Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 535 (sequence 557)
- Language
- German
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835 Herrn, die Liebe ist seine Linke, das Recht ist sein Licht, die Liebe seine Herrlichkeit — o und du, Mensch, ohne Recht bist dn niedriger Staub, den der Wind verweht, ohne Liebe verwelkendes Schilf, von der Sonne gestochen — das Recht ist des Menschen Majestät, die Liebe seine Strahlenkrone; — diese euch zu erlangen, das soll diese Stunde. Itl. Aber wollen wir zuverlässig in Recht und Liebe beharren, und wollen wir das wahre Recht und die rechte Liebe kennen und haben, so müssen wir drittens „Gott verbunden sein im Glauben und den Ewigen erkennen/' Denn das Recht, woher weißt du denn, was Recht ist? Du kannst es allein wissen durch und in Gott. Die Natur sagt uns, Recht ist, was uns angenehm, nützlich ist. Gott sagt: Dein Nebenmensch hat dasselbe Recht wie du, also Recht ist nur, was euch beiden in gleicher Weise nützet. Und die Liebe, ja sie ist wie das Leben, das in dem warmfließenden Herzblut wohnt und den Menschen von selbst und ohne seinen Willen treibt. Aber soll der Mensch sich nicht bewußt werden , woher die Liebe ihm gekommen? und wo findet er nun die Quelle der Liebe, als in Gott? Und wenn nun erst das wirkliche Leben erkaltend auf dich gewirkt, und eisige Schauer durch dein Herz gefahren, woher willst du immer wieder zu Liebe kommen, woher soll sie immer wieder in dir angefacht und genährt werden, als durch Gott, den Blick auf ihn, den Gedanken an ihn? Darum bestehen auch Recht und Liebe nur durch den Glauben an Gott und durch die Erkenntniß Gottes! Und siehe, der Prophet spricht zuerst: 71^8 Glaube, dann Erkenntniß. Denn allerdings ist es diesem Mittelgeschöpf Mensch nicht gegeben, Gott durch sich selbst und ganz zu erkennen! Erst muß in ihm der Glaube a.n Gott gefestigt sein; erst muß die in dem Menschen mit seinem Werden eingesenkte, eingeborne Idee, daß ein Gott ist, durch die Religion in ihm gepflanzt und entwickelt und zum