Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 202 (13.5.1959)
- Date
- 1959-05-13
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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i Vor der Staatsgründung “Nachmittags waren wir wieder in Tel Aviv. Dort erwartete uns schon eine Einladung: “Der Aussenminister würde sich freuen. Sie nachmittags um vier Uhr im Tel Aviver Museum bei einer Sitzung des Volksrates zu begrüssen”. Die Einladung haette auch lauten koennen: "Sie werden ge beten, den Messias nach 1878 Jahren Abwesenheit zu sehen“. Das war da mais die Stimmung, — und so schildert der Herausgeber des Londoner “Jewish Observer” Jon Kimche seine Erinnerungen an das Jahr 1948 in seiner Zeitschrift. Er schildert dann, wie um vier Uhr nachmittags pünktlich die Sitzung des Volksrates begann, in der Ben Gurion die Gründungsproklamation des Staates bekannt gab. Was war dieser historischen Stunde, die Kimche mit dem Wiedererscheinen des Messias vergleicht, voraufgegangen? Davon erzaehlt in der gleichen Nummer des "Jewish Observer” M. Brilliant: Zwei Monate vor dem 15. Mai hatte Ben Gurion einen "Volksrat’’ bestehend aus 37 Mitgliedern gebildet, der alle legitimen politischen Gruppen Palaestinas umfasste. Diese Koerperschaft sollten den Judenstaat im Moment dès Abzuges der Englaender proklamieren und als Staatsrat bis zur Wahl einer “Vorbereitenden Versammlung” fungieren. 13 seiner Mitglieder gehoerten zum Exekutivausschuss “Minheleth haam’’. Das war das Schatten-Kabinett, und jedes seiner Mitglieder erhielt ein besonderes Portefeuille. Ben Gurion war Vorsitzender und Dezernent für Verteidigung, Schareth für Aussenpolitik, Elieser Kaplan für Finanzen, — um einige Mitglieder dieses Schat tenkabinetts zu nennen. Nur ein Federstrich war notwndig, um am 14. Mai die “Minhelet haam” zu einer "Provisorischen Regierung” und die Dezernenten zu Ministern zu machen. Der Dezernent für Verkehrsfragen war der inzwischen verstorbene David Remes. Bei jeder Sitzung der Minheleth haam draengte er seine Kollegen, über einen Namen für den Staat zu entscheiden. Er wollte Briefmarken vorbereiten, und wie koenne er sie drucken lassen ohne den Namen des Staates zu kennen? Doch viel mehr Dinge standen zur Debatte, und die Angelegenheit wurde immer wieder vertagt. Remes sah sich gezwungen, die ersten Marken ohne den Namen Israel zu drucken. Sie trugen daher die Bezeichnung “Doar Iwri”. Die meisten Einwohner des Landes hatten erwartet, dass der Staat den Namen “judsea” erhalten würde. Dieser Vorschlag fiel, weil der Name Judaea in der alten Geschichte für einen Bezirk um Jerusalem! galt, von dem man annahm, dass er hoechstwahrscheinlich gar nicht zum neuen jüdischen Staat gehoeren werde. Dann wurde "Zion“ vorgeschlagen, aber das war der Name eines Hügels, der auf die Altstadt von Jerusalem herabblickt, jemand empfahl den Namen "Ever”,; /Mr Versammlung im 1 el Aviver Muwas mit “ivri” und “Hebraeer” gleich-! seum erscheinen, wo schon mehrere | bedeutend w'aere. Dieser Vorschlag ' hundert geladene Gaeste sie erwaerj wurde abgelehnt, ebenso “Erez Israel”, j tt;te. i der biblische Name für Palaestina, i Was * mMuseum geschah, gehoert I der nach Irredentismus riechen konnte. dfr Geschichte an, doch muss noch Ben Gurion empfahl als erster den 1 e>ne Anmerkung zur Geschichte ge- Namen "Israel”, doch sein Vorschlag i macht werden. Es war keine Zeit i wurde kühl aufgenommen. Die Miti mehr, um die Unabhaengigkeitserklae- ' glieder des Schattenkabinentts begani r,,ng auf einer Rolle niederschreiben; nen mit dem Namen zu “spielen” sie! zu lassen. So setzen die Vaeter des :■ bildeten Begriffe wie “Israel-Armee”, | neuen Staates ihre Namen auf eine! “Israel-Konsul”, "Israel-Bürger”, "Is- I Blanko-Rolle. Ein Thora-Schreiber. | rael- Regierung“ und "Israel! Polizei — | der in der Nische eines unterirdischen I um zu probieren, wie der Name klingt.! Gewoelbes arbeitete, schrieb spaei Niemand zeigte Enthusiasmus, aber es j Ier, den Text über den Namen der j blieben nur noch 48 Stunden. Viel i jenigen nieder, die die Erklaerung! Arbeit musste noch geleistet werden, i unterzeichnet hatten, und so wurde schliesslich der Name i 1 in einer Abstimmung mit sieben Stirn- I Jon Kimche erzaehlt aus seinen 1 mten von zehn anwesenden Mitgliedern Erinnerungen nach Beendigung der der "Minheleth hamm” angenommen.; feierlichen Versammlung im Tel Aviver Ein Ausschuss unter Leitung von ■ Museum noch: Schareth arbeitete in dieser Nacht; einen Entwurf für die Unabhaengig-1 Die Proklamation hatte 17 Minuten keitserklaerung aus. Die Minheleth gedauert. Der Schabbath nahte. Die haam beriet den Text am folgenden : Anwesenden zerstreuten sich, um zu Tage am 13. Mai, durch. Am 14. Mai j feiern und um sich auf den Krieg vorwurde der Entwurf einer geschlosj zubereiten. Ben Gurion begab sich ins senen Sitzung des Volksrates vorge. I Hauptquartier der Hagana, das im Rolegt, die im Hause des Keren Kayemeth j ten Haus am Meere stationiert war. Er in Tel Aviv stattfand. Die Mitglieder j hoerte dort den Bericht über die miiibrachten verschiedene Abaenderungsj taerische Situation, den der Opera- und Ergaenzungsgründe vor Einer j tions-Chef der Hagana Jigal Yadin vorwurde angenommen und der endbereitet hatte und der schloss: “Die gültige Text erst im letzten Moment akzeptiert. Die Mitglieder des VoSksrates konnten gerade noch pünktlich arabische Invasion steht unmittelbar bevor. Israels Chance, sich helfen zu koennen, ist 50:50”. III HE ED1F. IGLESIAS TELEFONO 481 Ai CASILLA 2028 RODOLFO BERKOWITZ tributa su ferviente Homenaje al Estado de Israel con motivo del X/ Aniversario de su Independencia. IOP1 OPTA ISAAK MEIER UND FAMILIE ¡ übermittelt dem jüdischen Staat an seinem 11. Unabhaengigkeitstage S seine herzlichsten Glückwünsche! . 5 Fabrlca Nacional de Impermeables - Colón 376- Casilla 1884 - Teléfono 4911 SkwMI saluda al Estado de Israel con motivo del undécimo Aniversario de su Independencia. •íi mi