Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 343)
- Language
- German
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321 von seinem Glauben; aber der Knabe blieb standhaft. Nun ließ er die Mutter näher führen, und ermahnte sie hinzuschauen auf die Reste ihrer sechs Söhne, und auf den siebenten, der noch lebe, ihn solle sie sich retten vom schmählichen Tode, indem sie ihn überrede, sich vor den Götzen zu bücken. Da trat denn die Mutter wirklich zum Knaben, und sprach zu ihm folgende Worte: „Sohn, erbarme dich mein, die ich dich neun Monate unter dem Herzen getragen, und dich gesäugt, und dich ernährt und aufgezogen, bis zu diesem Alter, und dich versorget habe. Ich bitte dich, Kind, aufzuschauen, und Himmel und Erde, und was in ihnen ist, zu betrachten, und zu erkennen, daß Gott sie aus dem Nichts hervorgerufen, und daß auch das Menschengeschlecht also entstanden ist. Fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern zeige dich der Brüder würdig, und leide den Tod, damit ich dich durch die Gnade Gottes mit deinen Brüdern wiederfinde." Und der Knabe starb, und die Mutter starb. — Israelitische Mütter! das war eine von euch, die also sprach und also handelte, eine israelitische Mutter von sieben Söhnen. Aber wie viele werden denn jetzt noch diese That fassen und verstehen? wie viele den Gedanken solchen Heldenmuths begreifen? Wem glühet denn noch das Herz für den Glauben des einigen Gottes also? Wer ziehet die Sterne des Himmels den irdischen Sternen wahrhaft vor, und denket mit Inbrunst an das Wesen über den Wolken, und das Leben hinter dem Grabe, wenn der Schleier sich lüftet vor unseren Geiste, und die Erde zurückweicht? — In der Lehre Gottes sollen wir stark und f,e.st sein, und in der Beobachtung seiner Gebote und Vorschriften: das lehrt uns das heutige Fest, das zeichnet es uns vor mit feurigen Zügen, gräbt es in unsre Brust mit Flammenschrift. Wenn wir, geliebte Brüder und Schwestern, schreiten durch die Bahu des Lebens, so sollen wir nicht rechts nicht links weichen von ihr, damit wir glücklich sind überall, wohin wir gehen. Und, ihr wisset es ja, es gibt im Unglücke selbst noch ein l