Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 19 (16.10.1882)
- Date
- 1882-10-16
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625377--237-9625388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 227 des Senates und dem Notatorio dei Capi del Consiglion dei Dieci. Wir haben bereits in dem Hauptheile des Blattes über den Maler Moise da Kastdlazzo gesprochen den aus Fuli zur Ehre des Judenthums entdeckt; aber auch sonst bietet die Schrift für die jüdische Literaturgeschichte interessante Noten. Des berühmten Daniel Bomberg erste Drucke werden uns hier vorgeführt. Judenfeindliche, Schriften aus den Jahren 1504 — 1526, für deren Veröffentlichung ein Privilegium erbeten wurde, die aber trotzdem das Licht der Welt nicht erblickt; so z. B. das Opus pulcherrimum ad improbationen Judaeorum perfidiae, ferner das Opus sureum contra Indaens von Giaeomo Ongarelli aus dem Minoritenkloster (p. 120). Auch ein Pentateuch, der aber nicht die 5 Bücher Mosis enthielt, sondern eine art theologischer Eucyklopädie bildet, wird uns vorgeführt. Der ehemalige Jude Poter felice pratense hat aus dem hebräi sehen ins lateinische 2 vorzügliche Werke übertragen u. z. Temunoch und Imrt sepher (p. 102). Prof. Moise Soave glaubt das Wort Temunoeh iu Temunoth umwandeln zu dürfen, so dass es eine Abhandlung übe Vocale sein würde (p. 130 nach einem Briefe Prof. Soave an Prof. Fulin) (*) Aus dem von Prof. Fulin mitgeheilten Bittgesuch erfahren wir gleichzeitig, dass diese Jude damals gelbe Barrette tragen mussten; es sollten daher die zum Drucke der 2 angeführten Bücher, der Temunoeh und des Imre sepher sowie der Bibel mit und ohne Targum 4 Erden aus dem Aus lande geholt werden, und diese sollten ein schwarzes Barett tragen düren; denn ohne Beihilfe der Juden, das sah der getaufte Priester wol ein konnte ein hebräisches Werk nicht leicht fehlerfrei gedruckt werden. Die Worte des Gesuches sind zu interessant, als dass wir sie nicht wörtlich mittheilen sollten: Et perche a dover stampar ditte opere, che siano ben castigate et composte, si in com poner le lettere et sintar a corregere ahso frate Feliza supplicante e Mcesario al tutohaver insino al numero de 4 homini hebrei che siano ben docti i guali se hano a tar vegnir d'altrovt . il che diffici lissimo saria per bisognar p >rtar berate zale per le qual molte volte vierieno infastadi et ciii peudesit, pertio riverentemente sublicano che Sexenta Vostra se degni farli gratia che puatro hebrei al pirida ehser eletti per loro supplicanti, per far ditte opere, possino portar b-ir&ta negra, possendö essi supplicanti cambiarli quando Ii paresse necessario. Und in der that gestattete die Signoria diess „quod concedatur ut peditur. Et quantum ad judeos qnatuor, int.elligatur per menseo quatuor, et ad beneplacitum Dominij quod portent bireta nigra et fiant patentes." Aber man tiudet nur 2. Juden erwähnt u. z. am 27. Mai 1515 einen Freibrief für Helia (Elias) den deutschen Juden (pro Helia, elemano, hebreo.) und am 16. Juni für Israel den deutscheu Juden (pro Israele, abmano, hebreo). Der berühmteArzt und Grammatiker Abram di Balmes vegöffentlichte auch in Venedig 1523 die Werke des Averroes in lateinischen Uebersetzung. Auch für die Sprach geschichte des: italienischen sind die Originalörkunden von grossen Werte. Wir nehmen von diesem Buche Abschied, indem wir eem bekannten Verfasser für seine Gabe herzlich danken und ihn versichern, dass seine Mühe keine vergebene war und dass sie entschieden Anregung zu weiteren Studien auf diesem Gebiete geben wird. ') Aus Dr. Zunz' gesammelten Schriften III. Band p. 226 — 229 ersehe ich, dass gerade im 16 Jahrhunderte der Ausdruck für cabbalistische Werke aenutzt wurde; man müsste daher keinerlei Veränderung vornehnen, wie Prof. Soave meint; es wäre dann nur entweder die Einzahl Temunach oder die Mehrzahl Temunoth. In der That spricht auch Zunz von 2 verschiedenen Büehern dieses Titels. Illnstrirter jüdischer Familienkalender für 2643 (1883.) 5. Jahrgang herausgegeben von Julius Meyer. Druck und Verlag von H. Mayer Halberstadt. Preis 1 Mark. Ausserdem Kaien er enthält der Jiterarische Theil ') eine gelungene Humoreske von L. Wolff Heinemann's Schicksale -) einen guten, wenn auch nicht ganz auf selbstständigen Arbeiten beruhenden Aufsatz von Josef Blach: Das Pädagogische im Talmud 3) eine Biographie Dr. Eduard Lasker's die uns etwas zukurz gefasst zu sein scheint ^) eine Jahreszeit Elegie von Dr. M. Katzenstein und ein Gedicht Jörn - Kippur 1870 vor Metz. Von Dr. G. Philippson. Ueber diess enthält der Kalender gemeinnützüge Mittheilungen über den nisten Wechselstempel eine vergleichende Uebersicht der Münzen Masse und Gewicht, Brief - Portosätze, Telegramm gebührentarif; Zinstabellen und Zeitunterschiede ausländ, zwischen und unsere» Orten. Den Anhang bildet ein Verzeichniss der Märkte und Messen. Schiller - Szinehy, S. M. M. A. I'h. D. rC^H^M^ Ocoasional notices of hebrtw manuscripts. Cambridge 1878. (Gelegentliche Bemerkungen über hebräische Manuscripte). Der bekannte A'erfasser des Catalog's der hebräischen Handschriften zu Cambridge hat als Frucht der Vorarbeit die oben bezeichnete Schrift veröffentlicht, u. z. enthält dieselbe eine Beschreibung der Leydener Handschrift von 2 (^es Talmud Jerusalmi. Es ist eine eingehende Schilderung der Eigenart dieser Harschrift sowie des Schreibers welcher nach dem Verfasser der bekannte ethische Schriftsteller R. Jechiel ben Zekutiel ben Binjamin Harophe ben Jechiel ben Abraham Harophe aus der Familie auch der bekannte Verfasser des Aruch. 2. Nathan ben Jechiel, soll zu dieser Familie gehören. Der Verf. zeigt, dass der Copist kein vorzüglicher Keiner des Talmuds gewesen sei, und macht uns mit dessen grammatischen Eigenthümcnkeiten bekannt, so zB. schreibt er nie das Wort allein, sondern verbindet es stets mit dem dazugehörigen Substantiv so also statt Kleine Irrthumer des seligen Director Dr. Zacharias Frankel und des Dr. Steinschneider über diese Handschrift werden berichtigt so zB. auf Seite 12. Das Hauptinteresse aber dieser Handschrift besteht d; rin, dass sie dem berühmtestenMassoreten seines Jahrhunderts Jacob ben Chajjim ben Jizchak ibn Adonijjahu gehört. Man ersieht aus der Handschrift, dass Jacob ben Chajjim nicht nur ein grosser Massoret sondern ein gewiegter Talmudist war. Ein Anhang unter dem Titel: The Palestinian Fieeension of the Talmud zeigt in überzeugender Weise, dass der palestinäusische Talmud ursprünglich sämtliche Tractate gehabt haben müsse. Dem folgt ein lehrreiches Specimen von 16 Seiten aus dem Cataloge of hebrew menuscripts: Talmudic Litetature Halakhah und zum Schlüsse im Specimen aus dem Commentar David Kimhis zu den Tsalmen. Aus dem reichen Inhalt erhellt der Nutzen der Schrift von selbst. Beck JI. Dr. Vocabular analitye Ebraico-Romanese La pentateuchul sau la cele cinci carti ale lui Moise. Publicat de Societatea pentru carti didactice Israelito-Bomane. Bucuresci 188^'. Typ H. Hajoetz Nr. 57. Volumnl I. Volu mul II. Volumul III: Prefal unui exemplar zo bani (hebräisch-rumänisches analitysches Vocabular für den Pentateuch verfasst von Dr. M. Beck veröffentlich von der Gesellschaft für Verbreitung jüdisch-rumänischer Schriften. Heft I. IL und III. Preis jedes einzelneu heftes 70 Baut kreutzer. — Abgesehen von dem grossen Verdienste die 5 Bücher Moses gut ins rumänischer zu übertragen, muss es unserem ehrwürdigen Collegen Dr. Beck besonders hoch angerechnet werden dass er als Ausländer sich das rumänische zu übertragen weiss. Dieses Ver-