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Das Echo · 1958-09-10 · 186-188 (10.9.1958) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
186-188 (10.9.1958)
Date
1958-09-10
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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10. September 1958. DAS ECHO Página Tres EINE ROSCH HASCHANAH - BETRACHTUNG: US an 1 ále Wieder einmal feieret die jutedische Welt Rosh Hasanah, das Neujahrsfest, und wieder wird diteses traditionsigemaes begange nwerden. Tradition ist ein schoenes und stolzes Wort, ein Wort, welches heiligen und tiefen Inhalt beherbergt; aber wir erleben es, dass auch diestes Wort immer mehr von seiner ursprünglichen Bedeutung verliert, ein hohles Wortgepraege wird, sich zur Phraese prostituiert. Tradition bedeutet in unserem Siruite die muendliche UeberKeferung religioeser Lehren und kultischen Gutes. Diese Weitergabe von weltlichem und religioesem Wissen, von Glaubensethik und Sozialbewusststeins, war Jahrtausende Fundament juedischer Kraft und Unueberwindiichkeit. Die familiaere Zelle des Judentums war stets Pflegestaette juedischer Historie, war Kraftquelle einer Kette unuebersehbarer Generationen, wegweisend fuer das Heut und fuer das Morgen. Tradition — dieses Wort wird auch heute bei uns haeufig gesprochen, aber “Tradition” im juedisch-klassäschen Sinne verwelkt in unserm Kreis zusehends. Diese herrliche Bluete, mit der volkserhaltenden Fracht, wird durch einen Geisteswind bedroht, den wir erkennen muessen. Das juedische Haus in der Diaspora ist nicht mehr das, wie wir Aeiterten es in unserer Jugend erleben Airften. Heute ist die juedische Tradition zu einer Form geworden, an die man sich gelegentlich erinnert, die aber unerfufellt bleibt, von dem guten Atem echter Froemmigkeit. Man kennt die Feste, man feiert die Feste, ohne «*abö innerEch festlich geruestet zu sein, ihe Weitergabe juedischen Bewusstseins im Elternhaus wird immer geringer, ln den USA erfahren fast 80 % der Jugend keine ernsthafte famikater - religioese Betreuung. So aehnfich liegt es ueberall, und so auch bei unserer kleinen Gemeinschaft in Bolivien.! Die Jugend, Stolz und Hoffnung | eines jeden Volkes, weicht immer mehr dem Juedisch- Betonten aus, sie interessiert sich lediglich am Rande fuer juedische Vergangenheit und fuer juedische und israelische Fragen; fes fehlt die grosse Liebe zur juedischen Sache, sodass nur das Ateussere, aber nicht der Kern des Judentums erfasst wird. Kann es fuer Eltern eine groessere und schoenere Aufgabe geben, ihre Kinder zu stolzen, geschichtsbewussten Juden zu machen, sie zu erziehen zu starken juedischen Charakteren, bei denen man im Bewusstsein ist, dass diese Generation auch die kommende, mit guten juedischen Geist befruchten wird? Die Gefahr der Assimilation ist gegeben, und sie wäschst staendig. Hier kamt ¡nur ein tief verankerjes juedisches Gefuehl Damm fuer Zeilistroeme sein, die juedisches Gefuehl aufloesen. Diese Gefahr zu verkleinern haette zur Folge eine grosse Gefahr zu erzeugen. Hier ist klares Erkennen am Platze, Erkennen welches das Gefuehl der Pflicht ausloest, juedische j Jugend zu juedischen Persoenlichkeiten I reifen zu lassen. j Das Etterahaus und die juedische j Schule haben hier Aufgaben von emi- | nenter Bedeutung zu erfuellen. Es j sollte nicht mehr genuegen, in trockner I Form, und nebensaechlich unsere! Jugend mit juedischen Dingen anzu- {; gehen, sondern es mutessen Formen i gefunden werden, die tatsaechlich geeignet sind, unsere Jugend voll mit juedischem Gtehalt auszufuellen. i Die Wege hierzu sind manigfache. j Strikte Einhaltung dies Traditionellen j im juedischen Haus (der Freitagabend, | Begehung der juedischen Feiertage, , Aussprache der Eltern mit ihren Kindern i ueber juedische Vergangenheit, ueber! juedische Gegenwartsprobleme und | ueber juedische Verpflichtung in I unserer Zeit). Die juedische Schule i hat im Kindergarten damit zu beginnen, bewusst und methodisch das Kind zum juedischen Menschen zu formen, ln den hoeheren Klassen sollte man des Oefteren Ausfluegte veranstalten, die Kameradschaft festigen, und bei welcher Getegenheit man juedisches Brauchtum demonstrieren kann. Mehr denn je, braucht das Judentum einen qualifizierten Nachwuchs, fuer diesen zu sorgen, ist hotefchste Pflicht aller, die an der ewigen Existenz des Judentum ineteresslert sind. “Das Echo” ist juedisch-liberal eingestellt, es ist keineswegs juedischorthodox, aber es ist juedisch-positiv orientiert, und ist der Ueberzeugung, dass straffe Erziehung zum juedischen I Positivismus eine Forderung ist, die | jeden von uns angeht, mag er I persoenlich noche so “tolerant” in j juedischen Fragen denken. Die Hohen Feiertage bieten die Moeglichkeit zur inneren Sammlung und zum Neubeginn. In diesen Sinne wollen wir uns bemuehten, dass das Neue juedische Jahr, Neubeginn fuer ein intensiveres juedisches Leben sein mag. Das juedische Volk lebt gerade heute in einer geschichtlich gewaltigen Zeit: der Schaffung des Judenstaates. Diese Zeit senkt in alle juedische Seelen ein Gleucksgefutehl;; dieses Gefuehl aber darf sich nicht in negatives Sentiment verlieren, sondern muss dahin gesteuert werden, Ausdruck der Kraft fuer ein besseres und ewiges juedisches Leben zu sein. Unsere Gegenwarts - Existenz ist reich an Freuden, und auch an Problemen. Ein jeder von uns ist ein wichtiges Glied in der Kette der juedischen Menschheit; ein jeder von uns, sollte sich seiner Pflicht als juedischer Mensch in unserer Zeit bewusst sein. Jutedische Tradition bedeutet Juedisches Wort. Das Wort motege sich zur Tat wandeln, denn nur die Tat gibt dem Wort schoepferischen Sinn und Kraft. Das Jahr 5719 der juedischen Zeitrechnung moege ein Jahr juedistehter Erfueßung sein. In diesem Jahr moegen alle Juden der Welt moeglichst viel Gutes erfahren, ein Wunsch, den wir ausbauen in der innigen Bitte, dass ein guetiges Schicksal den Staat Israel vor Not und der Kriegsfurie bewahren metege. Rosh Hasanah: Tag des Schofarblasens, Tag der Eihkehr, Stunden der Besinnung. Seien wir fuer das Neue juedische Jahr setetisch geruestet im Glauben an das Ewig Gute und im Lichte des Prophetenwortes, w etehes wir am Heißgen Rosh Hasanah vernehmen: “Heil dem Volke, das den Schofarton versteht; Herr, in Deinem Lichlle wollen wir wandeln”. LUDWIG K. STARGARDT ■1ÍI FABRICA NACIONAL DE IMPERMEABLES LA PAZ CALLE COLON N9 290 — TELEFONO: 4911 — CASILLA 1884 JOSE S Z T A I N m Desea cordialmente a todos sus amigos y clientes: § “LESHANA TOWA TIKOTHEWU”! I “EXIMA” CASILLA 2028 — TELEFONO 4814 IMPORTACIONES EDIFICIO IGLESIAS, LA PAZ. RODOLFO BERKOWITZ Desea cordialmente a todos los Israelitas en Bolivia y en todo el Mundo un Año feliz y próspero! ■HMHHI BLAUPUNKT PUNTO AZUL Das deutsche Spitzenradio, welches sich den internationalen Markt eroberte' 3 Alleinvertrieb fuer Bolivien: § RADEZ Calle Colon, Ecke Av. Mariscal Santa Cruz 5 SALUDAN A LA COLONIA ISRAELITA DE BOLIVIA Y DESEAN BUENA SUERTE EN SU AÑO 5719’ g __.........._

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