Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 577

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 577 (sequence 599)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1934-9623847
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

377 hoher, ernster, heiliger Pflichten! Denn was ibr bis hierher getban, es traf euch selbst und allein, jetzt aber Beide mitsammen; bis bieder batte Jeder von euch nur sich selbst zu berücksichtigen, nun aber ihr euch mit einander. Da lege ich denn beute, mein Brautpaar, das Wo?'t des Herrn auf eure Lippen Ps. 89. V. 34. 33.-. Nein! ich trüge nickt mit meiner Treue, ich breche nicht meinen Bund, und meiner Lippen Ausspruch ändere ich nicht. Dieses Wort sollet ihr heute zu einander sprechen, aber durch euer ganzes Leben betätigen und durch all'euer Tbun besiegeln, mit eurer Treue nicht trügen, euern Bund nicht brechen, eurer Lippen Anssprnck nicht ändern. I. So frage ick dick voraunen, mein Bräutigam, was ist denn hente deiner Lippen Aussprache, was sagst du, wenn nicht mit Worten, doch mit dem Geiste und Herzen zu dieser Jungfrau heute? Du sprichst zu ihr erstens: Du hast keinen Heerd, kein Haus, keine eigene Stätte, komm', ich will dir meinen Heerd, meine Stätte geben zu eigen. Wir wollen tbeilen, was wir haben, theilen, was wir erwerben, mitsammengenießen, was uns Freude macht, mitsammentragen, was uns Schmerz bereitet. Ich will arbeiten, sagst du zu ihr, dir des Lebens Bedürfnisse zu schaffen, keine Mühe scheuen, keine Tagarbeit und keine Nachtwachen. Dann wenn ich unablässig strebe, und nickt Nachlasse, wird der Herr mich segnen, denn er segnet den Fleißigen, und dieser Segen wird uns Beiden gemeinschaftlich, wir wollen ihn gemeinsam genießen. Und wenn im Laufe des Lebens der Herr Bürden ans unsere Schultern legt, ich will sie tragen für dich, und indem wir sie mit einander tragen, werden sie leicht uns werden. — Dann aber sprichst du zweitens: Du bist eine Waise, und Mutter und Vater schlummern dir unter dem Rasen der Erde, ich aber will dir Vater und Mutter ersetzen, und durch meine Liebe die herben Verluste ausgleicheu, du sollst des Versorgers und Beschützers nicht ermangeln, und ganz 37 '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.