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Das Echo · 1959-08-30 · 209 (30.8.1959) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
209 (30.8.1959)
Date
1959-08-30
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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DER STRAHLENDE KLANG!’ DAS RADIO FUER WAHRE MUSIKFREUNDE! Generalvertretung: Empresa HUGO LANGER - ¡La Paz Calle Potosí 261 - Telefon 8443 - Casilla 479 REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Die unabhaengige Halhmonatsschrft Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz - Obrajes - Raeros: La Paz, calle Yungas 534 und Cochabamba, Calle Baptista 429. - Postanschriften: Revista El Eco Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “Kollasuyo”, Loayza 304. DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000.—; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags.__ Jahrgang X Nummer 209 — 30. August 1959 — Preis: Bs. 500.— Ideen Unsere politische Welt befindet sich in einem Titanenkampf, in welchem es um den Sieg einer Idee geht. Dieser Kampf ist klar definiert, durch Kampf dies christlichen Abendilandes gegen einen internationalen Atheismus. Das Christentum steht auf der Position “Demokratie”, der Atheismus führt die Parole “Kommunismus”. Beide BloeCke, weltanschaulich extrem, sind jfeder für sich erfüllt von Ideaden und dem Glauben, dass seine Ideologie die richtige sei. Dr!» Demokratie ist so alt wie der Kommunismus; beide politisch-sozialen Richtungen konnten die Weltgeschichte bereichern, beide aber auch versagten in ihrer Kraft oft dort, wo diese notwendig war und ihre Kraft beweisen sollte. Unsere moderne Zeit, die in ihren sittlichen Fundamenten durch Nazi- Faschismus und BolsChwismus erschuettert wurde, die das Weltbürgertum durch eine labile und nicht immer ethische Ha'tung des Demokratismus enttaeuschte, besitzt die Hohlheit, die Menschen in ihrer politischen Zugehoerigkejt schwanklend macht. Die Tragoedie in unserer Zeit ist, dass es fuer Millionen unter uns, kerne politische Klarheit gibt, dass das eilte wie das andere System unbefriedigt laesst. Beide Systeme, trotz ihres Alters and ihrer Erfahrungen, sind unausgeigoren. Die Demokratie ist Wege gegangen, die sie der breiten Masse entfremdete; sie fand keine Sprache und keine Tat, um die grosse Masse der Weftbevoelkerung hinter sich zu bekommen. Der demokratische Gedanke konnte nicht volkstümlich werden, da diese Ideologie jahrzehnte’ang unter einer Schwaeche litt, die weder die Jugend an zog noch weite Buergerkrefete begluecken konnte. Es waren Maenner in da* Fuehrung, die es gut meinten, aber zu kraftlos und ausgelaugt waren, um den ethischen Sinn der Demokratie zu popularisieren. Man sprach vom Volk, man meinte aber nur Gruppen, man sprach vom Frieden, und niestete, man sprach von Humanismus, und terrorisierte koloniale VoeUter. Diese ewige Diskrepanz in Ausdruck und Aktion, hat den demokratischen Giedanken kompromittiert. Er verlor an nationaler Wirkung, die Verbindung des Glaubens zu dieser •dec wurde vielfach aufgehoben. Der grosse schoene, hoheitsvolle Gedanke der Demokratie wurde zuschanden weil “Demokratie” zu feinem Schlag-’ wort wurde, welches dem Volk (demos) keinen Inhalt gab. Die “starken Maenner” waren auf der ahdtem Seite. Lenin und Troizky, Stalin und Kruschtschew besassen das Opium der Massenbeeinflussung. In einer entgoetterten Welt, einfer Welt die Millionen enttaeuschte, in der Millionenmassen, durch Btutschlamm und Elend wateten, sahen in dem Atheismus - welch ein Paradoxon! - eine neue Heilslehre. Millionen und AbermiHionen von Arbeitern und Kleinbuergfern sahen in den “Demokratien”, .in .den .Sozialdemokratischen Parteien, nicht mehr ihre Interessenvertretungen. Die Worte der Kommuinistenfuehrer sanken in ihre Seelen und gaben ihnen Erfuellung. Doch diese Worte hatten nur demagogischen Charakter, sie verwirrten, sie schlaeferten sittliche und traditionelle Kraefte ein, sie erweckten weniger das Feuer echten revolutionären Willens, als eg02tentrischen Nihilismus, der zu anarchischem Begehren fuehrte. Wie in der Demokratie so im Kommunismus fehlte es an Maenntem, die die moralische und geistige Potenz hatten, aus grossen Ideen beglueckendte Praktiken zu entwickeln. Das Mi'Jionenheer der Kommunisten musste sehr bald einsehen, dass Worte etwas waren und Taten etwas anderies waren. Die Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit, nach dem konsequenten Aufbau eines sozialistischen Lebens,, blieb Illusion. dien Machtbioecken abspielt - ein Kampf, der nur zwei Loesungen haben kann: Krieg oder Verslr.endigung. Krieg bedeutet das absolute Rigorcc-urn, einen Einsatz mit allen menschlichen und materiellen Werten, leinen Einsatz, von dem man heute weiss, dass er in jedem Falle negativ enden muss, da in einem Atomkrieg keine “Siegler” vorhanden sein koennen. Ausserdem ist es durchaus nicht wahrscheinlich, dass man eine politische Idfee durch einen Krieg atusraeumen kann. Ein Krieg also waere demnach kein kuehnes, sonders ein toerichtes Unterfangen. D'er zweite Weg weist auf Verstaendigung. Hier gibt es tatsaechüch eine Fuellje von Moeglichkeäten, den bestehenden WteJtamschauungskampf zu stoppen und ihn in gute Bahnen zu fuehren. Maenner machen Geschichte, heisst ein Wort. Malenner, sollten sich endlich mit gutem und ernstem Willen an einen Tisch setzen und die Moegjlichkeiten diskutieren, um zu eintem friedlichen Ergebnis fuer beide Teile zu gelangen. Der Kommunismus mttesste sich genau so moeglich, w:'ie eine Sozialisierung der Demokratie. Wenn beide Systeme auch niemals uniform sein keennten, so waere es aber moeglich, bei einer neuen Inhaltsgabe in den ideologischen Formen, beiden Maechtln die Giftzaehne zu entreissem, sodass ein Nebeneinanderleben (“Co- Existenz”) beider Kolosse verstaend’jch waeile. Diese politische Neubelebung beider Staatsformen muss kommen, da die “sozialistische Demokratie” ebenso zukunftsweisend ist wie der “demokratische Kommunismus”. In beiden Ideologien ruhen gute und starke Kraefte, diese zu isolieren und zu einer neuen Formel zu entwikkeln, wuerde den Frieden in dieser Welt bedeuten. Maenner machen die Geschichte - gewiss, aber Voeiker haben die Auftragsgeber dieser geschickteilenkenden Plölitiker zu sein. Das Zeitalter der Diktatoren, der Usurpatoren, des Tyrannis, ist vorbei, muss vorbei sein. Eine neue Gesellschaftsordnung, wo das bestehende Gut© bleibt und das Schlechte uebterwunden wird, wo Unsere naechste Ausgabe: RÖSCH HÄSCHANAH Diese festliche A. "lsijabe wird Beitrage hoechster bolivianischer Autoritaeten und * ienter jüdischer Persoenlichkeiten enthalten - sie wird ein Dokui.i ru L..L* konstruktiven jüdischen Geistes und der Solidaritaet. Diese Echo-Ausgabe geht in alle Teile der Welt und will Glück irrr neuen jüdischen Jahr, allen unseren Freunden wünschen. AUCH IHR NEUJAHRSGLUECKWUNSCH I GEHOERT IN DIESE FESTAUSGABE ■ Baldige Anzeigenaufgabe sichert gute Plazierung! 'Annahme in La Paz: Leo Ranis, gegenueber Post, Echo-Büro ICalle Yungas 534 oder durch Casilla 2217,, La Paz. NÄ- , Beide Welt- und Macht-Systeme hatten das Unglueck gegenseitig ihre Kraefte messen zu muessen. Dadurch kam manche Lime aus dem Gteise, die Propagandisten und Staatsmaenner versuchten in Schlagworten das andere System zu uetoertrumpfen, und futehrten infolgedessen weitere Milijonenmassen in den Schlamm des Unglaubens. Der politische “sacro egoismo” eines jeden Systems ging immer gefaehrüchere Wege, um dem Gegner die Gegenwart zu verduestern und die Zukunft zu vernichten. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod, der sich gegenwärtig zwischen den weltbeherrschenwandeln, indem er weniger radikal und imperialistisch waere, indem er Glaubensfreiheit und ausgedehnte so- 1 ziaäistische Rechte garantiert. Die moderne Demokratie muesste 'einen reicheren sozialistischen Inhalt bekommen, sie muesste gleichfalls das freihteittÜ) ehe Prinzip erweitern, damit eg eine volksnahe Wirkung haette. Mancher Leser wind nun sagen, wenn es so waere, da waere eben Kommunismus nicht mehr “Kommunismus” und auch die Demokratie muesste btet diesem radikalen Wandel ihr Gesicht vertieren. Eem ist aber nicht so. Eine Demokratisierung des Kommunismus ist ein neuer und versoehnender Geist die Menschheit verbindtet, ist in der Entwicklung. Nicht Eisenhower und nicht Kruschtschew koennen tfiesen grossen politischen Weg wesentlich beeinflussen, er wird mit explosiver Kraft, wie ein Naturereignis, sich bahn«. Demokratie und Kommunismus, sind heute mehr Ideen als erfüllte Ideale. Aber die Zeit und die Menschheitsvemunft, wird daraus leuchtende Ideale gestalten, die dem Leben der Erdbewohner einen begjueckenden Sinn geben werden, LUDWIG K. STARGARDT

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