Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 488)
- Language
- German
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L66 Haufen verbrennen, und jagte die jüngern Dominicaner aus dem Lande. Aber seit der Zeit hat die Geschichte der Juden in Portugal aufgehört, obgleich noch viele als Enußim zurückblieben und die väterliche Religion bis auf die spätesten Generationen heimlich überlieferten und fortpflanzten. Wenden wir jetzt unfern Blick auf die Lebensumstände und Schicksale einiger in diese Verfolgungen verwickelten großen Männer Israels: es wird sich hierdurch unserm Gemüthe einprägen, zu welchen Duldungen und Thaten ein unerschütterlicker Glaube und die nicht untergehende Hoffnung begei-' ftern können. Unter ihnen leuchtet als Stern erster Größe Don Jsaac Abarbanel. Er stammte aus einer der ältesten und berühmtesten jüdischen Familien in Spanien ab, wo seine Eltern in Sevilla ansässig waren, und führte seinen Stammbaum bis zur königlichen Familie Davids zurück*). Sein Vater Abarbanel gibt Folgendes über die Einwanderung der Juden in Spanien an (Kommentar zum 2ten Buche der Könige): „Mit dem Könige von Babel Nebukadnezar kamen auch Könige und Fürsten von den Herrschern anderer Nationen mit nach Jerusalem und führten viele Juden nach ihren Ländern ab. Unter ihnen war auch Pyrrhus, der Herrscher Spaniens. (Hercules, der Große, war nämlich aus Griechenland zur Bezwingung vieler Reiche durch Kraft und Weisheit nach Westen gegangen, und kam, nach Verrichtung vieler Heldentbaten, auf vielen Schiffen, mit einem großen Heere nach Spanien. Als er aber von da nach Italien zurückkehrte, um sich zu den Fürsten bei der dritten Belagerung Troja's zu gesellen — übergab er die Regierung seinem Schwestersohne Jspahan. von welchem das Land den Namen Hispanien erhielt. Die einzige Tochter Jspaban's heiratbete den griechischen Fürsten Pyrrhus, der bei der Zerstörung des ersten Tempels zugegen war). Er führte eine Menge aus den Stämmen Juda, Benjamin und Simeon, auch Leviten und Priester, die ibm freiwillig folgten, auf Schiffen nach Spanien, wo sie sich in zwei Gegenden niederließen. Die eine ist die noch beute so genannte Andalusia, und zwar hier in einer Stadt, welche Hauptstadt wurde, und die sie Lucena nannten, nach dem Lus