Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 189 (30.9.1958)
- Date
- 1958-09-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Página 8 “DAS ECHO” 30. September 1958, Bericht unseres argentinischen Korrespondenten: Nachkiang zur CENTRA - Tagung Die CENTRA tagte zum zweiten Male seit ihrem Bestehen in Buenos Aires .Die Tagung wurde vom Sekretariat der CEN¬ TRA in Montevideo unter Leitung des bisherigen Praesidenten Rudolf Hirschfeld, ganz ausgezeichnet vorbereitet, sodass sie einen reibungslosen und erfolgreichen Verlauf nahm. Ehe die Tagung begann, hielt Prof. Simon vor den aus Zentraleuropa stammenden Juden in Buenos Aires einen rethorisch und inhaltlich bemerkenswerten Vortrag über "Das geistige Erbe des deutschen Judentums". Nach Analysierung der Fragen: Wie tritt man eine geistige Erbschaft an? Welche Leistungen erzielte das deutsche Judentum für sich selbst, für das jüdische Volk, für den Staat. Israel und allgemein für die ganze Welt? Lohnt es sich, eine solche Erbschaft ccnzutreten?, ging Prof. Simon zur Beantwortung dieser Fragen zunaechst vom Negativen aus, um zum Positiven zu gelangen. Prof. Simon begann seine Zeitrechnung des deutschen Judentums nicht etwa mit den zur Roemerzeit in Germanien ansaessig gewordenen Juden, nicht mit Rabbi Josselheim von Resheim, sondern mit Moses Mendelssohn, in dem man den ersten "deutschen Juden'' sehen müsse. Die "Leistung" des deutschen Judentums wird damit erst von der "Emanzipation" aus betrachtet; sehr wichtige Faktoren ,die das "Deutsche" in den Leistungen der Juden begründen, fehlen, und es entsteht somit ein etwas einseitig beleuchtetes Bild. Der "Verschmelzungsprozess" der im Hebrcteischen wurzelnden Kultur über den roemischen ¡Kulturkreis mit der germanischen Kultur hat vor siebzehn hundert Jahren be>- gonnen und dürfte in seiner frühen Epoche, ehe die Entwicklung durch die 'Konzilien im 13. Jahrhundert unterbrochen und erst wieder vor hundertfünfzig erneuert wurde, doch die Wurzel sein dessen, was von dem Kulturkreis der in Deutschland lebenden Judenheit ausstrahlte. Man denke nur an die Verschmelzung von Christen und Juden zu einer Zeit, da das Christentum noch eine jüdische Sekte war. Zur Beurteilung der Frage des Erbes ist die>se Wurzel von ausschlaggebender Bedeutung. Denn in die Epoche der Ausschaltung der Juden durch die Konzilbeschluesse (Eheverbot, NOTA: XIV Congreso de la FSUB El XIV. Congreso Territorial de ta “Federación Sionista Unida de Solivia’’, tendrá lugar el primero y dos de noviembre de 1958 en La Paz, con la participación de todas los delegados de la Repúb&ca. Según las Instrucciones, se realizará la elección de los delegados del Centro La Paz, el domingo 19 de octubre de 1958, en el Loca] de la FSUB en La Paz. Se ruega entregar proposiciones para delegados del Centro La Paz, hasta el miércoles 15 de octubre a horas 18, al javer José Winkler, Calle Yanatocha N* 454. Ghetti, .Verfolgungen, etc.) aus dem seit Jahr Jahrhunderten waehrenden Befruchtungsgrozess, faellt die Entstehung des jiddischen (Kulturkreises. Und dieser Kulturkreis ist bis heutigen Tages fast, befruchtender geblieben fuer das Judentum und Israel als der der deutschen Judenheit seit Mendelssonhns Zeiten. Dieser jiddische Kuilturkreis, der nicht, nur mit seiner eigenen auf hoher Stufe stehenden Kultur die Welt befruchtete, strahlte wieder seine eigenen Einfluesse aus den Kulturkreis der deutschen Judenheit zurueck. Dadurch wird manches erklaerlich, manches verstaendlicher in der "negativen" Bilanz, aber besonders in der positiven Bilanz des Erbgutes. Der Redner verwies auf Heine, Herzl und Rosenzweig, die aus einer "entleerten" Sphaere kamen, dem Christentum begegneten und es ablehnten, um mit umso grcesseren Schwierigkeiten die Rueckkehr zu vollziehen. Aber koennen wir Heine zitieren ohne seiner Vorfahren der Hofjuden van Geldern zu gedenken? Und hatten nicht Herzl und Rosenzweig innigen Kontakt mit dem jiddischen Kreis un den Geschehnissen im Osten? Die "jiddischen" Elemente standen den "deutschen" immer naeher als die "sephardischen", was nicht nur in der sprachlichen Verwandtschaft begruendet war, sondern in der Wurzel beiderseitiger Herkunft. Wenn man um diese Tatsachen den ganz vorzueglichen Vortrag des Ehrengastes der Tagung, Prof Ernst. Simon (von der Hebraeischen Universitaet, Jerusalem) erweitert, so gelangt man auch zu einer weiter gefassten Auslegung seines zweiten nicht minder tief beruehrenden Vortrages: "Israel und die Juden in der Welt". Un dieses Thema zu behandeln, muessen hier zwei Fragen gesteht werden: Wo, Jude, kommst du her? Jude, wo gehst du hin? Und bei dem Weg in die Vergangenheit zurueck, werden wir ueber die Jahrhundert© gefuehrt, ueber Europa, Germanien, Rom - nach Israel. Weil oft dieser Ablauf der Geschichte nicht integral beruecksichtigt und erfasst wird, entstehen solche Extreme, wie sie uns der Redner mit der Gruppe der Neturei Karta (s. in dieser Ausgabe "Um die religicese Freiheit in Israel") und den extremen Nationalisten vorstellt: die einen, die nur die Thora als die Heimat der Juden, und die andere, ,die nur die Erde, das Land Israel, als solche ansehen. Ben Gurion fuehrt den 15. Psalm ccn, um zu begruenden, wer Jude ist. Nicht viel anders ist der Schluss Prof. Simons aus seiner Untersuchung "Israel und das Weltjudentum": Die Juden in der Welt haben ihre Aufgabe zu erfuellen; Israel ist eine Notwendigkeit und eine Tatsache. Beide haben fuer einander und miteinander zu leben und die hohe Aufgabe zu erfuellen, damit der Jude das Judentum als ein jGanzes erlebe, um als Jude der Menschheit Teschuwahl Tefillah und Zadakka vorzuleben. Edwin Halle. Nachwort der Redaktion: .Vor und ueber die CENTRA-Tagung in Buenos Aires haben wird unsere Leser informiert, es bleibt , lediglich nachzutragen die bedauerliche Feststellung, dass auf dieser wichtigen und gelungenen Konferenz der lateinamerikanischen Gemeinden, Bolivien nicht vertreten war. Als "Repraesentaetion" fuer Cochabamba kann man wohl Herrn Fritz Wiener nicht bezeichnen, der weder das Format hat bei einer internationalen Tagung juedisch-bolivianische Interessen zu vertreten, noch dazu ein Recht hat, da er in Montevideo lebt. Hier liegt vom pacener "Central Comite" eine schwerwiegende Unterlassungssuende vor, da gerade das juedische Bolivien in vielfacher Hinsicht Interessen und Ansprueche an dieser juedischen Grosstagung in Buenos Aires gehbt hciette. Hier zeigt sich wieder einmal eine bedauerliche Dezentralisation in unserem Organisationsleben, welche ganz dazu angetan ist, unseren Jischuv nicht zu staerken, sondern sein© Verfallserscheinungen zu beschleunigen. ★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★★ i ï * * COCHABAMBA * * -k * * * * * * * * * * * * * Queru - Quem, Villa “Aurora” (Ex-Quinta "La Paz' J Schoene Zimmer mit J Bad und Vollpension, * pro Person taegl, *- % Bs. 35.000.— * * *- J Bestellungen: Cocha- * bamba, Casijlla 725 *- * * oder Telefon 2886. ********************** Exprinter Ltda. COCHABAMBA Casilla 856, Teléfono 2379 Plaza 14 de Septiembre REISEBUERO UND WECHSELSTUBE REISE — SCHEKS UND AUSLANDS — GIROS C>00<r>00<Z>W<CI>M<C>00<r>0 HOTEL NEUMANN Loayza 356-Casilla 191 Telefon 5445 Das bevorzugte Hotel 9 im Stadt-Zentrum von A La Paz! ><lCKCC>iCK^><iCHCI>C&<3>0(KC><lO DER GARANT fuer gute Augenglaeser: O P TIC A OPTALVIS" La Paz, Comercio 308 “INCATUR” vermittelt Ihnen gutes Reisen durch Flugzeug - Schiff oder Eisenbahn! 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