Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 216 (18.12.1959)
- Date
- 1959-12-18
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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18. Dezember 1959. “DAS ECHO” 3. DIE WELT, IN DER WIR LEBEN TATSACHEN die uns angehen WELTBEVOELKERUNG: 1956 — 2 Milliarden 734 Millionen. In Europa leben 412 Millionen, in Asien: China (1955) - 639, Indien (1957) 388, UdSSR 200, Japan 170 Millionen; in den USA leben 170 Millionen Menschen. Vor 10000 Jahren haben auf der Erde rund 10 Millionen Menschen existiert. In jeder Minute werden etwa 170 Menschen geboren, waehrend rund 90 sterben. Ara schnellsten vermehrt sich die Bevoelkerung Lateinamerikas. WELTSTAEDTE: Tokyo hat 8.5 Millionen Einwohner, London 8.2 Millionen und New York 7.8 Millionen Einwohner. PRESSE: 255 Millionen Zeitungsexemplare werden in der Welt taeglich zum Verkauf angeboten. 257 Millionen Rundfunkgeraete und 44 Millionen Fernsehgeraete dienen der Uebermittlung von Nachrichten. 130.000 Lichtspieltheater informieren durch “Wochenschau”. Auf 1000 Einwohner kommen in Gross Britanien 600 Zeitungen, In Australien und Luxemburg 440, in den USA 350. In den USSR erscheinen 7.540 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 54 Millionen Exemplaren. Im Jahre 1955 erschienen in Russland 10.3 Millliarden Zeitungsempiare, gegenüber 2 Milliarden im Jahr 1927. SOZIALPRODUKT: Das Bruttosozialprodukt betrug in den USA im Jahre 1956 412.4 Milliarden Dollar; Volkseinkommen 342.4 Milliarden $■ Ein Arbeiter in der Landwirtschaft, der nur über einen Holzpflug verfügt, stellt ein Sozialprodukt von etwa 60 Dollar im Jahre her, ein Industrierarbeiter in den USA ein solches von rund 6000 US-$. GENUSSMITTEL: Im Jahre 1956 wurden in den USA ausgegeben: 45 Millionen für Sekt, 8 Millionen für Kaviar, 400 Millionen für Schwimmbassins, 20.000 Millionen für Urlaubs- und WochenendJReisen innerhalb der USA, 25.000 Millionen für Wetten auf den Rennplaetzen. PRIVATVERBRAUCH: Von den 52.2 Millionen Familien der USA, besitzen 80 % eine Waschmascine, 61 % einen Staubsauger, 86 % ein elektr. Bügeleisen und 71 % einen elektr. Toaster. 75 % haben Fernsprechanschlüsse. Drei von fünf Familien wohnen im eigenen Heim, drei von vier Familien haben ein Auto, fast 10 % zwei oder mehr Autos. In der deutschen Bundesrepublik besitzen 50 von 100 Haushaltungen einen Staubsauger, 17 einen Kühlschrank, 20 eine Waschmaschine. Jeder vierte Mann in W-Deutschiland rasiert sich elektrisch. ERDOELFOERDERUNG 1956: 858 T, darunter USA 352, USSR 84 Millionen T. Erdoelreserven der W;elt: circa 21.520 Millionen t. LANDWIRTSCHAFT: Von den 350 Millionen landwirtschaftlich taetigen Familien auf der Erde besitzen 250 Millionen als einziges Instrument eine Hacke oder einen hoelzernen Holzpflug, 90 Millionen einen eisernen Pflug und nur 10 Millionen einen Trecker oder Motorpflug. Rund ein Fünftel der Wßlternte an pflanzlichen Erzeugnissen faellt Schaedlingen und Pflanzenkrankheiten zum Opfer. INDUSTRIE: Die Rohstahlproduktion Europas (1957) betrug 157 Millionen t, darunter 51.0 Millionen t UdSSR, 24..5 Millionen t Bundesrepublik, 22.0 Millionen t Vereinigtes Koenigreich, 14.1 Millionen t Frankreich. Von 1948 bis 1957 haben die “Farbenfabriken Bayer” in Leverkusen 1.455.2 Millionen DM für Anlageinvestionen ausgegeben. Für die wissenschaftliche Forschung gaben sie 1957 82.3 Millionen DM aus. Die Weltchemie-Produktion betrug im Jahr 1938 10.4 Milliarden, 1952 43..1 Milliarden, 1956 60..9 Milliarden US-$. KRAFTFAHRZEUGE: 1956 betrug die Weltproduktion von Kraftfahrzeugen 11. 604 .000 Einheiten. Personenkraftwagen (1957): USA (Verkauf) 6.115.000, Bundesrepublik 959.000, Gross-Britanien 281.000. Der Jahresumsatz des Volksw.agenwerks überstieg 1957 2 Milliarden DM; darunter mehr als 1 Milliarde Exporterloes. WERBUNG: Die deutsche Wirtschaft gibt rund zwei Milliarden jaehrlich für Werbezwecke aus. Die USA hatte 1956 10 Milliarden Dollar Werbeausgaben (was bedeutet, dass pro Kopf der Bevoelkerung 59 $ kommen). ENERGIEWIRTSCHAFT: Von 1937 bis 1955 ist der Energieverbrauch der Laender des Sowjetbolcks um 158 % gestiegen. Der Energieverbrauch in Europa (1955) betrug 730 Millionen t (in Kohle umgerechnet). Gross-Britanien plant ab 1957 nur noch Atom-Kraftwerke zu bauen. 27 Billionen cbm Wasser fliessen jaehrlich ins Meer oder ins Grundwasser ab. HANDEL: Volumen des Welthandels (1957): 203 Milliarden Dollar. Der Welthandel war 1955 dem Geldwert nach dreieinhalbmal so gross wie 1937. Dem Umfang nach war er nur um etwa die Haelfte gewachsen, weil die Preise der meisten Waren sich von 1937 bis 1955 mehr als verdoppelt haben. VERKEHR: In Westdeutschland kommen taeglich 1000 neue Kraftfahrzeuge in den Verkehr. Im Jahre 1936 gab es in Deutschland 530.000, am 1.7.57 gab es in W-Deutschland 2..460..000 Personenwagen. In den USA waren 1940 27 Millionen Personenkraftwagen, 1950 40 Millionen, Ende 1957 gab es 67 Millionen Personenkrafwagen. Die Haelfte der gesamten zugelassenen Kraftfahrzeuge entfallen auf die USA, Im Weltluftverkehr wurde 1957 87 Millionen Passagiere befoerdert; die Maschinen legten eine Strecke von 2.62 Milliarden km zurück. In deutschen Nachrichtenverkehr (Post, Telegrafie, Funk) sind 340 OOO Personen beschaeftigt, davon rund 200 000 Beamte). OEFFENTLICHE SCHULDEN: Die Verschuldung in den USA betrug 1955 469.000 Millionen $. Die Staatsschuld der USA belief sich Anfang 1957 auf 274 Milliarden Dollar. LEBENSHALTUNGSKOSTEN: Der Anstieg der Lebenshaltungskosten 1952 bis 1957: Schweiz 3.7 %, Bundesrepublik 4.5 %, USA 6._4 % Schweden 15..2 %, Italien 15.8 England 20.2 %. In den USA sind die Preise für Nahrungsmittel seit 1939 um das Zweieinhalbf.ache, für Bekleidung um mehr als das Doppelte gestiegen. Der für Nahrungsmittel ausgegebene Dollar ist also im Vergleich mit 1939 noch 41 Z—Cts., der für Bekleidung ausgegebene 49 $—Cts. wert. RELIGION UND KIRCHE: Gemaess Voilkszaehlung (1950) in Westdeutschland ist die Religionszugehoerigkeit der Bevoelkerung folgende: Evangelische Kirche 52 %, Katholische Kirche 43..9 %, Freireligioese 3.7 %, Jüdische Religionsgemeinschaft 0.0 %. (Fortsetzung Seite 6.) Gefahr für Israel Alan weiss„ dass das aegyptische Volk sehr schwer unter der herrschenden wirtschaftlichen Misere zu leiden hat. Das Vrtk murrt, hat aber kleine Moeglichkeit — wenigstens bis heute — seine Gefühle gegen das NasserHRegüme zum Ausdruck zu bringen. .. Das Nasser-Regime ist ein typisch diktatorisches, wo das Volk mit patriotischen Phrasen und Hoffnungen auf “eine glorreiche Zukunft vertrcüstet wird. Nach dem alten (und erfolgreichen) caesanschen Rezept “Zuckerbrot und Peitsche” wird das aegyptisch-synsche Volk im Schach Qje Regierungskassen in Kairo bleiben für Volkswohlfahrt und Kultur leer, sie sind aber wohl gefüllt, wenn es darum geht, Hetz- und Kriegspropaganda gegen Israel zu finanzieren« Und die Propagandatrommel gegen Israel wird eifrig gerührt. ... . . Nasser schauspietert zur Zeit in demokratischer Maske, er versichert dem Westen seine Kommunistenfeindschaft und verlangt zur gleichen Zeit für seine “westliche Treue” reiche finanzielle Unterstützung. Wie schon so oft bei Nasser, fiel auch diesesmai der Westen auf die aegyptische Komoedäe hierein und unterstuetzt den überaus unsicheren Kantonisten und Diktator Nasser mit Lebensmitteln und bester Waehrung. Die Gelder, die auf diesem Wege hereinkommen, werden für antidemokratische Zwecke benutzt, naehmüch zur Entfesslung eines wfeitweiten Anüsemitismus und Anti-Israelismus. In allen Zentren des Westens unterhaelt die “Arabische Legion” grosse Büros mit zahlreichen Angestellten, allein zu dtem Zweck, den Boykott gegen Israel fortlaufend zu organisieren, Hetzschriften gegen Juden und Israelis zu verbreiten, und eine unfreundliche Stimmung gegen den Staat Israel zu erzeugen. Aber nicht allein damit begnügt sifch das Aktionskomitee Gier Arabischen Legion. In letzter Zeit wurde ganz besonders eifrig in Bonn und andern Staedten Westdeutschlands gearbeitet,, und es wurden erfolgreich Verbindungen mit rechtsradikalen Elementen aufgenommen. Diese Leute (meistens der SS entstammend und politische Kriminelle) werden mit ganz gewatigen Summen “zum Kaimpf gegen Israel” geworben, nach K: o gebracht, dort as Propagandisten und militaerische Aktivsten ausgebilde«. Diese Rechtsradikalen faengt man “mit der Pflicht des deutschen Ehrenmannes gegen die Juden zu kaempfen, die Deutschland ruiniert haben”, mit dem Argument “Rache für den Ma'ertyrertod des geliebten Führers” und dem Wunsch nach “Vernichtung der jüdischen Rasse, die die Welteroberung vorbereitet’'. Tatsächlich gelang es mit diesen und aehnlichen Schauermaerchen bisher circa 700 deutsche Maenner nach Aegypten zu schaffen, um diese gegen Israel auszubilden. Diese üblen Elemente, die sich erneut zu Moerderorganisationen entwickeln, sind leine sehr emsle Gefahr für den Frieden im Nahen Osten. Wir klagen deutsche Behoerden der politischen F2hi;.aessigkeit an, dass sie ein derart iges gefaehrlfchies Treiben im westdeutschen Raum dulden! “Das Echo” hat bereits vor langer Zeit auf die alarmierenden Aktivitäten der “Arabischen Liga” in Westdeutschland hingewiesen; diese Taetigkeiten wurden seither wesentlich verstaerkt, ohne dass deutsche Polizei, der deut -che Bundestag oder die deutsche Regierung dagegen etwas unternahmen. Wie ist es mcegich, dass die deutschen PassteRen Hunderte von politisch schwer belasteten Personen nach Aegyptien ausreisen lassen Ausreisen die organisiert sind und verdaechtig erscheinen müssen. Was nützt die schoenste “Wiedergutmachung für Israel” wenn die gleichen deutschen Stellen Zusehen, wie in Westdeutschland Kraefte gebildet werden, um Israel zu zerstderen! Es waere allerhöchste Zeit dem üblen und frieden-bedrohenden Tro.bcn der Aicgyoter in Westdeutschland, welches einen schweren Missbrauch des deutschen Gastrechtes und der diplomatischen Gepflogenheiten darstellt, ganz energisch den Riegel vorzuschieben. Curt Ludwig PRAESIDENT BEN ZWI - 75 JAHRE Der Praesident Israels, Itzhak Ben Zwi feierte am 6. Dezember seinen 75. Geburtstag. Auch "Das Echo” und seine zahlreiche Leserschaft sendet die herzlichsten Geburtstagswünsche nach Jerusalem nvt der Bitte dass ein gütiges Geschick diesen Mann noch recht, recht viele Jahre im zentralen Dienst seines Volkes erhalten moege. Itzhak Ben Zwi stammt aus einer alteingessenen Familie aus der Ukraine, d!e jüdischen Brauch und Geist stets in hohen Ehren hielt. Am 6. Dezember 1884 wurde "er in Poltawa geboren, absolvierte das Gymnasium und war schon in seiner frühen Jugend ein Führer des “Poalei Zion”. In Kiew studierte er an der dortigen Alma mater Naturwissenschaften Akti,defph hlfr Ieh°7rtetr ZU de,n .mu,i2sten und begeisterten jüdischen Aktivisten. In Ben Zwi brannte heiss die Sehnsucht nach Zion. Im Jahre , n nach Paflaestina. Ein Jahr spaeter gründete er den Haschomer die erste jüdische Miütaerzelle in Palaestina, die sich spaeter zu der maechtigen israelischen Armee (Haganah) entwickelte. Der glühende Zionist Ben Zwi war ganz erfüllt von seiner Aufgabe und dem grenzenden Organisator gelang Manches, was spaeter wichtigstes Fundament für den Staat Israel wurde. 5 inio Mit David Ben Gurion verband ihn herzliche Freundschaft. Im Jahre 1912 gingen beide nach der Türkei, wo Ben Zwi Rechtswissenschaft studierte. 1918 gründeten Ben Zwi und Ben Gurion eine jüdische Legion die gemeinsam mit der türkischen Besatzungsarmee, fuer die Rechte Palaestinas kaempfte. Sein ganzes Leben hat Itzhak Ben Zwi sich dem Ideal Herzl’s verschrieben. Sein Leben war Kampf, er zahlte Erfolg oft mit schwersten Enttaeuschungen, oie er aber stets schnell überwand, um mit neuem Optimismus für die Schaffung eines jüdischen Nationalstaates zu kaempfen Das ahr 1948 brachte ihm die Erfüllung der Sehnsucht seines Lebens’. Im Uebrigen ist Ben Zwi (so wie es auch Chaim Wieizmann war) ein hervoragender Wissenschaftler, dessen Bücher über Archaeologie und Etnographie in Fachkreisen sehr geschaetzt werden Auch auf dem Gebiet der Numismatik ist er Experte und seine Sammlung von alten Münzen ist berühmt. Itzhak Ben Zwi ist auch als Staatspraesident ein wuundervoll einfacher und natürlicher Mensch geblieben, dem das Hohe Amt nur Pflicht bedeutet Mit dem heissen, menschheitsliebenden jüdischen Herzen und dem klaren analysierenden Geist eines Gelehrten, ist Itzhak Ben Zwi der ideale Praesident ces Staates Israel. Das ganze jüdische Volk wünscht dem 75-jaehrigen Ben Zwi Kraft und Gesundheit und persöhnliches Glück. 1141485