Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 501)
- Language
- German
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479 iioza*), des Manasseh ben Israel**), indem uns der Raum nicht erlaubt, eine genügende Darstellung der literarischen Thätigkeit in diesen Gemeinden zu geben. Auf diese Weise schloß sich dies Trauerspiel in der Geschichte der Israeliten, in der Geschichte der Menschheit. Die pyrenäische Halbinsel bat durch diese Vertreibung ihrer jüdischen Bewohner nichts gewonnen. Nirgends ist der Fanatismus mehr bestraft worden, in keinem Lande Europa's währte er aber auch so lange und zerschnitt so die Wurzeln der Wohlfahrt, der Bildung und Religiosität der Völker. Die Nemesis, die in der Geschichte waltet, hat Spanien bedeutend getroffen; noch jetzt blutet es an den selbst geschlagenen *) Baruch Spinoza, geb. 1632 in Amsterdam, einziger Sohn unbemittelter Eltern, streng und gläubig erzogen, erlernte unter dem Rabbiner Morteira die rabbinischen Wissenschaften, machte sich indest auch die italiänische, spanische, portugiesische, deutsche, holländische, so wie späterhin auch die lateinische Sprache zu eigen. Das Studium der physikalischen Wissenschaften und der Eartesischen Philosophie entfernte ihn von der Synagoge und den Rabbinen, die ihn deswegen verfolgten. - Spinoza zog sich zurück, lebte ganz sich selbst und seinen philosophischen Arbeiten, schlug deswegen die ibm vom Pfalzgrafen von Baden dargebotene Stelle eines Professors aus und starb am Lösten Februar 1677 in seinem 44sten Lebensjahre. Die Beschuldigungen des Atheismus, Pantheismus u. dergl., die man bis zu E de des vorigen Jahrhunderts gegen ihn erhob, find jetzt genugsam ventilirt und verschwinden beim gründlichen Studium seiner Schriften. **) Manasseh ben Israel war ein geborner Portugiese aus Lissabon, Sohn des R. Joseph ben Israel, der von der Inquisition verfolgt, gemartert und, als er entwich, seines Vermögens beraubt wurde. Manasseh begab sich 1624 noch sehr jung nach Amsterdam und ward schon in seinem Lüsten Jahre als Tempclredner bewundert. Er erwarb sich die allgemeine Achtung un? lebte mit den ausgezeichnetsten christlichen Gelehrten auf einem sehr vertrauten Fuße. Er war auch vr. der Mcdicin. Seine Schriften, so wie die von ihm verfaßte Verteidigungsschrift der Juden, um ihnen in England unter dem Protektorat Cromwell's Eingang zu verschaffen, finden sich in: Manasseh Ben Israel, Rettung der Juden. Aus dem Englischen übersetzt, nebst einer Vorrede von Moses Mendelssohn.