Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 202 (13.5.1959)
- Date
- 1959-05-13
- Page
- [Seite 19] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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1959. ****** ER; run? » ischt J fbau. J IS. lienael. 13, Mai 1959. DAS ECHO 19. NN i * dem í liick î Schnittpunkt zweier Weiten ■‘Durchs Mandelbaumtor ist der Herr in Jerusalem eingezogen. berichtet eine neuere franzoesische Publikations aus dem Heiligen Land. Selten kapn man falsche Legendenbildung so eindeutig bezeugen wie ,an diesem Beispiel. Abgesehen davon, dass es sich mit Sicherheit überhaupt nicht mehr feststellen laesst, wo sich •die Tore durch die Mauern Jerusalems zu Christi Zeit befanden, heissen die Durchgaenge durch die Stadtmauer der Jerusalemer Altstadt nun Jaffa-Tor, Zions-Tor, Dung-Tor, Goldenes Tor, Stephans-Tor, Herodes-Tor, Damaskus-Tor. Ein Mandelbaumtor durch die Stadtmauer gibt es nicht. Das, was seit mehr als einem Jahrzehnt Mandelbaum-Tor heisst und seit dem Waffenstillstand zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten die einzige Passierstelle durchs aufgeteilte Palaestina darstellt, ist weder ein Tor noch befindet es sich an einem Mandelbaum. Es liegt vielmehr an einer Kreuzung zweier Strassen der Jerusalemer Neustadt, der Schmuel-Hanavi-Strasse und der Strasse des hl. Georg, dort, wo sie bei ihrer Überschneidung einen kleinen Platz offen lassen, etwa einen Kilometer von der Mauer der Altstadt und dem Damaskus-Tor entfernt; und der Name Mandelbaumtor stammt von der zerschossenen Villa des seligen Herrn Mandelbaum, dessen Nachkommen noch heute einige “Mandellbaum- Stores” in der jüdischen Neustadt Jerusalems besitzen — an den Mauern der Villa ist naemlich die israelische Pass- und Zollkontrollbaracke angebaut.. An diesem Mandelbaumtor, das; nun den Namen' Maavar Sliimon Haj zadik (Durchgang Shimon der i Gerechte) erhielt, begegnen sich zwei | Welten: das moderne Israel und die i sich nur langsam wandelnde Rück- | staendigkeit der von Israelhass er- : füllten arabischen Staaten. Am Zoll- und Wachtposten hinter dem Niemandslandplatz befinden sich jordanische Truppen, Nachfolger der einstigen arabischen Legionaere ülub Paschas, die zu ihrer Zeit die besten und allein wirklich kampftüchtigen arabischen Soldaten gewesen sind. Im Staate Israel lebt eine Minderheit von etwa 200 000 Arabern, Zeugen für ein auch heute noch moegliches Zusammenleben von Juden und Arabern im alten palaestinensischen Land; auf jordanischem Territorium lebt kein einziger I Jude mehr. Die den religioesen Be-! dürfnissen der drei Religionen im Heij Iigen Land entsprechende Klausel im | Waffenstillstandsvertrag nach dem israelischen Unabhaengigkeitskrieg, die den Glaeubigen den Besuch ihrer heiligen Staetten über die Waffenstitlstandsgrenzen hinweg garantieren soll, wird jordanischerseits für die Juden nicht eingehalten; kein jüdischer Bürger des Staates Israel hat seit bald elf Jahren das Mandelhaumtor passieren dürfen, um an den heiligen Staetten der Juden in der Jerusasalemer Altstadt, der Klagemauer, dem noch bestehenden Teil der Ringmauer des alten Tempels, seine Gebete zu sprechen. Israel erlaubt alljaehrlich den christlichen Arabern, die seine Staatsbürger sind, zu Weihnachten und zu Ostern zwei Tage auf jordanischem! Gebiete, in der Altstadt Jerusalems und in Bethlehem, zu verbringen. Rund 2000 Personen pflegen von dieser Moeglichkeit des Grenzübertrittes; Gebrauch zu machen. Namenlisten werden angelegt und bei den jordani-; sehen Grenzwachen eingereicht. Nicht allen wird jordanischerseits der Grenzj Übertritt bewilligt: so wurde einmal | ein christlicher Israel.Araber abgelehnt, | weil die Jordanier erfahren hatten, dass j sein Bruder in der israelichen Armee diene; und zurückgewiesen wurde auch eine christliche amerikanische Schriftstellerin, die sich auf einer Studienreise j in Israel befand — weil sie mit den \ israelischen Grenzern hebraeisch j sprach und die Araber gegenüber das! hoerten. Die israelische Kontrolle vollzieht sich im allgemeinen viel rascher als die jordanische, daher stellen die Israel-Araber, wenn sie die I israelische Kontrolle passiert haben, im j Niemandsland ihre Zelte auf, in denen I sie studenlang verweilen. Ein Ereignis, j das auf beiden Seiten freundliche! Gesichter zeitigte, war vor einiger i Zeit die Hochzeit einer griechisch-or- | thodoxen Araberin aus Israel mit j ihrem Braeutigam aus Jordanien im | Niemandsland vor dem Mandelbaumj tor: die Zeremonien mussten zwischen den beiden Grenzen stattfinden, da Jordanien der Braut, solange sie als unverheiratet israelische Staatsbürgerin war, das Betreten jordanischen Gebietes nicht erlaubte! Ein normaler “kleiner Grenzverkehr’’ innerhalb der feindlich geteilten Stadt Jerusalem ist ausser den rund 1000 UNO-Beamten, die oestlich oder westlich der Demarkationslinie wohnen, nur noch den Konsuln moeglich, die für ganze Stadt Jerusalem akkreditiert sind. Die weissgestrichenen offiziellen UNO-Wagen passieren die Kontrollen ohne Verzug; die UNO-Beamten, die mit Privatwagen von einem Teil der Stad in den anderen fahren, wechseln im Niemandsland ihr jordanisches Nummernschild gegen eine israelisches, oder umgekehrt. Die Konsuln und ihre Familien fahren oder gehen durch das Mandelbaumotor wann sie wollen. Die in Israel oder in Jordanien akkreditierten Botschafter und Gesandten brauchen Visa, wenn sie die Grenze überschreiten wollen. Die Geistlichen der verschiedenen christlichen Konfessionen, die von einem Teil der Stadt zu Besuch in den anderen wollen, müssen eine Woche zuvor um einen Passierschein einkommen. Alle 14 Tage faehrt ein von UNO- Beamten bewachter israelischer Convoy aus der Neustadt, um die Altstadt herum auf den Scopusberg, wo sich mitten im jordanischen Territorium das üebauede der alten Hebraeischen Universitaet und das des jüdischen Hadassa-Spitals als israelische Enklave befinden. Die Convoys bringen ausser Nahrungsmitteln und Treibstoff Wachmannschaften auf den Scopusberg, die ausgewechselt werden. 150 bis 200 Menschen passieren das Mandelbaumtor taeglich in beiden Richtungen. Der israelische Grenzbeamte ruft ihnen “Schalom” zu — das heisst: Friede. Aber das bleibt vorlaeufig ein frommer Wunsch. Franz Glaser. ***** » Zum 11, Jom Haazmaut herzliche Glückwünsche senden: srael * ind i ****** 24; Ir *■ * 1r * in- J Î *** * bi’: .Ni Oesterreichischer Club MAX SINGER ALEJANDRO : & RAQUEL j SCHWIMMER j ERNST SCHWAGER;MARTHA & WALTER J : und Frau; SCHOENFELD? tARTHUR SPANDAU; ALFRED und STRAUSS Frau Dr. LEO SPIER & Familie ‘* + *T**** ++-*-**+**-*-■**-**•■**-*-*.*.*. j! DAVID TARCIA ¡ I und Familie; * *★*■*★**•★★*-*•★★***• •*■■*•****★■*■**■ .* CASA “MARCO” ALFRED SCHWEMMER Casa “LA MARAVILLA” LUISA SCHWARTZBERG ZAPATERIA Gral. 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