Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 350)
- Language
- German
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328 neu Schulen zu schicken, zeigen uns die Gesetze des Staates an. Ein Anderes aber ist es mit einer Religionsschule für Israeliten. — Der israelitische Religionsunterricht wird von Verschiedenen verschieden gedeutet. Manche halten ihn bloß für eine Anleitung zum hebräischen Gebetlesen, Andere wollen das bebräische Gebet auch verdeutscht haben, Andere wünschen auch Unterricht im Pentateuch, in der Bibel, Einige gehen noch weiter, und fügen noch dazu hebräische Kommentare, Raschi, die Mischna, wobl auch den Talmud u. s. f. Viele verlangen wiederum auch Unterricht in den Grundwahrheiten der Religion, Vorbereitung zur Konfirmation u. s. f. Die Mittler zu diesen verschiedenen Zwecken waren bisher Privatlebrer, bald dieser, bald jener. Durch die Vereinzelung des Unterrichts und der Schüler entfiel aber diesen und den Lehrern bald der rechte Muth, der Unterricht entbehrte der so notwendigen Einheit und Allgemeinheit, er mußte Stückwerk bleiben, und zwar Stückwerk von verschiedenem Gehalte und von verschiedenem Werthe. Wenig ward für wahre Religiosität gethan, wenig selbst für Kenntniß des hebräischen Alterthums, der Bibel, der Ceremonialgesetze und ihrer innern Bedeutung u. s. f. Dem vereinzelten Unterrichte fehlte die Weihe, die Kraft, wodurch die Religion erst die Wohlthat wird, die sie sein soll. Wir brauchen nur Menschenfreunde zu sein, um hierbei wahrhaftes Bedauern zu fühlen! Der Religion können wir nicht entbehren, der Mangel religiösen Unterrichts, wie er sein soll, und wie wir ihn als Ideal in unserm Innern tragen, straft sich bei Jung und Alt, bei Vornehmen und Geringen, bei Armen und Reichen. Können wir auch zu keiner Zeit, so wenig wie der Luft zum Einathmen, der Lehre Gottes entbehren, — sie, die unsre Weisheit ist und unser Verstand in den Angen der Völker, wie die heilige Schrift sagt, — so gibt es doch Zeiten, in welchen vornehmlich die, welchen Gott heilige Pfänder anvertraut, die, welchen Gott Kinder, Söhne und Töchter,, an's Herz gelegt, die er einst wieder abfordern, mit