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Das Echo · 1960-11-18 · 236 (18.11.1960) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
236 (18.11.1960)
Date
1960-11-18
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Die urtafbhaengige Halbmonatsschrift Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur; Dr. Ludwig E. Stargardt Verlag: Editorial “EI Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz — Miraflores. — Büros: La Paz, Harrison 3 — Telefon 6080 / Cochabamba, Baptista 429. / Postanschriften: Revista “EL ECO”, Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba / Druck: Editorial KoHasuyo”, Loayza 400 DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 600.000; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. Jahrgang XI. — Nummer 236. — 18 NOVEMBER 1960. — PREIS: Bs. 500.— **+***** *********************************** ï Auch, iü” IHREN Haushalt: ï MATADOR - 4- J der immer dienstbereite X Haushaltsfreund! * »«"S'!-1 4- 4- * 4- 4- 4- 4- Der Staubsauger ohne Stoerungen, mit vielen, vielen Spezialzubehoerteilen, der die X Hausarbeit zu einem Kinderspiel macht! 4- - 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- 4- ******************************************* Wer “Matador” kennt - lobt ihn! Vorführung bei Empresa HUGO LANGER La Paz. POTOSI 1136. — Casilla 479. Das öeheimniss des Toplitzsee Eine Demokratie besteht nur dann, wenn diese durch Demokraten geführt wird,, wenn demokratische Persoenlichkeiten dem Staat sein demokratisches Antlitz praegen. Viele Demokratien nennen sich wohl so, sind es aber nicht. "Demokratie'' ist cft nur ein wirksames Plakat für Staatsformen, die autoritaer oder semiautoritaer geleitet werden. Auch in Westdeutschland gibt es genug leitende Persoenlichkeiten in der fiskalischen sowohl in der kommunalen Verwaltung, die so überzeugte und echte Anti-Demokraten waren dass es ihnen unmoeglich ist, wirkliche Demokraten zu sein. Diese Herren, die einst den Demokraten Schimpf und Schande antaten, gebaeren sich heute als 110 Prozentige Demokraten, ein Getue, welches mit Taten nicht identisch ist. Ein erheblicher Teil der deutj sehen "Elite” hat schlimme Wo-; chen vor sich, denn ihr Gewissen i ist belastet und sie fürchtet, dass vieles zu Tage kommen kann, was für sie vergessen sein sollte. Die Gefahr droht in den Tiefen des steierischen Toplitzsee, aus dem schon hoechst Erstaunliches gefischt wurde, wie bisher unbekannte nazistische Staatsdokumente, Unmengen von Falschgeld und andere schoene Dinge mehr. Der Toplitzsee liegt in einer herrlichen Alpengegend in Oesterreich, zu der die Obernazis stroemtea, als sie endgültig wussten, dass ihr 1.000-jaehriges Reich nach 12 Jahren Gewaltherrschaft im Untergang ist. Im April 1945 kamen die, die meinten, Deutschland in Erbpacht genommen zu haben, die Nazispitzen, zu denen auch Adolf Eichmann gehoerte. In der Abgeschiedenheit des Ortes Altausses {2.500 Einwohner), wo der Topliiztee liegt, (über den man wahrscheinlich noch sehr viel zu I sprechen haben wird) wurden! Kisten ..m Kisten ¡n die Tiefe | des sc loenen, grünen Sees j versenkt Es handelt sich um J ungefae ,r 40 Kisten ,die wie man heute v eiss. angefüllt wurden, mit h?Xbgütem una Gah-iümakten der grossen Nazis. Es ist heute Gewissheit, dass diese Kisten Juwelen und Gold im Wert von mehr als acht Millionen Dollar beherbergen, einen Wert, um den das Judentum bestohlen wurde-. Aber nicht nur edle Kostbarj keiten birgt der Toplitzsee, sondern auch eine Unmenge von Dokumenten, die se-hr vieles innerhalb des Naziregimes aufhellen koennen. Diese Dokumente sollen u.a. die Liste-n der in den Konzentrationslagern Ermordeten (aufgestellt von Kaltenbrunner), Listen über "Enteignungen” und anderes sehr belastendes Material enthalten. Ein erheblicher Teil der edlen und weniger edlen Schaetze wurde bereits heimlich und unerlaubt von Nazis (sprich zeitgemaess: Demokraten) ans Licht gebracht und es ist anzunehmen, dass die Juwelen- und Geld-Werte umgeschmolzen w;urden als Kapital zu zahlreichen Firmengründungen in Westdeutschland. Wie kerm man auf aie Geheimnisse im Toplitzsee? Auf einer Kletterpartie im Jahre 1946 verunglückte ein gewisser Gerhard Gerrens, der in die See fiel und durch Rettungsstationen (tot) aufgefischt wurde. -Bei dieser Gelegenheit wurde erstmals "das Wunder im Toplitzsee" entdeckt. Danach wurden Nazikreise alarmiert und sie fischten Einiges, Wichtiges und Wertvolles aus den Tiefen dieses Sees. Aber es blieb immer noch genug Material geborgen, welches man mit primitiven Mitteln nicht bergen konnte. Nun hat sich die israelische Regierung hier eingeschaltet, um uie nesie aer im toputzsee ruhenden Dokumente zu sichern, um diese gegebenenfalls als Dokumente in dem bevorstehenden Prozess gegen Eichmann zu benutzen. Es wurden bereits alle diesbezüglichen Massr ahmen eingeleilei und isiaeiiso.e »sirüs” haben schon Tauch- und Bergungs-Techniker verpflichtet, damit baldigst die Töplitz—Aktion starten kann. Der Eichmann-Prozes bringt es an den Tag.. In gewissen Kreise herrscht über die in Vorbereitung befindlichen gründlichen Bergungsaktionen eine vsrstaendliche Erregung. Bonn ist sicher darüber nicht sehr erfreut, denn es befürchtet, das die gefundenen und verwerteten Dokumente das nesuge aer aeutscüen Burderrej publik sehr gefct&hrden koennien. i Es ist auch durchaus moeglich,! dass zwischen Bonn und Jerusalem geheime Verhandlungen in dieser Sache geführt werden, damit von israelischer Seite die Dckemente moegiiehst "ds.ikat" behandelt werden. Wie dem auch sei: der Toplitzsse "hat es in sich”, er biigt ein Sprengmaterial, welches manchem die Freiheit kosten kann, der sich bisher sicher in der sprengfesten demokratischen Festung "Westdeutschland" fühlte. Die boesen Israelis gehen wieder einmal den guten Nazis auf die Nerven.. LUDWIG K. STARGARDT F. D. R. - redivivus?. Mit einer kurzen Nasenlaenge kam Kennedy vor Nixon ans Ziel. Mit nur 1 /2 % Wahlstimmenvorsprung konnte John F. Kennedy als Triumphator aus den grimmen Wahlkae.inpfen hervorgehen. Mit seiner Wahl plaziert sich in der nordamerikanischen Geschichte eine geradezu sensationelle Sonderheit: Mit Kennedy wurde der erste Katholik in das Weisse Haus berufen, der gleichzeitig der jüngste (43) aller bisherigen dreiunddreissig Praesidenten ist. Wir freuen uns, dass Kennedy gesiegt hat, denn wir glauben von ihm erwarten zu dürfen, dass seine Politik eine gesündere* sein wird, als wie es eine Politik von Nixon m:t republikanischen Richtlinien sein kann. Die Re.aktionaere und die politischen Rechtsgruppen beginnen bereits Kennedy einer ''moskaufreundlichen Politik “zu verdaechtigen, sie sinti von dem Wahlergebnis alles andere als begeistert, da sie in Nixon ''ihren Mann” sahen. Und da dies so ist, haben wir allen Grund, uns über den Erfolg von Kennedy zu freuen. Unser grosser Wunsch ist es, dass Kennedy wirklich eine aufgeschlossene liberale Politik treibt, dass er es verstehen wird,' liberalen, demokratisch aufrechten Maennern (wie z.B. Stevenson) Macht und internationalen Einfluss zu verleihen, dass Kennedy der Mentor für eine bjjss^re politische Moral sein wird. Unter der polit Führung von John F. Kennedy i das beunruhigende Klima des “ Krieges” endgültig weichen, um wollen hoffen, dass Kenned) Faehigkeiten haben wird, auch m litisch-kontraeren Systemen Vernunft, durch Anwendung von zeugenden Taten und durch rii Worte in Kontakt, ja, vielleicht in öjne sogenannte Co-Existen kommen. Am 20. Januar 196! wird de General Eisenhower die Macht “Vereinigten Staaten von Norda ka” an den jugendlichen Libt Kennedy übertragen. ln der Regierungszeit von Ker werden die Parzen den Faden dramatischen W-eltschicksals spii es moege ihm vergoennt sein, < Klugheit, diplomatisches Geschick ehrlichen Pazifismus, unser Schicksal trofzdessen aufzuhellen. An die Persoenlichkeit von K< dy knüpft sich die Hoffnung, da: die gute, edle und versoehnliche dition von Franklin D. Roosevelt setzen wird.. Kennedy ist die gi Wielthoffnung. Ungezaehlte Milli von Menschen wünschen ihm K.!a in seinen Gedanken und ein gli ches Geschick in allen seinen Ents düngen, die von jugendlicher Dyn. und staatsmaennischer Weisheit e sein moegen.

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