Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 9 (24.2.1921)
- Date
- 1921-02-24
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6467833-6467833-9641060-9626291--1105-9626295- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
G»Ür 4„ M. ft. ' Hitze tn gelten zu mußten mtb habet mit der.P^iMi- - twftcn Kost zufrtede.n Zu sein, 'mindestens ss laE, bis er einmal (wann, weiß der Schöpfer) eine Stelle bekommt,- der soll , in jadenr ^aile weg von hi'r bleiben, außer wenn er soviel Geld hat, daß er Einmal ruhig 'von seinem Eigenen leben ka m und dann noch — mit seinem eigenen Geldt', heimzurvis: i vermag. . , Ums HtmmeWvillen, kläret die lieben LiUt? doch mal auf, daß keiner1 hierherkommen soll, der nicht eine kontraktlich feste Stelle vorher hat, oder, wie vorerwähnt, soviel Geld mitbringt, daß er davon einige Zeit leben kann und da in noch genügend Geld hat, um davon noch zurückreiserr zu können. Tabei bst zu bedenken, daß. hier das Leben viel teuerer als in Deutschland ist. Nach deutschem Gelbe (bei der derzeitigen schlechten Valuta) zahlt man hier für 1 kg Brot zirka 9 Mark 1 kg Fleisch zirka 100 Mark 1 St. Orange zirka 90 Pfg. 1 paar Schuhe zirka 300 bis 1000 Mark 1 Ei 3 Mark 1 Liter Milch 20 Mark Tem allergewöhnlichsten Diensnuädchen tw.lctu's noch keine Ahnung vom Arbeiten hat) nmß man außer freier Kost und Wohnung sowie Kleidung, ein Monatsgehalt von IV2 Pfund 375 Mark geben." Krakau. Die erste Ortsgruppe du- Agudas-Jisroel wurde seinerzeit am Tage nach der Kattowltzer Konferenz gegründet, und hat sich trotz dcr mannigfacher Störungen durch die Kriegsjahre in gerabezu vorbildlicher Weise entwickelt. Sie umfaßt h:ut etwa 1600 Familienväter, welche mit ihren Angehörigen über 12 000 Mitgliedern entsprechen. Tie straffe Organisation der Ortsgruppe wird vor allem durch die innerhalb der Ortsgruppe eingerichtet/ Konsumgenossenschaft Jisroel gefördert. Tie)e hat in den Zeiten der größten Teuerung nnd des Mangels an Lebensmitteln alle Mitglieder mit Brot und Mehl und anderer! Bedürfnissen versorgt, und zwar an den Mittelstand mit Ausschaltung des Zwischenhandels zum Selbstkostenpreis, an die Bedürftigen unentgeltlich. So erhielten im Atonal Januar beispielsweise alle unter der Kalte leidenden ärrneren Mitglieder je zwei Zentner Kohlen. Tlugenblicklich ist die Verteilung von Kartoffeln im Gange, urrd schon werden die Vordereitungerr zürn gemeinsamen Einkauf von Mazzoth und anderen für Pesach notwendigen Lebensmitteln getroffen. Auch hier zeigt sich, wie tn anderen Ortsgruppen, daß die weniger bemittelter Mitglieder wesentlich hilfsbereiter und opferfreudiger sich erweisen, als die finanziell günstiger Gestellter. . Hierdurch wurde auch die Agudo in die Notwendigkeit versetzt, eine von ihr eingerichtete Mikwo vorläufig zu schließen, da das vorjährige Defizit sich auf über 120 000 Mark belief. Man plant nach Aufbringung der nötigen Mittel einen Umbau der Mikwo, welcher allen hygienischen Anforderungen Rechnung tragen soll. Augenblicklich sind alle Kräfte angespannt, um die von der Ortsgruppe eingeleitete Hilfsaktion für die ukrainischen Pogromopfer zu einer möglichst: umfangreichen zu gestalten. Ansehnliche Summen sind bereits nach Lemberg gesandt worden. Eine ganz besondere Erivähnung verdient die Schöpfung und ll rterhaltung einer orthodoxen Mädchenschule „Beth-Jakuf" durch die Ortsgruppe, welche einem dringenden Bedürfnis entgegengekommen war und sich heute allgemeiner Sympathie erfreut. Innerhalb des Krakauer Gemeinde leben s herrscht augenblicklich Kn heftiger Wahlkanips wegen der Gemeinden.'rlvaltung. Als vor zwei Jahren auf Grund eines Kornpromisses zwischen den Parteien auch die Orthodoxen ihre Vertreter zu bestimmen hatten, zeigte sich die ganz' Gefahr, welche in den: Mangel einer geschlossenvn Organisation liegt. Es wurde von der Orthodoxie damals, obwohl sie \ 70 bis 80<Vo derjüdischen Bevölkerung ausmacht, .nur eine kleine Anzahl Mandate errungen. In den zwei Jahren, die nötig waren, bis die Regierung die neue Gemeindeverivältung bestätigte, ist die Agudo : soweit erstarkt, daß sich zweifelsohne bei einer neuen , Wahl nach einein gerechten Wahlsystem .ine völlig anders zusammengesetzte Gemeind evevvaliung ergeben wird. Trotzdem werden die Orthodvrenvertreter an den Beratungen der Genwindevertreter teilrehmen mit der dlbsicht, in Bälde eine Neuwahl zu veranlassen, in der Zwischenzeit aber für die stark vernachlässigten Interessen des Kaschruth ein.zutreten. Wir haben die sichere Hoffnung, daß die rührige Krakauer . Ortsgruppe auch weiterhin dein Agudagedanken im Krakauer (Gemeindet ben ruüi Siege verhelfen wird. Bratislava. Auf Einladung der Gemeinde- und Agudagruppen hielt Herr David Schreiber einen be- ‘ . geisterten Vortrag im Festsaal der orthodoxen Kultusz gemeinde. Einen bleibenden Eindruck hinterließ be- . sonders das vom Redner entlvorfene Palästina-Ideal der Aguda,. das in dein vollendeten Aufbau des sittlich religiösen Gedankens der Thora besteht. Birnau. Tie Orts- und Jugendgruppe hier, veranftaltet allabendlich Vorträge, die derartig stark besucht sind, baß eine Reihe von Dozentin, fitr das lehrbegierige Publikun! gewählt werden mußten, die in Parallelkursen ihre L-chiurim abhalten. Es sind - ' Herren:. Metes, Schönftld, Fürst. Raab. -Halle und Sckffck. .In derhiesigen Mensa für die Jefchiva-Bachurini rverden 45 Mitglieocr der Jugendv Kruppe, welche die Jeschiva besuchen,, verpflegt.. „Blättern" - Wie». Das Zentralkomitee der Agudas-Jisroel hat Veranlassung geuvmmmr, in einer längeren' Audienz bei dein neugewählicm. österreichischen Bundes» Präsidenten denselben üdek die Ziele uüd Aufgaben der Agnda zu orientieren. Ter Präsident' drückte seine wärrnste Sympathie für die Agudah-Bestrebung! aus, und betonte, bei dieser Gelegenheit auch, daß er auf denr Standpunkt der völligen Gleichberechtigung aller Bürger stehe und die antisemitisch' Bewegung aufs schärfste m ißbillige. Au der Delegation nahnr teil die Herren Rabbiner Baunmarten, Tr. I. Volk, Wolf Pappenheim und Tavid Schreiber. Wien. Man schreibt uns: Vielleicht in keinem Land ist es so gelungen, wie in cer Bukowina, die Aguda zu einem Faktor des gesellschaftlichen jüdischen Lebens auszugestalten. In sämtuchen Organisationen, namentlich im Joint besitzt die Aguda ein Drittel der führenden Stellen. Es ist dort so durchgeführt, daß das zweite Drittel den Arbeitern und das letzte Drittel den im Bene Bris zusammengefaßten „Intellektuellen" zugeunesen ist. Tie Ortsgruppe in Ezerrwwitz hat Lausend Mitglieder, die ernen jährlichen Beitrag von je 36 Lei zahlen. Sie unterhält im Altgebäude eine. Talmud Thora mit 1100 Kindern und hat in Ezerwowitz auch die Fürsorge sämtlicher rituellen Institutionen mit Erfolg übernommen. Sie ist führend bei der mit 10 Millionen Lei fundierten Mederaufbaubank. London, 1. Februar. Im Jüdischen Mädchenklub des Westen fand am letzten Sonnterg eine Aguda- Versammlung unter Vorsitz des Präsidenten des Zentralbüros, Advokat Landau, statt, tevr den Gaon von Ostrowo und Rabbi Jos. Lew ous Warschau als Redner vorstellte. Ersterer gab s nnec Freude über den der Tlelegation gewährten warmen Empfang Ausdruck. Er stelle da als Vertreter der orthodoxen Judcmheit des Ostens und rufe seine e rglischen Brüder zur Hilfe für den Aufbau des jüdisch-religiösen Lebens, ^tur durch gemeinsaure Anstrengungen könne ein Erfolg erzielt werden. Rabbiner F e r b e r, der Vorsitzende der West-Londouer dlguda, sagte, vor einiger Zeit sei er Zeuge gewesen, wie das englische Publikum in glänzender Mise einem Anfruf Folge tab, ein historisches Gebäude in London vor dem terfall zu retten. Tie Thora, unser köstlichster Bau. sei in rötlicher Gefahr und er sei sicher, daß die Juden ihr äußerstes trrn würden, um den Thora- Fonds der Aguda zu stärken. Ter Thora-Fonds habe u. q. die Aufgabe über 700 Ehcrdorim und Jeschiwos, Mädchenschulen und VolkZschulen in Osteuropa zu erhalten. Mr. Sherman gab einen kurzen Bericht über die Leistungen les Thora-Fonds in der Vergangenheit und appellierte an die Präsidenten der Synagogen und jüdische t Gesellschaften, die anwesend waren, sich der Älguda anzuschließm. Rabbiner Lew zeichnete in großen Umrissen das Golus- und Erez Jisroel-Programm der Agudas Jisroel. Man dürfe nicht die Augen schließen vor dern ernsten moralischen und physischer Gefahrerr, denen unsere Generation gegenübersteht. Je trauriger jedoch die gegenwärtigeil Zeiten seien, desto mehr sei es unsere Pflicht, das religiöse Gffühl und das jüdisck>e Wisserr, die unzerstörbaren Quellen jüdischer Kraft zu stärken. Das Erztehungsprogramm der Aguda verdiene die Sympathien jedes Juden; ibr politisches Endziel sei der Friede. Er protestiere energisch gegen gewisse boshafte Berichte, die von gegnerischer Seite über die Aguda ins Publikum gebracht werden. Das Erez Jisro el-rPogramm der Aguda erstrebe die Ansiedlung möglichst vieler Juden im Larrde auf traditioneller Basis. Ter jüdische Genrus würde im heiligen Land wieder aufteben, aber das Land müsse heilig gehalten werden, durch ein wahrhaft jüdisches Leben, daß sich auf ihin entfaltet. Tie Juden seien das Volk des Buches, die Thora ihr tragbares Mutterland. Ungleich anderen Nationen haben die Juden ihr Etesetz empfangen, bwor sie ihr Land betrat.m; die Tljora, unser innigster Freund, »nutz vor dem Ruin betvahrt werden. Und nicht alle J^ld-:n könnten nach Palästina gehen; die jüdische Religion allein sei das erhaltende Elemen.t, das die Fort?xistenz l-er Juden auch in der Diaspora garantiere. Tr. Ben Zion Feßler zeichnete die i^tefahr der Affimilation im Golus. Anr Eutk' des Meetings wurde eine beträchtliche Summe .flir drw Thora-Fonds der?Igudas Jisroel gefarnmelt. Spendenliste: F. Erez Jisroel: Adelsdorf: Leljrer Bayer, R.-Eh.-Spende 20. Berlin: Tr. Birnbauin, Teilsaminl. b. Brismiloh s. Sobnes 191, Rosa Gottgetren, N.-Eb.^Svend.' 5,40. B e r o 1 z h e i m: Max und MNY Herz, R.-Eh.-Spende 20. B t s cho fs w e r der: Frieda Lichteujetd, R.-Eh.^ Spende 20. Breslau: Berthe Epstein, R.-Eh.-Spenie 13, L. Preuß, kw. 5, Victor Wreschuer. 315,70, durch Aron Kober 2595,20. - E ö lii: Jos. Earledach, R.-Ch>Spende 0,73, Gotttfr. Loewenstein anl. d. Verlobung deS Frc. Rosa Hvffmanu, Kolonie 100. umi, i "**!.• . C r eg l i n g tn; Benj/Oberndörfer. R.-Eh-Spende 10. T a r'nt st d p 1: durch Robb. -Dr.- Marx durch Mayer- KaHauer 100, d. aus Babenhausen 20. Tins l a t e n: Tr. Rothschild,. R.-EH.<Spende 1.5. Frankfurt: Siegft. Roseuberg, N.-Eh.-Spcnde 30, Eduard Loerventhal, R.-6h.--Speude 5, Zahnarzt Ehrmann, R.-Eh.-Spende 20, Ludwig Lelvtsohn, do. 5, Herr und Frau Moli Stern und Tr. Siegfried Oppenheinicr 1000, Jugendqruppe, Sannnlg. 33, Lehrer A. Hirschberg, R.-Eh.-^Speiide 20, M. Naumburg, do. 6. Fulda: Jos. Stern, div. Sammlungen 140. H a l b e r st a d t: Gruppenr>erband 1795,50, Kolonie 270, Jawne 30. Haßburg: M. Teutschtäner, R.-Eh.-Spende 5. Hüttcnheim: Fi'eudcnthal, R.-Ch-Spende 10. K a t t o w i tz: Laz. Wistieki, R.-Eh.-Spende 35. Kettwig: Felix Müller, R.-Ch-Spende 10. Lübeck:' Ernst v. Walet, R.-Eh.-Spenoe 10. Mainz: Marcus Moritz, 22, Ntädchenarnppe, R.-Eh.- Spcnde 165. Marburg: Nord. Moschytz, R.-Eh.-Spende 10. Marktbreit: R.-Eh.-Spend.' 15. Mellrichftadt: Leop. Adler, R.-Ch.-Spende 10. Oldenburg: Lehrer Meyberg, R.-Eh.-Speude 55,90. S ch w a b a ch: Tr. Manes, R.-Eh.-Spende 36. S ch w e i n f u r t: Synag.-Büchse Arnstein 340, Stnion Stein, Arnstein 90, div. Einzelspenden 63, M. Weigersheimer 50. Sprendlingen: Lehrer Kauftnalin R.-Eh ^Spende 23. S t r a u b i u g: Wolf Adler, R.-Eh.-Spenoe 30. W ü r z b u r g: Sannnlung durch Feilcheiiseld 1.500, L. B. Gutmann, R.-Ch.-Spende 25, N. Eldod, R.-Ch.--Spende 50. H o chzeir: Krüger-Mainz mit Frieda Geisel-Neuwied 456,50. AgudasMoel OrtsgmppeMnksiikia.M. Samstag den 26. Februar abends 8,30 Ahr im „Löwenhoff Sanauerlandstr. 38 Mgliedewersammlung Tagesovdnnng: Das?k0Zramm iet Ortsgruppe, Referent: R.-A.Dr. J. Breuer mitoiieder der 3uaendariipiiß touifiommen Gedenket unserer Fonds und sendet Ueiträge an: Gruppeuverünttd dev Aguda* Iivvael in Deulschtaud. Aaldeestadt Postscheckkauto Ue. 18 SOI» Kevttu. Agudas Ki*e*et Nugeudoegautsatrstt- GStu am Ntzetu Postscheckkauta Futtz Caheu Ue. GSl«. Paläftinazeutrale der Agudas Atsvorl fite Deulschtaud. Feankfuel a. M. Postscheckkonto Kiegfeted KSmeulkat Uv 44522, Fraukfuvt a. M. Kviegowatseufonds. Postscheckkonto Divektion dee Diskonto- GeseUschaft Uv. 1850. Kertin. »UNnbwosMche «sdaMsn: RvVbkler Tr. P. Kohn, Vr. S. Ehrmann, & Siias»«, %ruit von Rupert B«um»«ch, fanifwl a- M.