Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 270)
- Language
- German
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2L8 in der heiligen Stadt fanden: so groß, so unendlich erhaben und groß war diese Stätte, die der Herr sich auserwählt hatte in der Mitte des Landes. Aber nach Verlauf von je sieben Jahren, zur Zeit des Festes, das wir jetzt feiern, des Laubhüttenfestes, da versammelte sich das ganze Volk, die Männer und die Weiber und die Kinder und selbst die Fremdlinge in Israel, und verlesen ward vor ganz Israel die Tbora des Herrn (5. B. Mos. K. 31, V.!!. s.) damit sie sie hörten, und lernten und fürchteten den Ewigen ihren Gott und ausübten alle Worte dieser Thora. — Meine Freunde, also hatte der Herr durch Mose dem Volke befohlen, und sie thaten auch so. Und auch hierin offenbart sich die Göttlichkeit dieser Lehre, denn eine tiefe und weise Absicht lag in jenen Wanderungen. Denn Israel sollte erstens ein Brudervolk sein, ein großer durch ungetrennte Bruder- und Freundschaftsbande verbundener Stamm, die Liebe sollte immer neu und immer dieselbe bleiben, welche die Enden Israels umschlang, und dies geschah dadurch, daß sich alle Glieder desselben immer wieder vereinigten und fanden und kennen lernten und Gastfreundschaft übten, als ob jedes Haus eines Israeliten Israels Haus wäre. Zweitens sollte der Bund der Religion immer wieder erneuert, die Liebe zur Religion immer von neuem angesacht werden, und dieses geschah am leichtesten durch die öftere Rückkehr zu dem gemeinschaftlichen Tempel des Herrn, an heiliger Stätte, wo das Nationaleigenthum und Nationalkleinod, die heilige Bundeslade stand, das Herz gemeinschaftlich vor Gott auszuschütten und an Gott zu erstarken. Drittens sollte nach harten und ernsten Tagen die Religion auch die Freude hereinführen in das Herz des Israeliten, es sollte sich zeigen, daß unsre Religion nicht blos Trübsinn und melancholischen Ernst verlange und kenne, sondern daß der allergnädigste Vater in seinen Glauben auch die Freude, nach der das Menschenherz so sehr sich sehnet, einschließe, denn die Freude herrschte zu dieser Zeit in Jerusalem, und der Herr hatte ermahnt: „nur seid fröhlich" NM W N^NlDu