Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 217 (15.1.1960)
- Date
- 1960-01-15
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-«im 6. “DAS ECHO” 15. Januar 1960. er i r / n n DAS ECHO berichtet über Forschungen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen DIE CHEMIE DER VERERBUNG Man weiss seit langem, dass die Erbmerkmale des Organismus in winzigen Eiweisskoerperchen, den Genen, niedergelegt sind. Diese Gene befinden sich in den Chromosomen, den Keimschleifen, des Zellkerns. Man darf vermuten, dass die Erbmerkmale in den Genen in bestimmten Strukturen festgelegt sind und von diesen spaeter durch eine Art Praegeverfahren auf die Zellen des Abkoemmlings übertragen werden. Die Übertragung erfolgt bekanntlich nicht durch die gewoehnlichen Koerperzellen, die sogenannten somatischen Zellen, sondern durch eine spezialisierte Zellart, die Keimzellen oder Gameten. Diese besitzen nur die halbe Zahl Chromosomen im Vergleich zu den somatischen Zellen, sobald sich aber zwei Keimzellen verschiedenen Geschlechts vereinigt haben, ist die volle Chromos-omenzahl wieder hergestellt. Die Chromosomen enthalten nun Gene von beiden Eltern. Professor Dr. K. Felix vom Institut für vegetative Physiologie der Universitaet Frankfurt unternahm es, sich die biochemischen Vorgaenge in den Keimzellen naeher anzusehen, denn hier waren Aufschlüsse über die langgesuchte Substanz der Vererbung zu erwarten. Der Wissenschaftszweig, der biologische Eigenschaften auf chemisch-strukturelle Verhaeltnisse in der lebenden Substanz zurückführen will, heisst molekulare Biologie und ist in staendiger Entfaltung begriffen. Kenntnis des molekularen Aufbaus der Keimzellen, genauer gesagt ihrer Zellkerne, kann zur Erkenntnis des Vererbungsmechanismus beitragen, spaeter auch zu Moeglichkeiten seiner Beeinflussung führen. Die molekulare Biologie rührt an die Fundamente der belebten Natur. Da der Kern der Eizelle schwer isolierbar ist, arbeitete Felix mit maennlichen Keimzellen. Es wurden s-olche von Fischen gewaehlt, da die Spermien von Fischen schon, in einen gewissen Grade erforscht sin. Grundzüge der Struktur wiederholen sich vermutlich bei den hoeheren Tieren. Die Substanz der Vererbung koennte ein Nukleoprotamin sein. In allen Spermienkernen findet man eine salzartige Verbindung eines basischen Proteins (Eiweisstoffes) mit der Desoxyribunokleinsaeure (DNS), die überhaupt ein wesentlicher Bestandteil der lebenden Substanz, die “Saeure des Lebens” ist. In den von Felix untersuchten Fischspermien ist der Eiweisstoff ein Protamin. Die Protamine sind eine verhaeltnismaesig einfache Klasse von Eiweisst-offen. Wie alle Proteine sind sie aus Molekülen von Aminosaeuren zusammengesetzt, die in verschiedener Reihenfolge Ketten und andere Strukturen bilden koennen. Bei hoeheren Eiweisstoffen geht die Zahl der so verei nigten Aminosaeuren in einem Eiweissmolekül in die Hunderte und Tausende, bei den Protaminen sind es nur wenige, etwa 30 bis 40 Aminosaeuremoleküle. Von den rund 25 bekannten Aminosaeuren sind nur 6 bis 8 vertreten, namentlich das Arginin. Die stummen Fische sollen es verraten Nun fand Felix, dass die Auswahl der Aminosaeuren und das Muster ihrer Anordnung für die einzelnen Fischarten charakterisch ist. Dass ein Hering wieder einen Hering hervorbringt, scheint in dem Muster der Nukleoprotamine der Heringskeimzellen eingezeichnet zu sein. . Die andere Komponente der Nukleoprotamine, die DNS, zeigt bei den einzelnen Fischarten dagegen nur geringe Unterschiede. Die Nukleinsaeuren sind sehr komplizierte Gebilde. Sie bestehen aus einer Anzahl von “Nukleotiden”, deren jedes wieder eine Verbindung von Phosphoraeure mit einem “Nukleosid” darstellt. Das Nukleosid wieder ist die Verbindung eines Zuckers, der Ribose, mit einer sogenannten Purinbase. Nukleotide von Purinbase und sogenannte Pyrimidinbasen treten zu Nukleinsaeuren zusammen, wobei Reihenfolge und Muster wieder sehr verschieden sein koennen. Bei den Fischspermien scheint hauptsaechlich die Reihenfolge je nach Art verschieden zu sein, waehrend die chemische Zusammensetzung bei allen Arten annaehernd die gleiche ist. Unzaehlige Muster Da der Kern der Fischspermien nur aus Nukleoprotamin besteht, ist anzunehmen, dass auch das Fisch-Gen ein Nukleoprotamin ist. Eine andere Substanz kommt hier nich als Erbtraeger infrage DNS und Protamin verhalten sich wie 6 zu 4 Ein Molekül DNS ist mit 100 Protaminmoleküíen verbunden. Hier sind offenkundig sehr zahlreiche Kombinationen denkbar. Art und Zahl der Komponenten koennen ebenso verschieden sein wie die Reihenfolge, in der sie an der DNS-Kette haengen. Jedesmal ergibt sich ein anderes Muster. Die Zahl der moeglichen Muster ist so gross, dass jedem Gen ein eigenes Nukleoprotamin entsprechen kann. Dafür, dass die Nukleoprotamine die Erbtraegei sind, spricht die Tatsache, dass sie nicht in den Kernen der gewoehnlichen somatischen Zellen Vorkommen, sondern nur in den Keimzellenkernen. (Die Eizellen sind wahrscheinlich aehnlich aufgebaut wie die Spermienkerne). Wo kommen nun de vitaminreiche, nahrhafte Kost zur Hand haben, und nicht erst selbst auf Nahrungssuche gehen müssen. Die Sowjets glauben sichere Anhaltspunkte dafür zu haben, dass auf dem Mond niedere Organismen ■— Moose, Flechten u. ae. — vorhanden sind. Sie begründen ihre Annahme, dass der Mond kein toter Koerper ist. In einzelnen Vulkanen auf dem Monde, zum Beispiel im Krater Alphonsus, werden von Zeit zu Zeit Explosionen beobachtet und auch fotografiert. Erkaeliet man sich durch nasse Fuesse? Eine deutsche Forschergruppe hat die volkstuemliche Annahme geprueft, dass nasse Fuesse zu Erkaeltungen fuehren. Die Forscher — Dr. Demling, Dr. Gromotka und Dr. Buente — setzten sich einem kalten Fussbad (12 Grad) von fuenf Minuten Dauer aus. Dabei wurde die Durchblutung der Nasenschleimhaut gemessen. Es ergab sich, dass die Durchblutung durch den peripheren Kaeltereiz verringert wird, was die Ausloesung einer katarrhalischen Infektion beguenstigen duerfte. Heisse Fussbaeder von 42 Grad und fuent Minuten Dauer steigerten deutlich die Durchblutung der Nas,erschleimhaut; dieses Volksheilmittel gegen Erkaeltungen ist also richtig.- W. T.- die Nukleoprotamine ploetzlich her? Sie koenten aur den anderen Eiweisstoffen durch chemische Veraenderungen entstehen, also erstens durch Spaltung, zweitens durch Entfernung der zahlreichen Aminosaeuren, vor allem der schwefelhaltigen, die in den Nukleoprotaminen nicht vorhanden sind. Um die Entstehung der Nukleoprotamine waehrend der Keimzellenreifung zu verfolgen, wurden die Spermien einer Forellenart, des Bachsaiblings, untersucht. Die Nukleoprotamine sind leicht aus den Kernen extrahierbar. Felix fand, dass das Nukleoprotamin etwa 40 Tage vor Beginn der Laichzeit der Fische ganz ploetzlich auftritt. Es hat in den unreifen Keimzellen schon dieselbe Zusammensetzung wie in den reifen. Der Stickstoff - und Phosphorgehalt der Kerne steigt gleichzeitig stark an. Nach den Forschungen von Felix koennte das Nukleoprotamin aus einem anderen Nukleoproteid (einer Verbindung von Nukleinsaeure und Eiweiss) entstehen, das sich in den Kernen der somatischen Zellen des Fisches findet, einem Nukleohiston. Die Histone sind ebenfalls ziemlich einfache Eiweisskoerper, enthalten aber schon fast alle Aminosaeuren, stehen also schon etwas hoeher als die Protamine. Im Elektronenmikroskop konnte Felix beobachten, dass die Kerne anfangs aus einem weitmaschigen Netz von Nukleoprotaminfasern bestehen, die sich mit der Zeit prallel ordnen und eng zusammerirücken, bis sie in der reifen Keimzelle schliesslich eine kompakte Masse bilden. Nach dem (hierdurch erleichterten) Eindringen in das Ei muss sich in dem befruchteten Ei, der “Zygote”, das Nukleoprotamin wieder in Nukleohiston umwandeln. Das geschieht vielleicht mit dem Einsezten der Differnzierung des neuen Organismus in Zellen mit verschiedenen Funktionen, also dem Auftreten somatischer Zellen. Walter Theimer WAS IST LOS AUF DEN MOND?... Es waere ungerecht und unvernünftig, den Sowjets einem weiten Vorsprung in der Astro- Nautik, der Weltraumfahrt, abzuspechen. Zum Mond haben sie eine ganze besondere Beziehung. Nimmt es noch Wunder, wenn vor Tagen die “Iswestija” — die führende Moskauer Tageszeitung — berichtet, am Wissenschaftlichen Institut für Astrobotanik in Alma-Ata (Hauptstadt der Sowjet- Republik Kasakstán, führer Wernoje) würde zur Stunde “Mondgemüse” gezüchtet? Damit die Mondfahrgaeste bei ihrer Ankunft auf dem Mon- Die Nordamerikaner, die über den maechtigen Mount Wilsonspiegel verfügen, bestaetigen die Erscheinung durch Violettphotographien. Am Krater sind Verdunstungen feststellbar. Es ist also sicher, dass unter der Mondoberflaeche heise Gebiete vorhanden sin, sonst waeren vulkanische Phaenomene nicht erklaerbar. Dass diese Waerme auch ohne Explosionen, durch Felsritzen etwa, nach oben dringt, ist mehr als wahrseinlich. Es wurde ausserdem festgestellt, dass die Krone des Vulkans nach solchen Explosionen einen roetlichen Schimmer zeigt, der sich erst nach Stunden verliert. Roetlich bedeutet in der Chemie Kohlenstoff, es schwebt demnach Kohlenstoff in der Mond-Armosphaere. Noch ein Argument bringen die Forscher — Prof. Alpatow, Prof. Kosirew, Prof. Sedow, Prof. Jerusalemskijs — vor. Im allgemeinen zeigt die Mondoberflaeche eine aschgraue Farbe. Kurz vor Eintritt des Vollmondes aber, wenn die Sonne in einem besonders günstigen Winkel strahlt, verfaerbt sich die Farbe, sie wechselt in Gelb-Grün. Es wurde bisher angenommen, die Verfaerbung sei eine Schattenwirkung farbiger Rauchwolken, das stimmt sicherlich nicht. Die Farbaenderung ist naemlich so stark und so gleichmaessig intensiv, dass einzelne Hoehenketten kaum noch erkenanbar sind. Sehr viel wahrscheinlicher darum, dass es sich um Wachstumperioden handelt. — ....es blüht auf den Mondbergen!”, wenn der Mond - Frühling auch zur sehr kurz ist. Warum soll es nicht blühen? Bodenwaerme für die kalten Tage des Neumondes liefern die Vulkanritzen, Aufbaustofe gibt der Kohlenstoff, die Vulkanasche dürfte Naehrstoffe liefern — bei Vollmond hilft die Sonne nach! Es bleibt zu Prüfen, und darum die Züchtungsversuche an der Universitaet von Alma — Ata, welche kurzlebigen (!) niederen Organismen der uns bekannten Arten konnten dort droben gedeihen? Kartoffeln nicht, auch keine roten Radieschen, nicht einmal Graeser. Aber Moos? Moos liefert ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel. Als die Kinder Israels durch die grausame Wüste zogen, regnete es ploetzlich lebensspendende “Manna”. Es ist, das ist laengst bewiesen, Moos gewesen, das von den Bergkaemmen durch Wind fortgerissen worden war. Die Frauen machten daraus ein Mehl für ihr taegliches Brot. Werden sowjetische Baecker Mondfahrer vielleicht mit sinnvoll ausgewerteten Rezepten zur “Manna” . Zubereitung und zur Verwertung der Manna - Moosbestaende am Fusse des Mondkraters Alphonsus ausststatten? RADÍO TELEFUNKEN EINE HOECHSTLEISTUNG DEUTSCHER RADIO - TECHNIK! Bevor Sie ein Radio kaufen — überzeugen Sie sich von der Qualitaet der TELEFUNKEN — Geraete! TELEFUNKEN — das Radio von Weltruf! Vorführung und Verkauf: METAL Ltda. PLAZA VENEZUELA 36 - CASILLA 484 - LA PAZ. TELE FUN KEN