Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 186-188 (10.9.1958)
- Date
- 1958-09-10
- Page
- [Seite 19] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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10. September 1958. “DAS ECHO” Página Diecinueve ROSCH HASCHONOH IN EINER JUDENSTADT Von M. I. bin Goricn "Schlagt an euer Herz!’ Wenn der Herbst kommt und der Himmel düster wird, beginnen die Tage der Busse, der Sammlung. Dreisiig Tage vor dem grossen Gericht stag, der das neue Jahr einleitet und an dem alles Lebendige auf Erden und die himmlische Sippe vor den Stuhl des obersten Richters geführt wird-, werden die Tore geoeffnet und die Mahnung ertoent: schlagt an euer Herz! — Das Volk betet jetzt jeden Tag nur in Gemeinschaft und verweilt laenger und mit groesserem Eifer beim Gebet; dazu werden Psalmen gesungen. Alle Gespraeche über weltliche Dinge haben aufgehoert, jeder nimmt es ernst mit dem Dienst an Gott und der Thora. Die Gebetbücher selber werden genau untersucht, ob sie ganz und fehlerlos sind; auch die Schaufaden und Gebetriemen werden neu geprüft. Der Gürtel liegt fester an als sonst, und zur Mittagszeit ertoent das Blasen des Widderhorns; es geschieht freilich nur der Uebung wegen, aber schon jetzt saeubert es die Seele und vertreibt allen Unrat. Die Geldverleiher betrachten die Schuldscheine nicht mehr so aufmerksam und verwahren sie nicht mehr so peinlich. Zwar schaffen sich die Kraemer keime neuen Gewichte an für die abgenützten alten, aber sie wiegen die Ware gewissenhaft und geben jedem Bettler einen Groschen, ohne die Stirn zu runzeln. Die Frauen begeben sich abermals auf den Friedhof, die Graeber der Ahnen zu besuchen. Die Frommen und die Gelehrten nehmen taeglich ein Tauchbad und dehnen den Aufenthalt im Gotteshaus aus, solange es geht. So folgt ein Sabbat auf den anderen, die hohen Feiertage nahen heran. Die Vorsteher sind mit der Vermietung der Synagogenplaetze beschaeftigt, die Diener kümmern sich um die Erneuerung und Herrichtung der Betraeume. Nur in den Schulen haben die Leher das Nachsehen, denn jetzt gilt es Hoeheres als Deutungen und Spitzfindigkeiten; es geht um Sein oder Nichtsein des einzelnen, über die Menschen wird jetzt bestimmt, ob s'e im künftigen Jahr sterben müssen oder nicht — da haben die schweren Waffen des Geistes zu ruhen. Der letzte Sabbat vor dem Neujahrsfest ist gekommen; am Sabbatausgang wird zu den ersten Bussgebeten gerüstet. Zu Beginn der zw-eiten Nachtwache wird an die Fenster geklopft und gerufen: Wacht auf zur naechtlichen Uebung! Die Augen oeffnen sich im Dunkel; man ist zu Gott gerufen worden; die Leute waschen Haende und Gesichter; Mann und Frau spornen sich gegenseitig zur Eile an. Auch die Knaben von zehn Jahren aufwaerts stehen auf und ziehen hinaus. Wie Schatten huschen die Gestalten in den schweigenden Strassen vorüber. Die Vorhoefe der Betstaetten sind erleuchtet. Die Betenden selbst, Toten gleich, die eben aus den Graebern auferstanden sind, halten das Andachtsbuch, das sie a’Jljaehrlich um diese Zeit aus dem Schrank holen, in der Hand. Fünf grosse Kerzen brennen auf dem Betpult, in den Ecken flackern kleinere Lichter. Keiner taste das Leben, das Schicksal, das Gut seines Naechsten an! Der inbrünstige Ruf an den Herrn, die Bitten seiner Knechte, der Kinder Israel, zu erhoeren, steigt in dunkler Nacht empor und scheint bis zum Himmel zu dringen. Freilich, noch sind die himmlischen Gedenkbücher, in denen alle Verdienste und Vergehen der Betenden aufgezeigt sind, nicht aufgeschlagen, aber die liegen bereit, in bestimmter Ordnung, vor Gott, und wer weiss, was sie alles enthalten... IB9EBBI IBM IBBfll h ab am SlHIIIHIIHIHIIlUIHBamBHHIBIIinHINlMimilimiHEIHGiailBllBaiBaaBiaUIISHnBHHBiaNIHIIlie ■ ■ ■ I FABRICA DE VELAS “SOC,” ■ FERRETERIA S ISAAC ANTAKI E HIJOS ts u felicitan a la colectividad Judía en su Año. nuevo. ■ B n B SALOMON GOLDSLAGER Y SEÑORA desea al Yishuv de Bolivia cordialmente “Leshono Tauwo”! a Plaza 14 de Septiembre CASA ROMANA desea un feliz Año nuevo a todos los Judíos en el mundo! ■aBaaaaBasaaaaaaBBaaaHaaaaaaBaaaaHBígBaBaaaBaBHaaBaaaBaBaasBaaaaaaaaaaaiiiiiiBEaaaaaasaaaaBaaaaaa; ■■Baissât ts RESTAURANT CLUB “MACABI” ■ Gral. Achá 185 g AGENCIA “FANASE’ a a a a CASA “PRIMAVERA” Calle España ] LEON FRUCHTER und FRAU ¡ C ZERZ,0N y Familia ¡ FEDERICO SCHAEFER UND FRAU gratulieren herzlich Gaesten und Bekannten zum Neuen Jahr! . desea un feliz Año nuevo a todos. . g 8 wuenschen Freunden und Kunden sus favorecedores y amigos! _ . » ein glueckliches 5719! ■■■■■■■■aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa laaaEflaaaaaaaasaaiiaBaaaiaasaaaBaBBaaaEHaBaHiHBi JACOBOWITZ & CIA DESEAN PROGRESO Y UN DESTINO PROSPERO A TODOS LOS ISRAELITAS EN SU AÑO NUEVO! TTTVTTf Tf'f W VTW WWWWWWWW ▼V W W TVTV WW yyyy, DER JUEDISCHEN GEMEINSCHAFT BOLIVIENS AUFRICHTIG “LESHANA TOWA TIKOTHEWU”! W *¥ W ' ► AAAA AA AAAA AAAAAA AAAA A A A Die freundlichste Flug - Gesellschaft der Welt! Felicita cordial a la colectividad Israelita de Solivia en su Año Nuevo! -f., A. A. A A A. CORT AVENIDA MONTES 986 ¿ i~*^ TELEFONO 1115 LA PAZ Productos de: LANIFICIO BOLIVIANO DE DOMINGO S0LIGN0 S. 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