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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 493

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 493 (sequence 515)
Language
German
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IRI
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463 II. Aber ist Freude und Freude gleich? stets einerlei Art? Müssen wir nicht, zweitens, fragen, welcher Freude der Jüngling sich freuen soll? zu und in welcher Freude die Eltern ibre Kinder erziehen sollen? Sind das auch die rechten Freuden, wenn wir unsere Kinder anhalten so früh als möglich zu den Freuden der großen Welt? wenn wir sie erziehen in der verpestenden Lust rauschender Vergnügungen? wo die Nacht wird zum Tage, wo Tanz und Spiel und Trunk, wo Vorwitz und Aberwitz, wo Spottlust und thörichte Einbildung die Unschuld verdrängen aus ihrem Herzeu, aus ihrem Verstaube uud aus ihrem Körper? wo uuter der Anständigkeit höflicher Formeln sich so oft die höchste Unanständigkeit der Gefühle und des gesunden Sinnes verbirgt? Und daun beklaget ihr euch, die Kinder gehorchen euch nicht, die Kinder verspotten und hintergehen euch, den Kindern ist Religion ein Spiel, Veredlung ein Scherz — leben wollen sie, leben, das beißt, in den Strudel der Leidenschaften sich stürzen, um unterzugehen, und krank an Körper und Geist, hinfort zu siechen durch ein unwürdiges Leben? — — Wisset, solche Eltern laden Berge von Sünden auf ihr Gewissen, denn sie werden in ihrem falschen Dünkel die Verführer ihrer eignen Kinder! — Denn jene Freuden, deren die Jugend sich freuen soll, jene Freuden, die der weise Salomo meinet, er zeigt sie uns selbst an, denn er fährt fort: wandle in den Wegen desines Herzens, und im Anblick deiner Augen. Welche sind aber die Wege des Herzens? sind es nicht die Wege der Unschuld, welche der Schöpfer mitgibt seinen erschaffenen Seelen, einpflanzt den Herzen, die er aus diese Erde schickt? Und welcher ist der Anblick der Augen, wenn nicht die große Natur, die unendliche Schöpfung unsres Himmelsvaters? — Also dies sind die Freuden, deren die Jugend sich freuen soll, die Freuden der Unschuld und Natur!

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