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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 323

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 323 (sequence 345)
Language
German
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323 und sechzigtausend, und seine Siege waren unzählig, mit denen er die Syrer hinter den Jordan und hinter den Libanon zurückwarf. Ja, Israel eroberte nicht, es war kein Volk, das vom Raube der Völker lebte und sich spreizte, und seinen Ruhm fand in der Zahl unterjochter Nationen und zertrümmerter Menschenbrüder, es wohnte ruhig in seinen Grenzen, mit seinem Gotte beschäftigt. — Aber wenn der Feind nahte und es reizte, und seine köstlichen Güter berührte, Religion und Freiheit, da erhob es sich wie ein schlummernder Löwe, und traf seine Unterdrücker mit schwerem Arme. Und wie? Da liegen nun zwei Jahrtausende zwischen damals und heute: aber sind wir es, die die Waffen des Krieges von uns wiesen, oder rang man sie uns aus den Händen? Und haben es nicht in der neuesten Zeit kräftige Männer, kühne Jünglinge hinlänglich erwiesen, daß der Israelit noch heute kämpfen kann? — Aber hinweg, meine Freunde, von diesen Bildern, mit Menschenblut befleckt, und wenn auch für seinen Glauben und seine Nation die Waffen zu ergreifen, und das Leben einzusetzen, ein hochherziges Werk ist: diese heilige Stätte ist es nicht, von wannen der Ruf dazu in Friedenszeiten ertönen soll — lassen wir es. Aber, meine Brüder, wenn die Ruhe des Friedens zurückgekehrt ist über die Menschenwelt — hat dann jeder Kampf aufgehört, ist dann kein Streit, kein Zwist mehr im Menschen und unter den Menschen? Allerdings, derKampfdes Eigennutzes mit der Liebe, der Streit der Begierde mit der Keuschheit, der Zwist des Neides, der Mißgunst, der Verläumdung, der Habsucht — sie leben fort, im Menschen und unter den Menschen, und in diesem sei stark und fest, Israelit. Oeffne dein Herz der Liebe, der Liebe zu Gott und zu Menschen, der kindlichen, der brüderlichen, der elterlichen, der Freundes-Liebe; wandle ruhig und friedlich, redlich und rechtschaffen, laß die Verlockungen der Ehr- und Habsucht von dir abgleiten, zügle den Strom der Leidenschaft,da sei PM stark und fest, ein Gotteskämpfer, wie Juda Makkabi!

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