Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 547 (sequence 569)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1904-9623817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sieht, ein Verlust, der ihm nimmer zu ersetzen in den kommenden Tagen? Wer betrübte sich nicht im Sinne dieser Knaben, die nun mutterlose Waisen sind, zur Zeit, da sie mütterlicher Pflege am meisten bedürfen, am schwersten entbehren? — Also lieget die Hand des Allweisen schwer ans dem Erdensohne, daß er so Unermeßliches zu tragen, zu leiden bat. Also reicht sie ihm einen schweren Kelch des Leides zu leeren. — Dann aber bat der Allgütige ihn auch ausgerüstet mit Fülle der Kraft, dann bat er in ihn gelegt Gewalt und Herrschaft, da aufrecht zu bleiben, wo er niedersinken möchte, und den Blick hinauf zu beben zu ihm, und zu sprechen: '71 '711 '71 Du ha st's gegeben, Du bast's genommen, Dein Name sei gepriesen! Und diese Kraft, die da heiligt mitten im Schmerze, diese Gewalt und Herrschaft über Leid und Weh, sie will diesen Trost wecken in uns, in dir, trauernder Gatte!!^?71 Der Herr errettet unsre Seele vom Tode! ruft dir unser heiliger Glaube zu. Nur an die Staubeshülle deiner Gattin hat der Tod geklopft und Eingang gefunden; über ihre reine, schöne Seele hat er keine Gewalt; ihr tugendreicher, edler Geist ist gerettet, hinübergerettet in eine Welt ohne Täuschung, eine Welt ohne Verlust, ohne Gram und Schmerz. Ja, Heil und Seligkeit erwarten sie daselbst, und da sie die Kämpfe des Lebens bestanden in Unschuld, da sie die Mühen des Lebens getragen in Gerechtigkeit, was anders sollte ihr sein, als Heil und Seligkeit? Dort wird sie geläutert werden von den Flecken der Erde, gereinigt von den Makeln des Staubes, ^^2 71771L4 das Antlitz des Herrn schauen in Anbetung, und daselbst Fürbitte legen für deine Zukunft, daselbst flehen für das Wohl ihrer Kinder, und immer bei dir sein im Geiste, und um dich weben, bis du zu ihr gelangst — O, meine Freunde! 35 *