Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 7 (1920-1921)
- Issue
- 4/5 (11.1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 46 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6467833-6467833-9641060-9626255--1069-9626259- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
46 IV. Vielfach wird in unseren Kreisen über Mangel an Informationen geklagt; zu einem großen Teil mit Unrecht. Denn „Israelit“ und „Haderech“, die Wien-Preßburger „Jüdische Presse“ und der Warschauer „Jud“ sind in jeder ihrer Nummern angefüllt mit Berichten und Aufsätzen über die Agudo. Hinsichtlich unserer Blätter indessen war die Klage berechtigt. Dem Mangel soll abgeholfen werden. Die Blätter sollen m. G. H. fortan so häufig erscheinen, daß trotz der geringen Seitenzahl eines Heftes Raum für Nachrichten bleibt. Dazu gehört aber in allererster Reihe die Mitarbeit in den Gruppen. Diese werden hiermit eindringlich um Tätigkeitsberichte ersucht. Es genügt, Tatsachen und Vorgänge kurz mitzuteilen. Die journalistische Ausarbeitung übernehmen gern die Redakteure. Ebenso werden die einzelnen Mitglieder allesamt warm und herzlich gebeten, auf eigene regste Mitarbeit bedacht zu sein. Denken Sie auf Ihren Wegen, in Ihren Musestunden, in Gesellschaft und allein, über Agudas-Jisroel nach, und bringen Sie die Gedanken zu Papier. Jeder Gedanke, wenn er nur aus agudatreuem Herzen kommt und unsere Sache fördern kann, wird dankbar aufgenommen und sorglich verwendet werden. V. Um die Blätter allen Mitgliedern im neuen bürgerlichen Jahre zugängig zu machen, müssen der Post Abonnenten-Listen mit den genauen Adressen eingeliefert werden; für die großen Städte nach Postämtern und Straßen geordnet. Wir bitten die Ortsgruppen, die Listen ungesäumt neu aufzustellen und an den Gruppenverband der Agudas-Jisroel in Halberstadt zu senden. Wo Orts- und zugleich Jugendgruppen bestehen, muß die Liste gemeinsam aufgestellt werden. Damit wird auch ein Doppelversand an solche Familien vermieden, zu denen Mitglieder von Orts- und von Jugendgruppen zählen. Die Angelegenheit eilt; um schleunigste Erledigung wird dringend gebeten. Regisratur. Ueber Gräber geht der Weg. Gräber zuckender Menschenleiber und Gräber zagender Hoffnung. Habt Ihr das Weinen verlernt? Registriert Eure Tränen, damit nach heiliger Verheißung auch die ewige Gerechtigkeit sie registriere und sie erstarren lasse zum Aufbau einer besseren Welt, deren Baumeister Agudas Jisroel sein soll und sein muß, als die Verkörperung des Gewissens Israels, als Wecker des Gewissens der Welt. Oder habt Ihr keine Tränen mehr? Ist ja möglich, daß viele im grimmen Neid der Unzähligen gedenken, welche dort im Osten der (von wem?) entfesselten Bestie zum Opfer fielen. Denn ach so vieles bleibt ihnen erspart. Manches, Eines nur will ich Euch erzählen. Da gibt es junge, irregeleitete und deshalb bedauernswerte jüdische Menschenkinder, aufgepeitscht im Innersten, ihrer Seele, in mißverstandenem Prometheustrotz sich aufbäumend. Nennen sich Chaluzim in seltsamer Verkennung jener ersten Chaluzimstämme, die nicht bloß bei Uebernahme und Lösung ihrer Aufgabe, sondern selbst nach getaner Arbeit, heimgekehrt zum traulichen Herde ihren Zusammenhang