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Blätter · 1921-05-26 · 17 (26.5.1921) · p. [Seite 2]

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Journal
Blätter
Volume
7 (1920-1921)
Issue
17 (26.5.1921)
Date
1921-05-26
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German
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Glättet" Seile 2 Nr. 17. E»——- der Agudas Jisroel in Wien glaubte die zionistijche Presse mit einer gewissen diabolischen; Schadenfreude der jüdischen Welt mittetleu zu sollen, die Agudas Jisroel besinde sich an: Ende ihrer finanzieller: Leistungsfähigkeit. Wenn ich Hetzen wollte lvie jene Presse, so hätte ich an der Spitze meiner Ausführungen das Geständrns Lichtheims, des Mitglieds der Provisor. Exekutive, ausschlachter: können, nämlich daß die Finanzlage der Z. O. sehr schwierig sei, noch nie so schwierig gewesen wie jetzt. Als ob das eine Schande wäre für eine Organisation unter den heutigen Verhältnissen, als ob nicht beide Organisationen von Amerikas gefülltem Geldbeutel abhängig wären, ohne den die Ausführung unserer Pläne einfach unmöglich ist! Aber wenn zwei das Gleiche tun, nämlich die Amerikaner zum Geber: zu veranlassen, so ist es tu der: Augen der zionistischen Führer und Presseleute nicht das Gleiche; vielleicht aber in der: Augen der Massen, denen die Politik nichts, das Wohl oes Mischen Volkesaber alles gilt. In: Anschluß ar: die obigen Ausführungen unseres Berichterstatters über die Tätigkeit des „Misrachi" auf dem Delegiertentag der Zionisten in Hannover möchten wir in Kürze auf die liebenswürdiger: Anrempelunger: der rnisrach-stischen „Jüdischer: Presse" (Nr. 19) zurückkomrnen. In: Interesse der Geduld unserer Leser und der Würde jüdischer Journalistik übergehen wir die Fülle persönlicher Angriffe und durchsichtiger Entstellungen, begnügen uns vielmehr mit der sachlichen Erwiderung auf die wesentlichsten vor: Herrn Lazarus Barth vorgebrachten Darlegungen. 1. Ueber die falsche Berichterstattung der nusrachistischen Presse über die Wiener Konferenz, gestatte:: wir uns in folgenden: einen Kronzeugen zu zitieren, dessen Autorität nicht r:ur uns, sondern vielleicht sogar Herrn Lazarus Barth eber:so gewichtig ist, wie seine bis jetzt ins Dunkel der Anonymität gehüllte Informationsquelle. Ter Czortkower Rebbe, Großrabbiner Friedmann (der angebliche Vertreter oer „toleranten" Richtung in Wien) äußert sich in einer Zuschrift ar: unser Bruderorgan,. den: Warschauer „Jud" unter anderem folgenderm asten: Die Revolutionen, welche Die Zw leisten in ihrer Preise veröffentlicht, haben, firrd: 1. daß man sich nicht mit Palästinabesiedelmlg beschäftigen könne; 2. daß man bei der englischen Regierung gegen das Palästinamandat Schritte tue, oder zumindest das Inkrafttreten desselben verzögere; 3. daß der Zweck der Reife des Gerrer Rebbe nach Palästina die Bekämpfung des dortigen Oberrabinats fei: 4. daß man beschlossen hätte, den Misrachi in der Vrene energisch zu bekämpfen. Diese Berichte enthalten nicht ein e i n z i g e s Wort Wahrheit. Auf der Konferenz hat in a it diese Refolutionen n i cht gefaßt. Wissen denn d'e Zionisten nicht selber, daß ein vollp'nniger Mensch ihnen nicht glauben kann, da ja jeder weiß, daß Agudas Jisroel und deren Führer am Aufbau von Erez Jisroel arbeiten und daß schon der Name Erez Jisroel in ihrem Herzen Sehnsucht erweckt? Rur geschieh: ihre Arbeit lediglich im Torageifte. Die i n W i e n gefaßten R e s o l u t i o n e n s i u d ioahrheitsg e m ä ß i m „I u d" (w i e i n d e n anderen a u - daorga n e n) veröffentlicht. Bis die „Jüdische Presse" nur: ihrer: Berichterstatter genannt, oder sich mit der: in unserer letzten Nummer vorgeschlagener: Modus zu Eruierung der Wahrheit einverstanden erklärt hat, tauben wir die Debatte über diese Angelegeneit schließen zu können. 2. Herr Lazarus Barth glaubt uns dabei ertappt zu haben, daß wir für die Agudahtätigkeit ir: Palästina Vorschußlorbeeren einheirnsen wollten, indem wir gleichzeitig rnitteilten, daß wir das Schulwerk der Pekidin: und Amarkalim ir: Zukunft lnitübernehnwn und doch schon die Unterstützung des Schulwerkes als bisherige Leistung der Agudah registrierten. Auch hier erw'eist es sich, daß wir noch viel auf dem Gebiet der Reklame lernen könr:er:, hätte:: wir dieselbe nämlich wirksamer betrieben, dann wüßte Herr Lazarus Barth, da wir schon seit Jahresfr ist mit ca. einer halber: Million Mark die betreffenden Schulen unterstützen, aber erst jetzt - nach Grürrdrrrrg unseres palästinensischer: Agudahbüros für die Einheitlichkeit unseres Zusarnrner:- arbeitens mit der: Pekidin: festere Former: geschaffen Haber:, was den Siru: der in unserer: Blätterr: gebrachter: Notiz darstellt. 3. Als Mitkänrpfer gegen der: assimilatorischer: „E." wird ausgerechnet Herr Dr. Isaak Breuer zitiert, welcher mit einer „neuen Ideologie des heutiger: orthodoxer: Judentums ehrlich bringt" und der erst oie Erkenntnis in Agudahkreisen wachgerufer: habe, daß das Palästinamandat einen Wendepunkt in der jüdischer: Geschichte darstelle. Es scheint, daß Herr Lazarus Barth Agudahblätter kennt, die uns nicht zu Gesichte kommen, wir bitten ihn daher, uns aufzuweisen, an welcher Stelle, wie er sich äußert, von Agudahseite aus „das Mandat als bedeutungslos hingestellt wurde." Was Herrn Dr. Breuer anlangt, ermächtigt er uns zu der Erklärung, daß seine Stellungnahme gegen den.Zionismus und besser: rnisrachistische Unterabteilung sich völlig mit der unsrigen decke, was übrigens bei unbefangener Lektüre seiner Aufsätze sich für jeden klar ergibt, der das Wärt '„jüdische Nation" höher einschätzt, als eine Neuprägung zionistischer Terminologie. - E. Ser Deleglertenlag der Aguda in der Slowakei. (Schluß.) Die ersten Nachmittagssturrden wurden mit Kommisfionsberatungen aus gefüllt. Um halb 3 Uhr wurde die Debatte über das Palästinareferat ausgenommen. Der Vorsitzende, Oberrabbiner Spitzer, liest einen Brief von seinem großer: Meister und Lehrer, dem Hundsdorfer Raw, vor, ir: dem er bereits vor 18 Jahren zum Palästinaproblern Stellung genommen hat, in dem Sinne, daß Jischuw Erez Jisroel eine unbedingte Mizwoh ist, welche aber wie jede Mizwoh mit heiliger: Gedanken in Heiligkeit ohne Alliance mit Elementen, welche bqn Mlzwohcharakter der Palästinaarbeit leugnen, vorgenommen werden soll. Rabbiner Söbl.(Palästina) verlangt einige Aufklärungen betreffs des Verhältnisses zwischen Agudas Jisroel und den einzelnen alten Palästinagemeinden, worüber er vom Referenter: und vom Vorsitzenden detaillierte und beruhigende Aufklärungen erhält. Oberrabbiner Kirschler (Modra) weist auf die wichtige Aufgabe hin, welche Keren Erez Jisroel, der in der Preßburger Konferenz beschlossene Aufbau für Erez Jisroel, für unsere Organisation bedeutet, im positiven Sinn die Zusammenfassung der latenten Kräfte der orthodoxen Judenheit für Erez Jisroel, andererseits eine Abwehr der Propaganda für Zwecke, für die wir keine Verantwortung übernehmen können. Er beantragt, daß schon in der heutiger: Versammlung die einzelnen Delegierten feste Summen zeichnen, für derer: Ar:fbringung sie die Bürgschaft übernehmen. Oberrabbiner Spitzer unterstützt dieser: Antrag und es wurden ungefähr 250 000 Kr. von den einzelnen Delegierten gezeichnet. Dr. Rosenbaum beantragt Beschränkung der Rededauer auf 5 Minuten. (Angenommen.) Er beantragt ferner die Schaffung! einer Landes- Palästina-Zentrale, die die Leitung der gesamten. Palästinaarbeit zu übernehmen hat. (Angenommen.) Zu Punkt 5 der Tagesordnung hielt Oberrabbiner Ungar (Tyrnau), ein Referat über die Jeschiwoh-Aktion, mit welchem er die Arbeit der Aguda Jisroel-Ortsgruppen und besonders der Jugendgruppen hervorhebt. Dann weist er auf die Wichtigkeit des Thoralernens in der: einzelnen Jeschiwohs, sowohl für die Ausbildung von Rabbiner, wie aber auch für die Erziehung von frommen Gelehrter: (Balebatim) hin. Am Schlüsse seir:es Referats stellt er den Antrag, daß teils als Dokumentierung des Thorahrirr- 26. Mat 1921. vm auf welchem Agudas Jisroel steht, teils aber'auch für die materielle Unterstützung der Jeschiwohs, einen Jeschiwohsond zu gründen, für den sich jede Gemeinde verpflichten soll, ein ooer zwei Samstage im Jahre alle Nedorim beim Verijas Hathora zuzuwenden. In der Diskussion ergreift Herr Löwy (Nove Zarnky) das Wort und weist auf die Wichtigkeit der Maochenerziehung hin, und er bittet in jenen Ortsgruppen wo die Ansätze vorhanden sind, auf 0:e Erziehung der Mädchen in wohltätigem Suuie einzuwirken, daß diese Ansätze gestärkt werden. (Angenommen.) ...... a- <*- Holländer (Presov) referiert über d:e Tätigkeit der Jugendgruppen, die schon früher als die Ortsgruppen verstanden haben, eine Landesorganisation für die Slowakei zu schaffen. Er entwirft ein überaus objektives und doch sehr erfreuliches Bild über die Tätigkeit der einzelnen Jugendgruppen, besonders über jene der Ortsgruppen in Bratislava, die besonders auf dem Gebiete der Flüchtlingsfürsorge geradezu Hervorragendes geleistet haben. Ferner hebt er hervor die Jeschiwoh-Aktionen, welche die Landesorganisatwn in .enger Zusammenarbeit mit der Wiener Jugendgruppe geleistet hat und deren Resultat es war, daß 50 bis .70 Kinder an slowakischen Jeschiwohs lernen, über deren Lernerfolge von den Leitern der Jeschiwohs erfreuliche Berichte vorliegen. Oberrabbiner Spitzer spricht den Dank der Versammlung an die Jugendgruppen in herzlichen Worten aus. Bevor man zu Punkt 8 und 9 der Tagesordnung schreitet, legt der Referent der Statutenkommission, Herr Dr. Rosenbaum, die Statuten vor, die nach längerer Diskussion Paragraph für Paragraph angenommen wurden. Nach Annahme der Statuten erklärt der Vorsitzende die Landesorganisation auf Grund dieser Statuten als gegründet. Hornona betont, daß in den Statuten der Wunsch zum Ausdruck kommen soll, daß die Autonomie der Landesorganisationen und die Autorität der Oberrabbiner unbedingt gewahrt werden soll. Diesem Wunsche wurde bei der Abfassung der Statuten Rechnung getragen. Darauf schritt man zur Wahl der Leitung, der Landesrepräsentanz und der Mitglieder des Zentralrates, deren Resultat wir in der letzten Nummer veröffentlicht haben. Nach Erledigung der Wählen wurde Punkt 5 der Tagesordnung, Regelung des Finanzgebarens, behandelt. Referent Löwbeer (Tapolcan) rvünscht ein geordnetes Budget für die Landesorganisation zu schaffen. Der Antrag wurde, nachdem die Herren Benedikt (Preßburg), Weiß (Neutra). Kohn (Preßburg), Dr. Rosenbaum (Preßburg), Dr. Ehrmann (Frankfurt) gesprochen, angenommen. Nachdem die Tagesordnung erledigt war, ergriff Herr Oberrabbiner Friedrich (Hornona) das Wort und gab seiner Freude und Genugtuung Ausdruck, daß er an dieser Tagung teilnehmer: konnte, und er geht mit dem heißen Wunsche von der Versammlung, für die Verbreitung der Agudas Jisroel-Jdee besonders in seinem Kreise in der Ostslowakei eifrig tätig zu sein. Der Vorsitzende dankt für die Mühe oer Delegierten, spornt sie zu eifriger Arbeit für Agudas Jisroel an und schließt die Tagung. Thorasxende der Agudajugend. In uns allen ist das Verlangen nach besserer Kenntnis und vertieftem Verstehen unserer heiligen Thora rege geworden. Viele eilen auf die Jeschiwos. Viele aber werden durch die Sorgen um das tägliche Brot darin gehindert. Ja, sogar mehrere hundert junge Leute, die, vom Osten geflüchtet, in Deutschland weiter lernen wollen, wissen nicht, ob sie nrorgen trockenes Brot haben, um ihr Leber: zu fristen. Wir fordern Dich auf zu einer Thoraspende. Derer: Früchte genießest Du sofort, und der 'Ltamm spendet Dir nach der: Worten unserer

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