Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 481)
- Language
- German
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439 Finsterniß, dichtes Trübsal, Trümmer und Leiden (Jes.), Hunger und Krankheit, ach! die Hand des Herrn war schwer über uns u. s. w." Soll ich die Phantasie meiner Leser weiter mit dem trüben Gemälde erschrecken, soll ich in die Einzelnheiten eingehen, nein! gehört ja nur eine mäßige Einbildungskraft dazu, um sich den Jammer in seinem ganzen Umfange zu denken. Aber um einen vollständigen Begriff vom Fanatismus jener Zeit und jenes Landes zu geben, um die Glaubensgenossen mit Dank und Erhebung gegen den Gott, der die Wunden geheilt hat und uns eine bessere, frohere Zeit in gesegneten Ländern gegeben, zu erfüllen, wellen wir den Vorhang dieses schauderhaften Schauspieles noch nicht fallen lassen.! N Die die Küste erreicht hatten, unter denen konnten viele den Schiffslohn nicht bezahlen und wurden als Sklaven zurückbehalten; zwei Schiffe, voll von diesen Unglücklichen, konnten der Last wegen nicht vor Endigung der Frist die .Segel ergreifen und wurden genöthigt zurückzubleiben und die Sklaven wieder ans Land zu setzen. Noch größer wurde das Unglück auf offener See — da kam auf einigen Schiffen Feuer heraus und sie verbrannten auf dem Meere — einige gingen unter, weil die Last zu groß war — da wurden einige hierhin und dorthin verschlagen bis die darin Seienden vor Hunger umkamen — auf anderen brach die Pest aus, die Matrosen setzten Kranke und Gesunde auf wüsten Felsen und Inseln aus -- einen Schiffscapitan faßte der Wahnsinn, alle auf seinem Schiffe sich befindenden Juden zu ermorden, und nur den Vorstellungen eines christlichen Kaufmannes gelang es, ihn von dieser Idee abzubringen; er ließ sie nicht morden, aber er ließ ihnen die Kleider ausziehen und setzte sie nackt auf einen Felsen aus, von welchem Viele sich herunterstürzten, die Anderen, vor Hunger verschmachtet, von einem vorbeifahrenden Kauffahrteischiff ausgenommen und nach einer Gemeinde Italiens gebracht wurden (8ell. ll. §. 58,). Andere wurden nach Fetz im