegenüber empfinden für die bedeutenden Persön- Aeue Aguda-Literatm. A gud as Iis ro el in I erusal ent. — B eg r ü ß u n g Dr. Ehr m anns. P r o b l e m e der polnischen A guda. — Rabbiner und Politik. - - Der neue H a d e r e ch. Außer dem an anderer Stelle bereits gewürdigten neuen amerikanischen Agnda-Organ, „Der jüdische Weg", liegt uns, ein erfreuliches Zeichen fortschreitender Entwicklung, auch aus Erez Jsroel eine neue Agudas Jsroel-Zeitschrift vor. Es ist die Jerusalemer Aguda-Jugend, die unter den schwierigsten Verhältnissen sich zur Herausgabe einer stattlichen Monatsschrift unter dem Titel W" entschlossen hat. Die beiden ersten Hefte Ellul 5681 und Tischri 5682 liegen uns vor. Jedes Heft in Stärke von etwa 50 Seiten wird durch gediegene halachische Erörterungen (H^v^r) eingeleitet, das erste Heft durch eine solche von Rabbiner D i s k i n, das zweite Heft durch einen Auszug aus einer n&m, Rabbi Chaim Sonneafelds. Auch sonst sind die hervorragendsten Talmide Chachomim der heiligen Stadt in diesem Teile vertreten, an den sich ein besonderer lichkeiten, die es uns sandte, um uns mit unseren Brüdern der ganzen Welt unter dem . Banner unserer heiligen Thora wieder zu vereinigen und unter uns die ewigen Traditionen unserer Väter zu erneuern." Das Zentralbüro in New-Pork steht unter Leitung von Rabbi Noah Garsinkel. Das Büro ist zurzeit eifrig damit beschäftigt, oie neugegründeten Ortsgruppen zu organisieren und sie möglichst bald zu einer arbeitsfähigen Landesorganisation zusammenzufafsen. Die Grnndzüge der Landessatzung sehen als oberstes Organ die sogenannte Convention der Delegierten der Ortsgruppen vor, während die Exekutive in der Hand eines 15 gliedrigen Aktionskomitees liegt. Von diesen sollen 8 in GroßMew-York wohnen, 7 in den Provinzstädten. Bis zur Festsetzung der von der Landesorganisation an die Gesamtaguda abzuführenden finanziellen Leistungen ist der amerikanische Mitgliederbeitrag an die Ortsgruppe auf mindestens 5 Dollar festgesetzt. Hinsichtlich der Sammlungen für die einzelnen Fonds scheint die amerikanische Aguda den größte n Wert auf den Keren H a ch i - nuch zu legen, weil dessen Ergebnisse nicht nur den für die ganze geistige Existenz der jüdischen Gesamtheit lebenswichtigen Jeschiwos und Erziehungsanstalten des Ostens, sondern auch dem tut Argen liegenden amerikanischen jüdischen Erziehungswesen zugute kommen soll. Doch unterliegt es keinem Zweifel, daß bei entsprechender Anregung in den Agudakreisen Amerikas auch für den Keren Hajischuw verhältnismäßig bedeutende Leistungen zu erwirken wären. Alles kommt nun darauf an, ob es der Agnda gelingt, die Ansätze der Bewegung in Amerika zu pflegen und durch unablässige Stärkung der gegenseitigen persönlichen Beziehungen zwischen Europa und Amerika das Interesse immer mehr zu vertiefen und zu verbreiten. * Die Anleitung der Keren Kajischuw-Aröeit in Amerika. New-Nork, 15. Oktober. Nach einer soeben eingehenden Nachricht ist es Rabbi Dr. Leo I u n g in Cleveland gelungen, die Sammlungen für den Keren Hajischuw mit einigen tausend Dollars erfolgreich zu beginnen. WirtschastlicheGrez-Iisroel-Arbeit. Im Aufträge der im Elnl stattgehabten Wiener Industrie - Konferenz der Palästinazentralen der Agudas Jisroel hat sich Herr Nachum Rosenfeld aus Warschau nach Palästina begeben, um dort die Vorbereitungen zur Ausführung der gefaßten Beschlüsse — es handelt sich dabei um die Einrichtung mehrerer spezieller Industriezweige — zu treffen. Außer den in der Sitzung selbst für diesen Zweck gell a l a ch i s ch e r S p r e ch s a a l für d i e Sch ül e r der T a l m u d - T h o r a - A n st a l t e n anschließt. Es ist hocherfreulich, zu konstatieren, wie anregend diese glückliche Einrichtung auf die jungen Thorabeflissenen wirkt. Für die Folge soll eine derartige Aussprachegelegenheit im Rahmen der Monatsschrift auch für die älteren Jeschiwah-Bachurim geschaffen werden. Der zweite Teil der Zeitschrift ist ganz der Besprechung von Tagesfragen im Geiste der Agudas Jsroel gewidmet. Daran schließen sich Nachrichten über die Agudabeweguttg in allen Teilen der Welt und endlich, was uns naturgemäß am meisten interessiert, diejenige im heiligen Lande. Von den ungeheueren Schwierigkeiten, mit denen Agudas Jsroel dort zu kämpfen hat, als einzige Organisation, die den Gedanken der Souveränität der Thora inmitten eines gänzlich der zionistischen Vorherrschaft verfallenen jüdischen Palästina aufrecht erhält, davon kann nur derjenige eine rechte Vorstellung gewinnen, der mit der traurigen wirtschaftlichen Lage der armen orthodoxen Massen und den an sie herantretendeu ungeheueren Versuchungen andererseits, vertraut ist. Die Hefte geben ein anschauliches Bild von dein schiveren Ringen des für alle zeichneten 7000 ägyptischen Pfund sind weitere Beträge von interessierter Seite inzwischen flüssig gentacht worden. , n . Die Einziehung der in Warschau und Lodz gezeichneten Beträge für das grpße Häuserbauunternehmen in Jaffa, das vom Gerrer Rebbe eingeleitet wurde, gestaltet sich nach den von dort einlaufenden Berichten sehr befriedigend, trotz des Mißverhältnisses zwischen der polnischen und der ägyptischen Valuta. Es schweben zurzeit Verhandlungen über eine Beteiligung der Ge samt-Aguda an diesem Unternehmett, das bei dem furchtbaren Mangel an Wohnungen in Erez Jisroel von der größten Dringlichkeit ist und auch den Wünschen der Regierungganz besonders entspricht. Keren Hajischuw. In Lodz bisher 30 Milt. Mark (po l n.) gesammelt. Lodz, 25. Oktober. Dank der energischen Arbeit der Ortsgruppe der Schlanmeh Emuneh Jisroel wurden allein in Lodz bisher 30 Mill. polnische Mark gesammelt. Frankfurt, 1. Nov. In den letzten Wochen wurden hier 450.000 Mark für den Keren Hajischuw gezeichnet. Wien, 28. Okt. Als Beispiel, welche Erfolge bei zielbewußter Arbeit für die Agudafonds zu erreichen sind, könnte das kleine ostgalizische Städtchen Gliniany dienen. Dort wurde die letzten Tage eine Sammlung für den „Keren Erez Jisroel" der Aguda eingeleitet. Infolge der warmen Befürwortung durch den bekannten Agudisten Herrn Rabbiner Meir Schapira erreichte die Sammlung bis jetzt zirka e i n e h a l b e Million Mark.' Arbeitsteilung innerhalb Deutschlands. Thesen zu einem Referat für den Delegiertentag. Von Dr. S. Ehrmann in Frankfurt a. M. Der Deutsche Gruppenverband der A. I. hat sowohl innerhalb seiner eigenen Organisation als auch im Verein mit den übrigen gesinnnngsgenössischen Organisationen innerhalb der gesetzestreuen Judenheit Deutschlands das Prinzip der „Arbeitsteilung" zur Verwirklichung zu bringen. A. I nnerha l b der eigenen O r g a n i s a t i o tt. 1. Es ist die Bildung von einzelnen Provinzialverbänden anznstreben, welche die Ortsdiese Versuchungen unempfindlichen Kreises, der sich um die Agnda sammelt. Im zweiten Hefte wird über die in Jerusalem stattgehabte Begrüßungsversantmlnng für Großrabbiner S ckt apira aus Krinik und Dr. Salomon Ehrmann aus Frankfurt a. M. berichtet. Sie fand am 23. Ellul in Anwesenheit von Rabbi Chaim Sonnenfeld statt. Der Vorsitzende, Rabbi Ber Epstein und der Sekretär, Rabbi M. Blau begrüßten die Gäste, letzterer in längerer Rede. 'Set; Krinik er Rebbe dankte, indem er warme Segensworte für Agudas Jsroel sprach. Alsdann entivickelte Dr. Ehrmann die Grundgedanken der Aguda in halbstündiger Rede, insbesondere die Erez Jsroelarbeit betonend. Nainens der Jugend ergriff Rabbi Rafael Katzenellenbogen das Wort. Wenn man liest, welch herrliche Erfolge die von den Pekidiin in Gemeinschaft mit Agudas Jsroel unterhaltenen Schulen aufzuweisen haben — die in den Heften enthaltenen Mitteilungen über Prüfungen geben davon ein erhebendes Bild —, so ist der Gedanke, daß diese Schulen infolge der katastrophalen Entwicklung der Valntaverhältnisse schwer um ihre Existenz ringen, nmsv schmerzlicher.