Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 210/211 (28.9.1959)
- Date
- 1959-09-28
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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28. September 1959. “DAS ECHO“ 5. Œag De# «üencfjte# Rosch ha-Schana, das jüdische Neujahrsfest, ein "gewaltiger Tag" (Jom nora), gehoert zu den Busstagen, nach unserer religicesen Ordmrng. Unser Neujahrsfest unterscheidet sich grundsaetzÜich v)om christlichen Neujahrfest, denn der jüdische Jahresbeginn wird mit Emst und tiefer Innenschau gefeiert Rosch ha-Schana ist ein Tag des Weckrufes der Seele, eine markante Station in unsem Erdenweg, an der man Rast macht und versucht, sich über sein eigenes Tun klar zu werden. Rosch ha-Schana ist in ernstes Fest mit heiterer Lebensbejahung. Denn in allen Dingen tiefen Ernstes, leuchten die heiteren Geister menschlicher Liebe und Kraft. Rosch ha-Schana ist das Fest der Lebenskraft, geistiger Verinnerlichung und seelischer Erhebung. Wir Juden unserer Zeit sind tief im Schlamm einer lieblosen Nacht gewandert, die endlos und hoffnungslos, und in der dennoch für uns ein guter Lebensfern schien, der uns in das Licht und in den hellen Tag führte. Das jüdische Leben wechselt zwischen Tag und Nacht, zwische Freiheit und Unterdrückung, zwischen Sieg und Niederlage — aber immer und stets, konnte sich das Judentum behaupten, seinen Weg gehen, sich erneuern, verjüngen und als sittliche Kraft bewaehren. Diese Kompliziertheit des jüdischen, Lebens, diese Haerten im jüdischen Lebenskampf, haben das jüdische Volk verinnerlicht und geeint. Kampf macht hart und stark; dank unseres permanenten Kampfes um den Erhalt des Individuums und der Gemeinschaft, waren uns Aufgabe und Ziel gesetzt, als uraltes und monotheistiches Volk zu leben und zu wirken. Wir sind.. Diese glückliche Gewissheit unserer Existenz, dass wir waren und immer sein werden, soll uns nicht stolz und eitel machen. sondern in uns das Bewusstein unserer besonderen Art und Aufgabe brennen. Wir Juden weichen der Rohheit und dem Schlechten aus, wir verbinden uns mit dem Reinen, dem Guten und dem Edlen,. wir foerdem den Humanismus, wir wachen über Erfuellung des heiligen Zehnwort. Wir sind nicht "auserwaehlt". aber wir haben besondere Pflichten, dia wir die Traeger der uns am Sinai gegebenen Gebote sind, die das Kernstück humaner Lebenssethik darstellen. Pflichten aber beginnen damit dass man selbst an sich arbeitet, reift, um den charakterlichen Halt zu haben, Traditionen und Erkenntnise weiter reichen zu koennen. Rosch ha-Schana: himmlischer Gerichtstag, Tag des Posaunenschall. An diesem Tage ziehen wir Bilanz vom Erstrebten und Erreichten, wir erkennen an diesem Tage unser Wollen und unsere Unzulaenglichkeit, wir holen an diesem grossen und festlichen Tage tief Atem zu neuer guten Tat, zu guten Vorsaetzen und Gelübden. Wir halten innere Einkehr, wir prüfen uns, legen das Eitle und Aeusserliche ab - wir treten nackt im Gebet vor dem Gott unserer Vaeter, und wir werden in dieser Innerlichkeit erfahren, wie oft wir vom guten Wege abwichen, wie leer unser Leben war, und wie viel uns noch zu tun bleibt. In dieser Stunde sollten wir geloben, dass wir alles tim wollen. um dem Judentum Kraft und Dauer zu sichern, dass wir uns gegenseitig helfen und dienen wellen, dass es aber auch unsere menschliche und religioese Aufgabe ist, dem christlichen Mitmenschen zu dienen und ihm Gutes zu tun. Aus dem tiefen und heiligen Bronnen jüdischer Kraft, wollen wir die Schaetze heben, die uns glücklich machen, unser Leben besonnen, die uns frei machen von Eigensucht Jüdisches Leben ist ein Leben» ungefüllt von sittlichen Pflichten. Vegessen wir dies nie. Durch harte Pflichterfüllung reifen wir, erhaelt unser Da-Sein heeheren Wert und steigert sich jüdisches Leben zum edlen Sinn für alle. Wir Juden haben heute Grund glücklich zu sein, da wir die Gnade erleben durften, dass in unsem kurzen Lebenstagen 2000jaehriger jüdischer Wunsch erfüllt wurde: Israel. Die Zeit, in der wir leben ist schoen und gross, aber sie ist letztenendes die Zeit, zu der wir sie machen. Versuchen wir aus dieser Zeit die besten Kraefte zu ziehen, damit sie uns bereichern, staerken und unser er Jugend bleibenden Sinn geben. Beim Schofarton erriimem wir uns an die Liturgie des Zweiten Tempek "Moege es der Wille Gottes sein, dass das beginnende Jahr ein Jahr des Segens sei für Volk und Land Israel". Rosch ha-Schana: Tag des Gerichtes, Jom ffippur. Tag der Sühne; an diesen großen Tagen wünschen wir in Demut "Gute Schrift und Siegel", Ketiwa u-Chetima towa.. LUDWIG K. STARGARDT ^*+*******+**++*++*+tt+*++*+4c*+++++ir++++++i(i(+-k-k*it-k-k1rtck+‘k-k-k-k-k-k-k+-k*++-k-k-k+-kit*-kititititititir+1titir-k*-k-kiti)'k-kiririe-k-A'k-ki(-kir-kit-kitit*itirir X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- EMPRESA HUGO LANGER CALLE POTOSI, EDIF. “KAVLIN” — CASIlLLA 479 — TELEFON 8443. DAS HAUS DER MODERNEN'TECHNIK! 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Diskrete Faelle werden — wie alle anderen auch — dis- S g kret durchgeführt. Man wende sich vertrauensvoll an Herrn Emil Rottenstreich (Casa “Baly”). g ■ *An den Hohen Feiertagen spendet bei Thoraaufruf dem “Bikur Chaulim”! ■ M——MMMMMIMMHl—M—Wim—MHIMMMMmMMmmMM—WH—■■■■■■■■«■■■■■■■■■■■mpbih Î _ . * OPTICA OPTALVIS ISAAK MEIER UND FAMILIE SENDEN GRUESSE UND GLUECKWUENSCHE AN FREUNDEN UND KUNDEN AUS ANLASS DES JAHRESWECHSELS!