Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 205 (15.6.1959)
- Date
- 1959-06-15
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4 I REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN_ Die unabhängige Halbmonatssctaft Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur. Dr. Ludwig K. Stargardt Vertag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz - Obrajes - Bueros: La Paz, calle Yungas 534 und Cochabamba, Calle Baptista 429. - Postanschriften: Revista ‘El Eco”.- Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “KoBasuyo”, Loayza 304. DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000.—; kleinere Ftaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags. Jahrgang X — Nummer 205 — 15. Juni 1959. — Preis: Bs. 500.— [ empfiehlt sich fuer die Durchführung ► von Reisen ► im Flugzeug, mit Schiff oder Bahn ► Beraten Sie sich mit uns - Sie werden l durch TurBol gut bedient! 1 Man spricht deutsch, englisch, franzoesisch ► und italienisch! ► SUCRE PALACE HOTEL [ Telef. 7651 - 4873 — Casilla 1129 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 Neue Fundamente Als an Jahre 1918 in Deutschland die Revolution ausbrach und recht schnell witeder beendet wurde, so war diese deutsche GruendBchkeit, dis bewundert wird und oft Grossartiges leistet, versagt voeilig wenn es darum gehtj, mit nevohiljionaerer Kraft Altes zu stu erzen, um Neues aufzulbauen. Die Fundamente sind der tragende Grund; sind diese nicht stark genug, taesst sich auf diesen nichts besseres und Gültiges gestalten. Die deutsche Revolution von 1918 war eine oberfiaechKche, die Ordnung am Rande schaffte, aber nicht in den Kern einer gesellschaftlichen Korruption drang, dile derart weit vorgeschritten war, dass dadurch das gesamte soziale Löben faulig wurde. Der deutsche ServiKsmus, mit seinen tiefen Kotaus vor Macht und Besitz, rateumte in tüer 1918er Revolution das Harmlose aas, Hess aber dass Gefaehrüche fast udbeniehrt. Es wurden weder radika e soziafistisctte Reformen (tfie wohl geplant wurden) durchgeffihrt, man ging weder dm Grossfaidustriefien an den Kragen, für die der Weltkrieg Nr. 1 ein grossartiges und satte» Lieben bedeutete, noch fegte man den aggressiven preußischen Militarismus energisch weg. DSese MiStaers, die die beraehmt - berüchtigte Legende vom pofchstoss” fabrizierten, hieben .als v«ta es Element erhalten. So konnte es kommen, dass Grosskapitafisonus und preussisches Miütaer recht bald mit de* Rudimenten der sogen, Revolution vom 9. Novfernher 1918 aafraeumten und wieder das aite, revanchelüsterne Deutschland zum neuen Leben erwachen fiessen. Bereits 1918 wurde in Magdeburg der militaristische “Stahlhelm" gegründet und kn Jahre 1919 konnte Hitler seine Faschistische NSDAP gründen, dfe sich so schnell entwickelte, dass 1923 diese Partei ihnen fersten grossen Putsch wagen konnte. Dann ging es sehr schnell mit dfem, was die Einen Aufstieg di« Andern Abstieg in Deutschland nannten. Die Moerderpartei von Hitler gewann das Volk, sie kam zur Macht, es kam zur “Natiokam zur Macht, es kam zur “Nationalen Erhebung”. Danach kamen die Kirchenschaendungen, Synagogenverbrennungen, Konzentralionsk-feger, Mord, Totschlag und Gewattverbrechen am laufendem Band. Der “Glanzpunkt” der Nationalen Erhebung war 1939, als Berlin die Weit in dfen Brand steckte, mit dem munteren Lied “Heut’ gehoert uns Deutschland, morgen die ganze Welt!”. «BlFmr'fi' ECHO iwr skiijssjsw En einem furchtbaren Kampf wurde das offizielle Nazideutschland niedertgerungen; Millionen von Deutschen, Russen Franzosen, Amerikanern und Engtaendem mussten diesen Siteg mit ihren jungen Lehen bezahlen. Mit grossem, schoenem Optimismus ging man daran, eine neue, demokratische Welt zu bauen. Heute, 14 Jahre nach dem Zusammenbruch des Nazideutschland, nach der widerspruchtosen Kapitulation der deutschen Heere, beunruhigt das deutsche Probltem, von Neuem die friedliche Welt. kl unserem heutigen Leitartikel wollen wir das bedrohliche Anwaschs)en der nationalistischen Kraefte in Deutschland behandeln. Es ist heute allgemein bekannt, und ca blieb mich von deutschen offiziellen Steilen unwidersprochen, dass hohe deutsche Aemter mit ehern. Nazis besetzt wurden und besetzt sind. Diese “Demokraten” mit den braunen Seelen haben heute die massgebenden Schlüsselpositionen in Westdeutschland ki Haendfen und sie treiben die Politik, die ihnen Herzens)- und Charakter-Angelegenheit ist. Obwohl diese Ex-Nazis (.. gibt es überhaupt EX-Nazis?..) heute immför klarer in Erscheinung treten, obwohl Nazist&che Vertoaende, Mihtaerische Bünde, Nationalstisch-racfikalb Parteien wie Pilze nach dem Regen aus der germaenischen Erde schiessen, verniedlicht man in Bonn die Situation, bi Bonn spricht man davon “dass es keine Nazis mehr gibt", dass “die radikal-nationalistischen Organisationen bedeutungslos sind” — “das sich das Adenauer-Deutschland zu einem demokratischen Musterstaat entwickelt”. Die (geradezu methodische) BagaMksierung einer toedfich ernsten politische Gefahr, dlfese falsche Einschaetzung der deutschen Gegenwarts-Situation ist für alle die alarmierend, die hofften, dass sich Deutschland zu einer echten Demokratie entwickeln würde, und die auch heute noch immer an ein besseres künftiges Deutschland glauben. In diesem Zusammenhang ist es inssant, dass der hervorragende deutschjüdische Journalist und Herausgeber des “Aufbau”, Manfred George* kürzlich an prominente westdeutsche Politiker und Publizisten eine Rundfrage richtete: “Wie steht es gegenwaertig mit dem Antisemitismus in Deutschland?” Fast alle Einsendungen waren sich darin einig, dass es “kaum” einen Antisemitismus in Deutschland gaebe und dass dieser im Ausland furchtbar aufgebauscht würde. Wir deutschen Juden sind die Geprügelten, wir haben die Erfahrung. Ein auch relativ geringer Antisemitismus in Deutschland ist weit schwerwiegender a»@ die Feststellung solch menschlicher Entgleisungen in Frankrach,, England etc. Dieses Tripium “Nationalismus - Militarismus - Antisemitismus’’’ ifecfivivus in deutscher Praegung ist frieden- und menscbhleitsgefaehrdend, dieses Zeichen verlangt Hellhoerigkeit und leidenschaftliche Abwehr. Im Deutschland von Weimar sprach man naiv von den Nazis a£s “harmpse pofitische Kinder, dfe man nicht ernst nehmen sollte”, heute sprechen westdeutsche Regierungsstellen davon “dass Deutschland und die Welt nichts von Nazis zu befürchten haette”. Diese Meldung ist eine unrealistische Aussage, dfe grosse Gefahren in sich etnschliesst. Wir wissen sehr wohl, dass nicht nur in den wichtigen und hohen deutschen Aerntem Maenner sitzfen, die in Nazivergangenheit oft grausames Unrecht taten, sondern, dass auch die grossen politischen Parteien und Organisationen stark nazi-unterwandert sind. Dieses Wissen macht es leider tmmoeglich, das Deutschland von heute, als zuvferlaessige Demokratie zu betrachten. fai Bonn kennt man nur eine politische Philosophie: der Feind steht links! Es gibt nur einen Feind: Kommunismus! Dfeser Hass, diese fanatische Feindschaft gegen den Kommunismus ist das wundervolle Mittel der kraeftigen Renaissance des deutschen Faschismus. Ist es Tendenz, ist es politische Blindheit, dass Bonn nicht die nazistische Entwicklung, sondern nur die Existenz des Kommunismus wahrnimmt? Eine Re-Orientierung waere jedenfalls mfehr als wichtig, denn der grosse Feind der Demokratie, sitehts RECHTS! Der menschheitsfeindlicfae, der freihfeitsdrossekide, der fortsch- (Fortsetzung Seite 2). j Restaurant und Confitería “Casa de España AVDA. LEITUNG: CAMACHO 1484. ALFREDO LOPEZ ARAOZ & JUAN L. SORIA M. TELEFON 2520. y **************************************************** **** **,4H¥ ***+***++++*■*+*++*++*+++++**++++++++++++* * „ 14- “ “ .5 Î * * 34- 34- 34- 34- 3f 34- 34- 34- >4- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- 34- Mittags- und Abendtisch in grosser Abwechslung! Bietet in vorzüglichster Qualitaet erstklassigen Danergaesten gewaehren wir Spezialpreis. Anrichtung von Festlichkeiten auch ausser Haus Lassen Sie sich beraten durch unseren deutschsprachigen Maitre Richard5 und bedienen durch unser erstklassiges Personal! Ihr Lokal für Mitagessen, Nachmittags-Kaffee und am Abend: i RESTAURANT UND CONFITERIA “CASA DE ESPAÑA” i ♦wm*w«^wwwww«w.mw»«w«wmWHiWMWWWW,WMWWWW,wwwwwwwM(ww*