Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 220 (11.3.1960)
- Date
- 1960-03-11
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Was geht in der deutschen Kolonie vor? * * t JÉ*-- (Seite 3) j Ein Begriff + | für beste * iTonbandgeraete! ♦ * jetzt in 5 Modellen, in allen Preislagen! Empresa HUGO LANGER La Paz REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL, EN IDIOMA ALEMAN ♦ Die unabhaengigf Halbmonatsschrift Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft 1 —"i "■ ■- ~ ~ Î Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargcrrdt ÎVerlag- Editorial “El Progreso’, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz — Miraflores. — Büros: *La Paz Harrison 3 — Telefon 8403. / Cochabamba, Baptista 429. / Postanschriften: Revista EL ECO , ÎCasilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba / Druck: Editorial Kollasuyo , Loayza 400 * ___!—.— -----—-—-- * C. Potosí 261 — Telefon 8445 * * La raz +DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Cnsilln 47Q i690.000; kleinere Flaechen entsprechend _ .- weniger. •»telefonischer Vereinbarung) Mittwoch nachmittags. *in Cochabamba: “iLa Escolar”, Nat. Aguirre 30£jahrgang x — **********+*+*+*******************+*+*++***.—--- Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. - Sprechstunde der Redaktion (nach vorheriger Nummer 220 I5.MAERZ 1960. — Preis: Bs. 500.— Bereits vor Jahren wurde in Bonn verkündet, dass d1e westdeutschen diplomatischen Beziehungen mit Israel in Kürze aufgenommen werden würden. Inzwischen waren sehr prominente Ffrsoenlichkeiten der deutschen Politik in Israel zu Besuch und beteuerten aufs Neue, dass den diplomatischen Beziehungen Bonn-Jerusalem nichts im Wege stehe. Auch der israelische Regierungs-Chef bekundete des oefteren, ,dass er es gern sehen würde, wenn zwischen den beiden Laendem diplomatische Beziehungen installiert werden würden. In allerletzter Zeit sprach Bon nicht mOhr positiv über diese Beziehungen, das deutsche Aussen,amt meinte “man müsste zwar, aber es geht noch nicht”. Hier geht es um eiti'c deutsche politische Rücksichtsnahnte gegen die Areberstaaten mit denen diplomatische Beziehungen bestehen. Diese Beziehungen werden weiter auslgebaut, sowohl in Bonn a's in Kairo. In Bonn wird nicht nur in der aegyptischen Botschaft diplomatisch gearbeitet, sondern mit grosser Kraft auch propagandistisch gegen Israel und gegen die Juden im allgemeinen. Es berührt seltsam, dass Bonn auf der einen Seite “bedauert", auf der andern Seite aber den israelfelndllchen Staaten freundseh.aftiiehst und hilfsbereit zur Seite steht. Hier besteht ein politisches Vakuum, welches mit politischer Frischluft gefüllt werden muss, wenn es nicht peinliche Folgen haben soll!. Die Reserve der Bonn-Regierung gegenüber Israel hat die Beziehungen zwischen diesen beiden Laendfrn verschlechtert, das arabische Prestige gehoben und dem 'israelischen geschadet. Worte der Sympathie von deutscher Regierungsseite fuer Israel sind gewiss erfreulich, doch sie müssen bedeutungslos bleiben, wenn den Worten keine erfreulichen Taten folgten. Die Adenauer-Regierung ist der Ansicht, dass die gewaltige malter’ele Hilfe für Aegypten und andere arabische Staaten ein? notwendige Kompensation gegenüber den Wiedergutmachungsleistungen für luden darstellt. Diese Hoefiichkeit ist fragwuerdig denn Westdeutsch’,and welss sehr wohl, dass Jede wirtschaftliche un d mifitaerische Staerkung Aegyptens, den Wille,, intensiviert, Israel anzugreifen und zu vernichten. Diese deutsche Freundschaft und Grossunterstützung für Aegypten, und die korrekte Freundschaft ohne konkrete Freund3chalts.be weise Westdeutschlands gegenue’oer dem Staat Israel, zeigen im hellsten Licht die januskoepfige und unklare Politik von Bonn. Bonn hat vor zweierlei Angst bei Herstellung diplomatischer Beziehungen mit Jerusalem: Verschlechterung des deutschen Geschafftes mit den arabischen Laendem und dass die Vereinigte Arabische Republik die deutsche Sowjetzone anerkennenen würde. Was nun das geschaeftliche Moment anbe’.angt, so ist Deutschland durchaus nicht auf den Nahost-Markt angewiesen, und es dürfte sicher siein, dass trotzdem mit den arabischen Laenderin Geschaefte gemacht würden koennten; was den zweiten Punkt anbelangt, so bleibt es hcechst zweifelshaft, ob Kairo dlf westlichen Grosstmechte durch die Anerkennung der Sowjetzone derart provozieren würde. In Parenthese sei hier leingeschaltet, dass jedes poetische Kind weiss. dass bereits seit langem getarnte B'-ziehungen zwischen der kommunistischen deutschen Ostzone und der aegyptischen Regierung bestehen, dass ostberliner Kommissionen im kairoer Aussenamt aus und eingfhen. Weshalb treibt Bonn in Bezug auf Israel eine derart unsicher Politik. Die Herren Hallstein und Brentano redeten in Bezug auf Israel stets Pro und handelten Contra. Wir befürchten, dass die CDU- Regierumg weiter ihif sterile Israelpo- £,k wet1n n^ht endlich die SPD-Oppositicn diese Frage mit Nachdruck inj Parlament forciert. In keinem Falle brauchen die Westdeutschen etwas von Kairo her befürchten, denn die Erfahrungen haben gelehrt, dass die Araber (und insbesondere Mr. Nasser) Grosssprecher und bombastisch)» Droher sind, die aber, wenn sie ihr Ziel nicht erreichten und vor Tatsachen gestellt würden, stets klein beigaben oder aber Konzessionen machten. Die deutsche Haltung ■st nicht der Potenz dieses Staates würdig und in jedfm Falle wird zum guten Tfil die sogen. Deutsche “Wiedergutmachung” dadurch in das Gegenteil verwandelt. Bonn kann, wenn es nur will, mit Israfl bessere wirtschaftliche und poiitische Beziehungen pflegen, ohne dass ihm dadurch c'.;i Nachteil erwachsen würde. Wie di? Sache heule stfht, hat man das peinliche Gefühi, dass Adenauer korrekt zum Buchstaben steht aber darüber h inaus an jüdischen (israelischen) Angelegenheiten desinteressiert ist. Gerade h-r von Deutschland ausgehende Antisemitismus sollte Bonn in dem Vorsatz bestaerken, mit Jerusalem mehr als nur korifkte Beziehungen zu pflegen. Israel braucht Freunde und Taten, mehr als andere Laender. Die im allgemeinen sehr gut informierte israelische Tageszeitung “Jedioth Hajom” berichtete von der M&eglichkeit, dass Frankreich, z. zt. Israels bester Freund, seine ßeziehun- P.?ris-Jeiusalem, eine Achse, die iür dz politische und auch kommfrzLTe Entwicklung Israels von hoher Bedeutung ist. wurde gefaehrlich liaediert. Washington-London erkennt den zinfrlaessigen demokratischen Status und die konsequent prowestliche Einstellung des zukunftsreichen Staates Israel an, aber diese Liebe bt'eibt praktisch platonisch und für Israel ohne besonderen Vorteil. Israe, Ilst kuiturrelch, es ist sozialistisch, es ist pazifistisch, es hat s:hr viele gute Eigenschaften — aber eine fehlt: Reichtum, und die allein ist wichtig, für Freundschaft, für Liebe. I&- VUELE POR KlOTï ALEMANIA ML -'&m> __ ----,- el UNICO SERVICIO directo desde LIMA BERLIN HAMBURGO BREMEN DUSSELDORF HANNOVER COLONIA FRANKFURT MUNICH ote. tan fácil de llegar VIA KlM Paro mói informe* ¡ ’ Su Agencia d» Viajes o KlM - , TELF S701 ir 2. KLM gen zu Israel opfern koennte, im Interesse einer Beilegung im Algerien- Konflikt. Der Abruch dfr Renaulti- WierKf in Israel, die Weigerung einer ' franzoesischpn Flugzeuglinie mit Israel Vertraegf zu schliessen, und manche andere Bewegungen, lassen auf eine ,im israelischen Sinne ungünstige Aenderung dfr franzoesischen Politik gegenüber Israel schliessen. W-Deutschlamd — Aegypten _ Israeli die Balance des magischen Dreiecks (ist in Unordnung. Bonn stopft die Taschen des aggressiven und geldlüsternen Nasser und hat gegenüber dem Demokraten Bfn Gurion kühle Hoefiichkeit. Der Konflikt Kairo-Jfrusalem ist künstlich, er dient mehr der nasser sehen Propaganda, als wichtigen poäitischen Realitaeten. Die Westmaechte (Bonn ¡eingeschfossen) koennten Aegypten durch wirtschaftliche Massnahmen zu einem guten Vernehmen mit Israel zwingen, aber sie koennen auch Afgypten durch Leistungen und Lieferungen zu einepi Kriege mit Israel anieuem. Es sieht fast so aus. als ob d'e grossen Demokratien, das letztere wuenschen. Für olle Versicherungen - Credinform International LUDWIG K. STARGARDT. LEI INSTITUTE NEW YORK