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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 585

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 585 (sequence 607)
Language
German
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IRI
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586 geheimsten Winkel des Geistes von der Fackel der Liebe euch durchleuchten. Mann und Frau können sich nicht u)id nie genug lieben. Da gilt kein Vorbehalt, keine Ausnahme, da gilt kein Wechsel und Wandel, da gilt kein äußerer und kein innerer Grund und Ursache, da gilt keine Kunst und Zurückhaltung; saget euch jeden Morgen: beute will ich mein Weib noch mehr lieben, heute will ich meinem Manne noch mebr meine Liebe darthun, dadurch daß ibr immer nachsichtiger, immer zärtlicher werdet, immer mehr Fehler und Schwächen ableget, immer mehr ineinander euch schicket, euren Willen und eure Wünsche und enre Gewohnheiten und Neigungen euch opfert — fürwahr, das tbuet, das gelobet euch in dieser Stunde, '^>1 alles Heil erspricßt euch dann! 2. Und hieran reihet sich der zweite, weitere Zweck des Ebebundes: sich Genosse, Stütze, Hülfe zu sein gegenseitig ans dem Wege des Lebens, Genosse und Hülfe in den Mühen und Arbeiten des Lebens - jeder in seiner Sphäre, der Mann im Erwerbe, im Berufe, im Stande, unermüdlich, das Weib im Hanse, im Beschicken und Besorgen des Hauses, voll Ordnung und Bedacht, und doch auch wo es Noch thnt sich einander anshelfend; und was sie thun, es geschehe im Gedenken für einander, gern, freudig, o mit Lust, keine Mühe zu schwer, keine Bürde zu lastend, daß der Lohn nur in der Zufriedenheit des Andern liege. Denn wahrlich, mein Brautpaar, falsch ist es, wenn man die Größe des Herzens nach großem Thun in Stunden außerordentlicher Gefahr und Noth beurtheilt; die wahre Größe zeigt sich gerade im Gleichmaß der Tage, in den Dingen, die jeden Augenblick wiederkehren, in der Unverdrofsenheit, in der Freudigkeit, in dem stillen Schaffen und Wirken, in dem leisen Wohlthuu für einander rastlos und zu aller Zeit — ja, meine Braut, frage dich jeden Morgen:

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