Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 496 (sequence 518)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/7166791-9630800--1853-9623766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
496 wie man ein reines Gewand nicht befleckt und beschrnuzt, wie man die Hülle eines Kleinods nicht antastet und verletzt, so haltet doch heilig dieses kunstreiche Geschenk des Körpers. O, die Folgen solches Lasters sind furchtbar, da geht die Seele mit dem Körper zu Grunde, und wie eine Blüthe, vom Wurme zernagt, welket, bevor sie Früchte getragen: so welkt der Mensch hin vor seiner Zeit, und der Jüngling wird zum Greise-Also einen gesunden Geist in einem gesunden Körper, wie jener Weise sagte, erhaltet euch: dann könnet ihr genießen der Freuden der Unschuld nud Natur, danu ist eure Jugend freundlich, und fröhlich der Frühling eures Lebens. LV. Und warum denn, fragt, viertens, die ungeduldige Jugeud, warum deun die Leidenschaft entfernen, das Laster ab« thuu, und nur der Freuden der Unschuld genießen? Meine Tbeuren, Koheletb entläßt euch nicht bloß mit der Vorschrift, sondern er fügt auch ernst und eindringlich seine Warnungen hinzu, und diese vernehmet noch. Wisse, warnet er ernstlich, daß über alles dies dich führen wird dein Gott einst in'S Gericht. So bat der Herr hingebreitet, ihr wisset es, vor dem Menschen zu freier Wahl den Weg des Guten und den Weg des Bösen; schreite nun, Sterblicher, wohin du willst; aber wohin du schreitest, wacht Gottes Auge über dich, und schauet dich und dein Thun. Und wie er dir die Wahl gegeben, so hat er sich das Urtbeil, das Gericht Vorbehalten. Und dieses vergiß nicht, Jüngling, wenn dich der Leichtsinn der Jugend irre führen will: einst tritt deine Seele nackt und entkleidet vor den Thron des Richters, Rechenschaft abzulegen über die Zeit ihres irdischen Daseins, wie sie ihre Kräfte verwendet, was sie geschaffen und gewirkt, was sie gehandelt und verübt. — Und die Jugend ist wie die Morgenröthe vergänglich, warnt er zweitens, und nicht immer bleiben deine