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Das Echo · 1960-03-30 · 221 (30.3.1960) · p. [Seite 8]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
221 (30.3.1960)
Date
1960-03-30
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German
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8. ‘DAS ECHO’’ 30. Maerz I960. Medizin und Naturwissenschaft Waehrend die Arterienverkalkung schon in grossem Umfang wissenschaftlich untersucht worden ist, hat die Veraenderung der Venen mit dem Lebensablauf verhaeltnismaessig wenig Beachtung gefunden. Das hat seinen Grund darin, dass die Arteriosklerose lebensbedrohend ist, waehrend Stoerungen in den Venen zwar für den Betroffenen sehr unangenehm sind, aber kaum gefaehrlich werden. Mit Krampfadern kann man hundert Jahre alt werden. Der bekannte Altersforscher Prof. Dr. Max Bürger, Direktor der Medizenischen Universitaetsklinik in Leipzig, die er zu einem Zentrum der Weltgerontologie gemacht hat, hat menschliche Venen chemisch untersuchen lassen. Die von seinem Mitarbeiter Dr. Hevelke gefundenen Ergebnisse zeigen, dass auch die Vene einem Alterungsprozsess unterworfen ist, der grundsaetzlich verLaeuft wie bei der Arterie, aber doch wesentlich milder ist. Die Schule Bürgers unterscheidet die “Physiosklerose”, eine unausweichliche, altersbedingte Verhaertung der Gefasswaende, von der eigentlich krankhaften “Arteriosklerose” Auch bei der Vene scheint eine Unterscheidung zwischen natürlicher Physiosklerose und krankhafter “Phlebosklerose” angebracht, wenn auch viele Erscheinungen, die man bisher | in die zweite Kategorie einreihte, bei I naeherer Betrachtung der ersten anzu-; gehceren scheinen. Die Venen - die “Blutadern”, wie man sie einst nannte, weil sie beim Toten noch Blut enthalten, wogegen die Arterien leer sind, sind im Vergleich zu den “Sch'la- I gadern” mehr dünnwandig. Die drei Wandschichten, die “Intima”, die Media” und die “Externa”, sind zwar wie in der Arterie vorhanden, aber weniger deutlich abgegrenzt. Die Venenwand enthaelt viel Bindegewebe, deshalb ist sie obwohl dünner, viel fester als die Arterienwand. Sie kann ttis zu 12 Atmosphaeren Überdruck Iiushalten und ist um die Haelfte dehnbar. Deshalb baut man Venenstücke operativ als Ersatz für blockierte Arterien ein, ein Eingriff, der haeufig, wenn auch nicht immer gelingt. Die Vene haelt dem stark erhoehten Arteriendruck stand und wandelt sich allmaehlich in Richtung auf eine arterielle Struktur um. Normalerweise hat die Vene aber nur einen geringen Druck auszuhalten. Das Blut tritt aus den Arterien in die feinen Kapillargefaesse (H.aarge - faesse) der Gewebe über; von dort gelangt es in die Venen um zum Herzen zu;*ückzufliessen. Beim Aus^ tritt aus den Kapillaren genügt sein Druck, der durch den Reibungswiderstand der engen Haargefaesse aufgezehrt ist, nicht mehr um das Blut weiterzupumpen. Hier springen die Arterien ein, die meist dicht an den $ '-—-—- * * * * * ■* * * * * * -K i MEDIAS ELASTICAS i D-Scholl! CON DOBLE ESTIRAMIENTO Para Los Que Sufren de: — VÁCICIS P ICC ÑAS FLÁCI0AS PIERNAS Y TOBILLOS CANSADOS O HINCHADOS HERMANN BERG ORTOPEDICO Landaeta 48 — La Paz. * M * * M ■k * -K * * * * * * -K * * * -k * * * -k -k -k -k -k -k i I L WARUM VERKALKEN Venen liegen; ihr Pulsieren drückt auf die Vene und presst d.as Venenbiut weiter, wobei die Klappenventile der Vene dafür sorgen, dass der Fluss nur in Herzrichtung erfolgt. Nahe am Herzen übernimmt dessen Sog die Weiterbefoerderung des Blutes in den grossen Hohlvenen. Unter der Haut liegende Venen bedürfen der Mit - hilfe der angrenzenden Muskeln, um das Blut weiterzupumpen. Deshalb soll man bei langem Sitzen oder Stehen von Zeit zu Zeit die Glieder bewegen. Hevelke fand, dass die Trockensubstanz der Venen sich mit dem Alter verringert. Der Prozess beginnt schon in früher Jugend; mit 70 Jahren hat der Mensch ein Drittel seiner Venensubstanz verloren - jeder Mensch, auch des gesunde. Der Rest ist Wasser. Waehrend sonst Entwaesserung ein Merkmal alternder Gewebe ist, ist es bei Gefaessen so, dass das Gewebe mit dem Alter wasserreicher wird. Die mineralischen Bestandteile vermehren sich vom 10. Lebensjahr langsam weiter; bis zum Lebensende steigt ihr Anteil von 1. 7 auf 2. 7 Prozent. Besonders vermehrt sich das Kalzium, dies schon von 20 Jahren ab, am staerksten zwischen 70 und 80 Jahren. Auch das fettaehnliche Cholesterin verdoppelt sich, es steigt namentlich im sechtsten Lebensjahrzehnt; dann nimmt es etwas ab. (Kalzium und Cholesterin sind die Hauptelemente DIE VENEN NICHT? der Arterienverkalkung). Der Stickstcffgehalt der Venen verringert sich mit dem Alter etwas. Alle Veraenderungen sind bedeutend geringer als in den Arterien. Die Verhaertung der Venen geht hauptsaechlich auf Vermehrung des bindergewebigen Anteils zurück, waehrend die Verschlackung mit mineralischen Stoffen eine geringere Rolle spielt. Kalk findet man auch bei alten Menschen in den Venen nie in Ablagerungen von der Art der Arteriosklerose, auch die Fetteinl.agerung ist gering. Burger und Hevelke führen dies auf die verschiedene Art der Durchstroemung und Ernaehrung der Gefatsswand bei Arterien und Venen zurück. Die Arterie ist gefaessaermer als die Vene. Die Blutgefaesse haben in ihren Waenden noch einige kleine Gefaesse, die ihrer Ernaehrung und ihrem Stoffwechsel dienen, die “Vasa vasorum”, die “Gefaesse der Gefaesse”. Die Media ((Mittelschicht) der Aorta, der grossen Hauptschlagader, besitzt keine Gefaesse. Auch sonst sind die Arterien-Waende schlechter gefaessversorgt. Die Venen dagegen haben reichlich Kapillar-Gefaesse. Die altersmaessi gen Struktur-V eraenderungen und Fremdstoff-Einlagerungen sind, wie Bürger in einer Lebensarbeit nachgewiesen hat, am ausgepraegtesten bei den “bradytrophen” Geweben, den infolge Gefaessmangels schlecht ernaehrten; ein Beispiel sind Knorpel und Augenlinse. Arterien- | waende sind teilweise bradytroph, Vej nenwaende sind es nicht. So ist die Vene nicht der krankhaften Sklerose ausgesetzt wie die Schlagader. Sie unterliegt nur der- Physiosklerose, die hier schon mi zweiten Lebensjahrzehnt deutlich wird. Der deutsche Forscher E. Sack fand unter jungen Menschen bis zu 20 Jahren bereits 47 Prozent mit sklerotischen Venen-Veraenderungen. Bef alten Menschen waren es 10 Prozent. Von diesem natürlichen Altersvorgang sind die krankhaften Venen Entzündungen, die so viele Menschen plagen,, zu unterscheiden. B'ei diesen spielt die mechanische Beanspruchung der Venen anscheinend eine Rolle, deshalb treten sie besonders in den Bein- Venen auf. Wieweit die mechanische Inanspruchnahme die gewoehnliche Physiosklerose foerdert, ist noch umstritven. Neben üefaessversorgung und Beanspruchung scheinen auch biochemische Faktoren an den verschiedenen Sklerosen beteiligt zu sein, wobei die Ernaehrung mitspielt. Hevelke fand, dass Menschen mit gewissen Blutkrankheiten (Leukaemie und pernizioese Anaemie) ein um 20 bis 30 Jahre jüngeres Arterien-System hatten, als ihrem Lebensalter entsprach; die Verhaertung war ausgeblieben. Das wirft ein Licht auf bedeutsam« biochemische Zusammenhaenge. Walter Theimer. WIE ALT IST DER MENSCH? Eine Forschergruppe haejt an der schon zu Beginn der Tertiaerzeit angenommen Frühabgliederung des Menschenastes fest, wobei dieser wie auch alle Affen der alten Welt, dem Schmalnasen- Affentypus entsprossen waere. Eine andere Hypothese hingegen haelt die Isolierung des Menschenartigen sogar noch in relativ sehr viel spaeterer Zeit für moegiich und verlegt sie in die Endstufen des Tertiaers. Aber auch sie nimmt die “Pongidae” (Menschenaffen) dafür in Anspruch. An der angeblichen Spezialisation der üliedmassenproportionierung aber scheitern bereits beide Theorien, wie die letztjaehrigen Forschungen ergeben haben. Nach ihnen hat das Menschenartige schon einen eigenen Weg eingeschlagen, ehe solche Spezialisationen als typische Sonderbildungen ausgebildet wurden. Selbst eine ungefaehre Datierung bereitet Schwierigkeiten, weil direkte •palaecntologische Fundbelege des Menschenartigen aus der Tertiaerzeit noch nicht vollends anerkannt sind. Obwohl an der “Hominiden”-Natur der in der Kohlengrube von Bacinello herausgestellten “Oreopithecus”-Reste kaum ein Zweifel besteht, so ist mit diesen Resten über den eigentlichen Menschenstamm noch gar nichts ausgesagt. Sie bezeugen nur, dass der Familie der “Hominiden” an der Wende von der Mittelzur End-Tertiaer-iZeit bereits isoliert bestanden hat. Das waere dann also vor etwa 10 Millionen Jahren gewesen. Verschiedene Forscher nehmen jedoch an, dass der eigentliche “Hominiden”-Ast wohl doppelt so alt sein koennte. Stand aber der “Oreopithecus”-Hominide schon fm “Tier-Mensch-Uebergangsfeld”? Diese Frage wird allgemein verneint. DAS “TIER-MENSCH- UEBERGANGSFELD” Selbst dieser Begriff der heute verschiedentlich von Forschern diskuj tiert wird kann in nicht-fachlicher Hin- | sicht zu Missverstaendnissen führen, j Denn unter dieser Bezeichnung wird nur ein bestimmtes Entwicklungsstadium verstanden, durch welches die Lebenserscheinung des “Sub-Humanen” an 'die des '“Humanen” übergeführt wird. Mehrfach wird auf die Erweri bung des aufrechten Ganges hingewiesen,, der als das wichtigste Er- | eignes im Verlaufe der subhumanen Phase zu gelten habe. Aber selbst diese im Verlaufe ungezaehlter Generationsketten angehlich erlangte Spezialisierung vermag das typisch Menschenartige nicht in Zweifel zu ziehen. Viel wesentlicher erscheint an Hand der uns überkommenen Funde die Frage, wann wir einen noch subhumanen oder einen schon humanen Hominiden vor uns haben Manche Forscher sehen in der Art der GeraeteJBenutzung eine Moeglichkeit, der Klaerung dieses Problems naehrzukommen. Sie unterscheiden Werkzeuge, die nicht für einen beabsichtigten Zweck zugerichtet wurden, von Geraeten, denen eine bestimmte primitive Herstellungstechnik nicht abzusprechen ist, um mit ihnen ganz bestimmte Verrichtungen durclizuführen. Es ist bekannt dass Schimpansengehirne tatsaecblich über eine Faehigkeit verfügen, Geraete herzustellen, wie das W. Koehler schon nach dem ersten Weltkrieg feststellte, Aber die Schimpansen vergessen sogleich, was sie “erfinden”. Der humane Homenide hingegen erfindet das Geraet und legt es für seinen Wiedergebrauch zurück, ein Vorgang also, der in der Mutationsausiese upzaehliger Generationen zur immer weiteren Entfaltung seiner Intelligenz begründet ist. GEHIRNFUNKTION NACH KUBIKZENTIMETERN? Oft genug haben Anthropologen an Hand aeltester in Südafrika, China und Java .aufgefundener Schaedelreste von Hominiden vor der Schwierigkeit gestanden, diese nach subhuman oder human zu unterscheiden. Ursprünglich stand die Beurteilung der Schaedel-Proportionen, was das Verhaeltnis vom Hirn zum Kiefergesichtsschaedel anlangt, zur sehr im Vordergründe allgemein bio-antropomorpher Untersuchungen. Heute weiss man,, dass die Groesse der Gehirnmenge kein unbedingtes Kriterium mehr sein kann, um an ihr etwa das psychische Verhalten von Menschenaffen und Affenmenschen abschaetzere. zu koennen. PROMETHEUS-TAT NICHT BEZEICHNEND Obwohl immer noch die roman- tische Vorstellung vorherrscht, die r Menschwerdung haette mit der Erfindung des Feuers eingesetzt, so sprechen die wissenchaftlichen Tatsachen . dagegen. Denn schon aus den aelte- - sten Abschnitten der Eiszeit kennt: m.an Jaegerlager mit vielen Funden an Geraetschaften und Resten zerschlagener Knochen der Beutetiere, ohne . dass man auch nur die geringsten Feuerspuren haette wahrnehmen koennen. . Das Fleisch wurde von den Jaegern gleich roh verzehrt Der aelteste Feuerbefund ist nach wie vor der vom > Drachenberge Chou Kou-Tien (bei : Peking) und gehoert zeitlich dem mit- tleren Eiszeitalter (um 400000 v. Chr.)T an. Wenn auch eine frühere Feuerbe-; nutzung für moegiich gehalten werden darf, so ist diese doch erst spaet. nach dem “Tier-Mensch - Uebergangsfeld” erfolgt. Die Frage also, ob auch schon die Prae-Hominiden huma- ■ ne Hominiden gewesen sind wird < daher heute bereits vielerorts bejaht, r Insgesamt rechnet man für die aller- - früheste Entfaltung des für sich schon spezialisiert Menschartigen mit einem "5 Zeitraum von etwa 20 Millionen Jahr-- en in denen sich etwa 400’000 Generationen abgeloest haben. Trotz aller' nur wissenschaftlich gedachten Behelfsbegriffe müssen aber alle evolutionaeren Uebergaenge nur fliessend gedacht werden. Auskünfte in Versicherungsfragen / Credinform International, La Pax C. Potosí 1230, Telefon 5623

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