Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 222/223 (25.4.1960)
- Date
- 1960-04-25
- Page
- [Seite 20] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18. DAS ECHO 25. April 1960. Israelischer Alltag 1G 4lllin ÍM n m OI clac <»¡I liinlinfre rüiecf Ko< ilûr A rkaU <lnn I .j - _ a ¿ . i. n e _ »-*-> ■ .. . Israel war und ist nun einmal das Land der Wunder. Man erzaehlt, dass vor zehn Jahren, im Unabhaengigkeitskrieg, eine Handvoll Juden in der Stadt Sfad, nur mit Maschinengewehren bewaffnet, einer hundertfachen arabischen Uebermacht gegenüberberstand. Ihre Lage war hoffnungslos — bis ploetzlich droehnender Donner gewaltig aus den Bergen widerhallte. Die Araber glaubten sich umzingelt und ergriffen die Flucht. Was geschehen war? Ein Gewitter, nichts weiter. Die Sache mit Rafael Jean würde man natürlich in jedem anderen Lande als einen Zufall bezeichnen — aber Israel ist der historische Boden der Dinge, von denen unsere Schulweisheit sich nichts traeumen laesst, und deshaibt hat diese wunderliche Geschichte alles, was zu einem richtigen Maerchen gehoert: die Hauptperson ist ein Blinder, der in aermlichen Verhaeltnissen in einer Holzhütte lebt. Nur die Einleitung “Es war einmal” waere falsch am Platz, denn dieses Maerchen in drei Akten ist tatsaechlich dieser Tage passiert. 1. Akt Rafael Jean, ein junger Mann von 21 Jahren, ist vor kurzem aus Marokko nach Israel eingewandert. Er konnte nicht viel mitbringen: sein einziger Schatz ist ein Ring, ein Erdbstück mit einer hebraeischen Inschrift, den er immer am Finger traegt. Es ist schwer für den blinden Rafael, Arbeit zu finden. Er lebt im Einwanderungslager Bet Lid, in einer der vielen Holzbarackten mit Wellblechdach. Schliessilich schickt man ihn waehrend der Ziterusernte in die Exportzentrale der “Tnuva"-Kooperative nach Kfar Vitkin, nicht weit von seinem Lager, um dort beim Packen der Orangen zu helfen. Sein Ring allerdings reisst bei der Arbeit das Seidenpapier ein, er muss ihn ablegen und steckt ihn, wie er glaubt, in die Tasche. Als er nach der Arbeit den Ring wieder aufsetzen will, ist er verschwunden. Arbeitskameraden helfen dem Blinden beim Suchen, a b e.r umsonst Der Ring ist nicht mehr da. 2. Akt ln Belgrad steht der Obsthaendler Dargon Stefanowitsch in seinem Laden und oeffnet eine Kiste mit Orangen. Wie er die Früchte auspackt, faellt etwas Klimperndes auf den Boden; ein Ring. Er zeigt den Fund seiner Frau, und seine Frau zeigt ihn ihrem Bruder, der Lehrer ist. Der sieht sich die eingravierten Schriftzeichen an und dann die Kiste, aus der der Ring offenbar gefallen ist — Jaffa-Orangen steht auf dem Verschlag — und nachdem sie im Telefonbuch die Adresse der israelischen Gesandtschaft ausfindig gemacht haben, geben sie den Ring am naechsten Tag dort ab. 3. Akt Der Ring wird mit diplomatischer Post an das israelische Aussenministerium in Jerusalem geschickt. Von dort landet er auf dem zentralen Fundbüro der Polizei in Tel Aviv. Da es nicht gerade haeufig geschieht, dass verlorene Ringe aus Jugoslawien returniert werden, steht in der israelischen Presse eine Notiz über diesen merkwürdigen Vorfall. Auch die Nachbarn von Rafael Jean lesen diese Geschichte und raten ihm, auf dem Fundbüro nachzufragen. Und so kam der Ring des Rafael von Kfar Vitkin über Jugoslawien, Jerusalem und Tel Aviv nach zwei Monaten, wieder nach Bet Lid zurück. Herbert Freeden. ln den Autobus Haifa—T-irah steigt ein aelterer Herr mit einem kleinen Hund ein und verlangt 2 Billetts. Der Chauffeur schaut ihn fragend an: “Warum zwei?” Für den Hund das zweite, denn er soll auf der Bank sitzen. Der Chauffeur erklaert darauf, dass für den Hund ein Kinderballett zu loesen sei, aber auf der Bank dürfe der Hund nicht sitzen. Der Fahrgast zahlt brummend und setzt sich und den Hund neben sich auf den freien Platz auf der Bank. An der ersten Haltestellte füllt sich der Autobus, und es steigt o.a. ein Herr mit einer dicken Zigarre ein. Kein Sitzplatz ist frei, worauf man den Hundebesitzer auffordert, den Hund herunterzunehmen. Der tut das notgedrungen und nimmt den kleinen Hund auf den zigarrerauchenden aufmerksam, dass Schoss, macht den Herrn aber darauf Rauchen im Autobus verboten ist. Ein Wort ergibt das andere. Fahrgaeste mischen sich ein, und ploetzlich reisst der Hundebesitzer wütend dem rauchenden Herrn die Zigarre aus dem Mund und wirft sie aus dem Fenster. Im selben Moment ergreift der Raucher den Hund vom Schoss des anderen und wirft den Hund ebenfalls aus dem Fenster. Bis sich alle von ihrer Ueberraschung erholt haben und der Autobus wieder zum Stehen gekommen war, kommt schon der Hund iiachgelaufen, und was hat er in der Schnauze? Die Zigarre! J. Imber, Kiriat Motzkin. Lichtstrahlen aus dem Talmud Mar Akba liess bei Rabbi Eleasar anfragen: Ich habe schlimme Feinde und koennte sie bei der Regierung denunzieren, darf ich das? Dieser nahm ein Pergament und schrieb darauf den Vers: "Ich sprach: Ich will mich hüten, mit meiner Zunge zu sündigen. Meinen Mund will ich verschliessen,, wenn auch der Frevler mir entgegentritt” — Jener liess ihm nochmals sagen: Sie quaelen mich, dass ich es kaum aushalten kann. Dieser liess ihm erwidern: “Blicke schweigend zu Gott und hoffe auf ihn und er wird dich über sie triumpphieren lassen. Waffen und was auf Krieg hindeutet, sind kein Schmuck, sondern eine Schmach des Zeitalters; denn von wahrhaft zivilisierten Zeiten weissagen die Propheten, dass die Schwerter zu Sicheln und die Lanzen zu Winzermessern umgeschmiedet werden, kein Volk wider das andere das Schwert erhebt und die Menschen nicht mehr im Kriegshandwerk sich üben. * Achte niemand gering und halte nichts für unmoeglich: jeder Mensch hat seine Stunde, jedes Ding hat seinen Oi;. * Habe drei Dinge im Auge, damit du nicht sündigst deinen geringen Ursprung, dein klaegliches Ende, das ewige Gericht. Denn auf drei Dingen steht die Welt: auf Gerechtigkei, Wahrheit und Frieden. B A Zum 12. Jom Haazmaut herzliche Glückwünsche senden: B e r t h o! d Silbermann und Frau $ Martha und Walter | Alejandro u, Raquel* Wolf Stoerzer * David Tarcica Sehcenfeld * -k -k -k -k -k Schwimmer und Frau und Familie r*-*-*-*"*-* ★+★★★★★★★★★★★★★ -k -k + -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k -k Oesterr. Club Max Singer Zapatería Szlamowicz Lucio Schoenguth und Frau Ernst Schwager und Frau u. î Rudolfine Scnwarz * * Karl Sternberg f Benno Wittmann Í und Familie ♦ ★★★★★★★★★★★*★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★+ i m 9 í “Reina de Modas” Í La Maravilla;! Luisa Schwarzberg i | m * îCasa ■k -k Die jüdische Gemeinscnaft Cochabamba liest und verbreitet DAS ECHO Das Blatt des positiven Judentums! * * * * * * * * * * * * * * * + * * * * * * * * * * * * * * * Oficina COCHABAMBA ¿ ff / // lf l " ' j k / i J i """j SANTIVAÑEZ No. 21. — TELEFONO 3 5 94. tributa su ferviente homenaje al Estado de Israel con motivo del XII Aniversario de su Independencia. ■■■■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ft ii