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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 285

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 285 (sequence 307)
Language
German
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IRI
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MIll. Predigt zum Schebuolhfeste. Andächtige Zuhörer! Es ist eine eigentümliche Erscheinung, daß unsere Religionsgeschichte die Verkündigung der Gotteslehre auf Sinai gerade in die Blütbenzeit, mitten in den Frühling des Jahres setzt. Wenn die Erde mit ihrem saftigsten Grün, mit ihren buntesten Blumen bedeckt ist, wenn die Saaten im frischesten Aufschießen begriffen, wenn die Wälder mit dem duftigsten Laube bekleidet sind — dann, gerade dann ruft sie uns zu: Harret ein wenig, bedenket, feiret diesen Tag, denn ail ihm verkündete die Religion ihre großen Lehren und Gesetze, die seitdem zum Bekenntniß und Gesetze der ganzen Menschenwelt geworden-Es gibt dies viel zu denken. Denn von der einen Seite mag Einer sagen: siehst du, nicht einmal die Blüthenzeit ist dem Menschen frei und ungestört zu genießen gestattet, sondern schon da tritt der Ernst, der schwere Ernst des Lebens an ihn heran mit dem Worte des Gebots und Verbots, mit Mahnung und Warnung — und wir wollen dies nicht einmal verneinen, sondern fügen hinzu von der andern Seite: eben, dieweil dem Menschen schwerer Ernst, hohe Pflichten und oft düstere Mühsale zum Inhalt und zur Bestimmung gegeben, darum gab

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