Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 199)
- Language
- German
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177 von ihm, und im Bunde der Liebe mit ihm. Sehet, wir sind Staub und Er ist der grenzenlose Geist, aber seine Gnade reichet bis zum Staube herab, und weiß den Staub zu finden, und sich ihm angedeihen zu lassen. Und unmittelbar, Israeliten, knüpft sich seine Versöhnung an euch, die Vergebung eurer Sünden, die Verzeihung eurer Fehltritte gibt er euch unmittelbar, und wählte dazu diesen Tag, und bestimmte ihn zu eurer Versöhnung mit sich. Darum seid ruhig, Israeliten, und zittert nicht zu sehr, wenn diese Nacht über euch kam. Denn wenn ihr rufet aus reinem, wahrhaftem Herzen: vergib, verzeih uns, Herr— so sollt ihr versöhnt werden. 111. euch zu reinigen. Meine Brüder, sagte ich nicht eben aus reinem, wahrhaftem Herzen? Also reinigen will uns der Herr, versöhnen will sich der Herr mit uns, vergeben will er unsre Schuld, ausstreichen unsre Sünden aus dem Buche des Gedächtnisses: wenn wir mit reinem, wahrhaftem Herzen zu ihm kommen — dann sollen wir rein sein. Also dieser Tag der Versöhnung ist auch der Tag, uns zu reinigen. Nur durch das Letztere können wir die Versöhnung zu Stande bringen. Wie bewirken wir nun dieses? wie gelingt es uns? was ist dazu erforderlich? Meine Lieben, in dreifachem Verhältnisse stehet der Mensch da, in dem Verhältniß zu sich selbst, zu seinen Nebenmenschen, zu Gott. In dreifacher Hinsicht sündigt auch der Mensch, gegen sich selbst, gegen seine Nebenmenschen und gegen Gott. Eine dreifache Reinigung muß daher auch vor sich gehen, rein muß der Mensch werden vor sich selbst, rein vor seinen Nebenmenschen und rein vor Gott. Wie werden wir rein vor uns selbst? Einzig und allein, andächtige Zuhörer, sündigt der Mensch durch die Leidenschaft — denn die Leidenschaft ist es, die ihn hinwegreißt über das richtige Maß, über die rechte Mitte, in welcher die Tugend und Wahrheit liegt. Da reißt die Leidenschaft nach Ehre den Menschen zur Prunksucht, zur Scheines