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Das Echo · 1960-09-20 · 231-232 (20.9.1960) · p. [Seite 24]

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Journal
Das Echo
Volume
11 (1960)
Issue
231-232 (20.9.1960)
Date
1960-09-20
Page
[Seite 24] (sequence 24)
Language
German
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24. “DAS ECHO“ 20, September I960. Jom Kippur bei den Negerjuden Vom Broadway durch di« 96. Strasj Se führt der Weg zur Lenox-Avenue. Hier, im Herzen von Hariem, geht es1 sehr lebhaft zu. Kinder, Erwachsene,! Greise — fast 100 % Dunkelhaeutige I — sind auf der Strasse, laermend | gestikulierend, wie auf einem Jahrmarkt. Weit und breit kein weisser Mensch zu sehen. Wir naehern uns der 127. Strasse, fragen die Herumstehenden nach der Synagoge. “You mean the jewis church?” (Sie meinen wohl die jüdische Kirche?) Sehr freundlich und bereitwillig führt man uns zu einem alten Gebaeude aus roten Ziegelsteinen und wir gehen schnurstracks in das Bethaus hinein. Unser Erscheinen erweckt kein wie immer geartetes Aufsehen bei unseren schwarzen Brüdern. Es scheint, als ob sie uns der Sensationssucherei verdaechtigen, was ihnen nicht zu passen scheint; dessen ungeachtet werden uns ganz vorne beim Misrach quasi Ehrenplaetze angewiesen. Zaghaft blicken wir herum: Ungefaehr 200 Maenner verschiedenen Alters sitzen andachtsvoll in den' Von Sam l Talligth gehüllt; eben soviel« Frauen, die Koepfe mit Seidentüchern bedeckt, auf denen zierliche Mogen-Davids gestickt sind. Eine mysterioese Stille herrscht im Saa'e. Der Rabbiner Alathias spricht zur Gemeinde über das amerikanische Rassenproblem, mit viel Pathos und Würde. “Man appelliert an uns von Washington, ruhig zu sein, bis die stufenweise Angleichung durchgeführt wird. Aber die weissen Mitbürger warten nicht. Sie ilynchen unsere Brüder im Süden des Landes. Sollen wir uns einzeln abschlachten lassen? Haben wir kein Recht, uns zur Wehr zu setzen?” Worauf alle begeistert im Chore.- “Y©s” und “Amen” antworten. Wir fühlen uns ein wenig unbehaglich. Gehoeren wir doch auch zur weissen Rasse... Schliesslich beruhigte sich die Menge und es trat eine halbstündige Pauae ein. Waehrenddessen spielte ein Grammphon “Eli, eil”, “Meine jüdische Marne”, “Kol Nidre” und andere jüdische Schallplatten, die in der East-side von New York sehr populaer sind. Gegen 12 Uhr mittags wurde aus der Thora iderer (New York) vorgelesen. Etwa 15-20 junge Burschen wurden “aufgerufen” und en masse eingesegnet. Das Vorlesen der Thora klang unserem an den “Tropp” gewoehnten Ohr fremdartig. Es wurde auch traditionsgemaess für diverse religioese Zwecke und auch für Erez- Israei geschnodert. Dann erhob sich ein aeiterer Mann und sprach über iokale Probleme wie: materielle Bedürfnisse des Tempels, über ein Haeuserprojekt für jüdische Neger und dergleichen mehr. Hierauf schritt wieder Rabbiner Mathias bedaechtig zum Altar und sprach neuerlich. Diesmal handelte es sich um religioese Dinge, wie Gottesdienst, Tradition, Kaschruth, wobei es der Redner nicht unterliess, einen Seitenhieb den “weissen Brüdern” zu versetzen: “Eines Tages”, so fing er an, “kommt ein weisser Rabbiner zu mir und erkundigt sich, wie es bei mir um Kaschruth bestellt ist”. — Er macht eine kleine Pause und das Publikum laechelt hoehnisch. “Mich fragt er wegen Kaschruth”, donnerte er. “Meine beiden Sœhne waren über zwei Jahre bei Onkel Sams Armee im Kriegsdienst, hatten kein Stückchen Trejfes zu sich genommen waehrend ihrer ganzen Dienstzeit, naehrten sich von trockenem Brot, Gemüse und koscheren Konserven, rührten nichts an von der allgemeinen Soldatenküche! Mich fragt er wegen Kaschruth! Welch eine Impertinenz!" Alle jubelnd '“Yes, Amen”. “Bei mir erkundigt er sich wegen Kaschruth!” wiederholte er. “Ein weibliches Afitglied unserer Gemeinde, die Kriegswitwe Frau Davis, die als Koechin bei einer jüdischen Familie (einer weissen!) beschaeftigt war, wurde — da sie sich weigerte, Schinken zu servieren — fristlos entlassen. Fragen Sie nicht bei uns, sondern bei Ihren Leuten, wie es um Kaschruth bestellt ist!” *‘Yes, Amen!” schrien alle, auch die kleinen, herzigen Kinder. Dies und viel anderes bekamen wir zu hoeren am Jom Kippur in der Neger-Synagoge zu Harlem, New York. Mit einem Gefühl der Beklemmung verliessen wir das jüdische Gotteshaus in der Lenox-Avenue in Hartem. ©RUR® ■nnmi I UNBON ¡Desea Progreso y un Destino Próspero a todos los Judíos en su Año 5721! j FABRICA FANATEX S FABRICA MIRTATEX a S FROIM MANDELBAUM 5 3 ■ , , ... -i , „ . J-1 , ■ saluda a la Colectividad israelita en Bolivia 3 ■ desea al Yishuv de Bolivia cordialmente ■ „ A ~ „„.„.i ■ i “¡LESCHONAH TAUWOP g en SU An0 nUeV°!! ■ ■ I 3 CASA POPULAR ■ Fcade Confecciones TREBOL ■ ¡ S. FAYERSTEIN y Señora [ EDUARDO CARVAJAL CAMACHO j 3 desean al Yishuv de Bolivia 3 desea al Yishuv de Bolivia S 3 “¡LESCHONAH TAUWO!” ■ un Año bien feliz! i 5 ■■■IIIBIBB-—BBBBSBBBBBBBBBBBmBinmniiiiiiigg1 § KONFEKTIONSHAUS s GLASER U- FRAU i CASA LA EC0N0MIA” i S n u E N A! ALEJANDRO IBERKLEID ¡ S O N I T 11 wünschen allen Juden ■ desea un fei¡z Año Nuevo a todos los Israelitas I B U U Glück im neuen Jahr! ■ en el Mundo! ' C A R A T w B ..¡ ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBaBaBaaaaaa,IBBB",,BBI,IBB>BBBB"BBBB,IBB| ■■■■■■■BBBBBBBBBBBB ■ Im XI Jahrgang erscheint j | ALBERTO MENACHE y Familia g DASECH0 j 8 Casilla 624 S Das Blatt des positiven Judentums! j B felicitan cordialmente a la Colectividad ■ Probenummern durch B Judía de Bolivia en su Año Nuevo! B La Paz - Casilla 2217 gratuliert herzlicht allen Juden in der Welt am Neujahr 5721 wünscht Gaesten und und Freunden ein ■ senden die besten ■ ■ Wünsche fuer ein g! gutes neues Jahr! S emtes Neues Jahr! a uuevu: ---!»»g.---—-- felicita a la colectividad israelita en su año nuevo!

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