Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 1/2 (Januar/Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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30 Interesse und große Begeisterung der Jugend für unsere Ideale, überall wurden neue Mitglieder gewonnen und die alten zu intensiver Arbeit angespornt. Der zweite hessische Bezirkstag, der in Bälde stattfinden wird, soll Zeugnis ablegcn von der außerordentlichen Verbreitung der Agudoh-Jdee in den hessischen Landen. In einer sehr stark besuchten Versammlung in H ambvrg sprach Herr Salomon Ehr mann über unsere „Geulas Hoorez-Organisation" und gleich am Vortragsabend wurde eine erkleckliche Summe für dieses Werk gezeichnet. Als Frucht eines Vortrages desselben Herrn in L ü b e rk ward auch dort eine Jugendgruppe gegründet. Weitere Jugendgruppen entstanden in Burgpreppach unter Leitung des neueingesührten Distriktsrabbiners Dr. M i ch a l s k y und in H a ß f u r t, die durch unseren Herrn Max Neuberger ins Leben gerufen wurde. Die Jugendgruppe Gießen, die durch besonders schwierige Verhältnisse während des ganzen Krieges nicht arbeiten konnte, wurde vor mehreren Tagen durch einen Vortragsabend, an dem die Herren Rabb. S>r. Hirschfeld und Dr. med. Klein, Gießen, Dir. Dr. Lange und Studienreferendar Leo Rothschild aus Frankfurt die Referate hielten, wieder neu belebt und nahm ihre Arbeit mit etwa 60 Mitglieder von neuem wieder auf. Gerade vor Schluß der Redaktion geht uns die Mitteilung zu, daß bei Gelegenheit eines unterfränkischen Bezirkstages in K i tz i n g e n eine Orts-, Jugend- und Esra-Gruppe gegründet werden konnte. Genauer Bericht folgt. Eine weitere Jugendgruppe konnte am selben Tage durch Herrn Simon Bamberg er aus Kissingen in Poppenlauer (Unterfranken) gegründet werden. Offensichtlich macht unsere Organisation nun auch in diesem so gut jüdischen Ländchen erhebliche Fortschritte, und wir hoffen gerne, daß entsprechend der innigen Frömmigkeit seiner jüdischen Bewohner auch die Intensität unserer Bewegung dort wachsen möge. Endlich ist noch von zwei großen Vortragsabenden zu berichten, durch die die Jugendgruppen Frankfurt und München erfreut wurden. Herr Dr. Nathan Birnbaum, dem ein so guter Ruf und großer Name vorauseilte, sprach in beiden Versammlungen unter dem größten Beifall der außerordentlich zahlreich erschienenen Zuhörer über die „G o t t e s v o l k s ch a f t I s r a e l s" und zeigte mit elementarer Wucht, daß unser Weg der einzig richtige, daß unser Weg der einzig jüdische ist! Es ist selbstverständlich, daß neue Gruppen, besonders an kleinen Orten, nur dann mit Erfolg arbeiten können, wenn sie auf allen Seiten Unterstützung finden. Wir richten daher an alle Agudisten die dringende Bitte, soweit sie dafür fähig zu sein glauben, sich der Organisationsleitung zu Vortragsreisen zur Verfügung zu stellen. Es ist dringende Notwendigkeit, unsere Ideen und Ideale mehr aufs Land hinauszutragen, dort mehr aufzuklären, auf daß die Jugend, die vom Land in die Stadt kommt, nicht in so völlig unbekannte Gefilde hineintappen muß. Die Sammeltätigkeit unserer Gruppen muß auch noch viel intensiver betrieben werden, wollen wir die großen Ausgaben erfüllen, die unsere Organisation sich gesetzt. Jeder gute Agudist und jede gute Agudistin, muß samm-ln, mutz Geld schaffen in jeder Stunde und bei jeder Gelegenheit. „Jsch kemnatnas jodau", jeder so gut und so viel er kann; nur wenn alle zusammenstehen, und wenn alle zusammenschaffen, werden wir in die Lage versetzt, so weiter arbeiten zu können, wie es für das Blühen unserer Organisation unbedingt notwendig ist.